Technologien, Verfahren, Förderungen

TIS-Veranstaltungsreihe über Energieeffizienz in der Industrie

Donnerstag, 03. September 2015 | 18:17 Uhr

Bozen – Südtiroler Unternehmen können sparen, indem sie Produktionsprozesse effizienter gestalten. Um mehr über Technologien, Förderungen und effiziente Prozesse zu erfahren, haben sich 19 Unternehmen zweier Arbeitsgruppen zum Thema Energieeffizienz an den Bereich Energie & Umwelt des TIS innovation park gewandt. Auf ihre Anfrage hin werden nun Fachseminare zu möglichen Lösungen gehalten. Das erste Seminar der Veranstaltungsreihe legt den Schwerpunkt auf effiziente Nutzungssysteme, die sogenannten SEU, und findet am 11. September im TIS statt.

Die SEU sind ein Anlagenmodell, das es einem Stromerzeuger erlaubt, seine Energie direkt an einen Kunden zu verkaufen, ohne dabei den Weg über das nationale Übertragungsnetz zu gehen. Dieses Energie-Businessmodell bringt sowohl den Unternehmen aus dem Energiesektor Vorteile, da es ihnen einen neuen Markt eröffnet, als auch den Produktionsbetrieben – vor allem den kleinen und mittleren Unternehmen – im Hinblick auf geringere Energiekosten. Und es waren eben diese Südtiroler Produktionsbetriebe und einige Unternehmen aus dem Energiesektor, die sich dazu geäußert haben: sie hatten den Wunsch nach Fachveranstaltungen, die ihnen konkrete Möglichkeiten zur Einsparung durch Energieeffizienz in Produktionsprozessen aufzeigen würden.

„Im TIS haben wir zwei Arbeitsgruppen zum Thema. Die 19 Unternehmen, die daran teilnehmen, haben uns gebeten, sowohl Experten aus dem Sektor einzuladen, als auch Unternehmen, die bereits in Maßnahmen zur Effizienzsteigerung ihrer Betriebe investiert haben. Sie möchten sich ein Bild von den möglichen technologischen Lösungen machen, von den Vorteilen und Schwierigkeiten, die zu erwarten sind und verstehen, wie man sich am besten im ‚Bürokratie-Dschungel‘ der Förderprogramme und Regelungen bewegt“, erläutert Stefano Dal Savio, Manager des Bereichs Energie & Umwelt des TIS.

Bei der Veranstaltung am 11. September wird ein Vertreter der Italienischen Regulierungsbehörde für Elektrizität, Gas und Wasser AEEGSI (Autorità per l‘Energia Elettrica il Gas e il Sistema Idrico) sprechen. Er wird erklären, wie sich der Mechanismus der SEU entwickelt hat. Der Rechtsexperte Emilio Sani vertragliche Aspekten der SEU erläutern: wer sind die Akteure, welche Anlagen-Konfigurationen sind möglich, welche Steuervergünstigungen und Systemabgaben gibt es? Außerdem wird Sani erklären, wann man das Modell “Stromaustausch-vor-Ort” (Scambio sul posto) nutzen kann – ein Modell, bei dem produzierte aber nicht sofort verbrauchte Energie angerechnet wird. Attilio Punzo vom staatlichen Energiedienstleisters GSE (Gestore dei Servizi Energetici) wird hingegen die Durchführungsbestimmungen des GSE veranschaulichen und die Schritte erläutern, die bei der Online-Anfrage zur SEU-Qualifizierung von Anlagen durchlaufen werden. Außerdem wird bei der Veranstaltung der Südtiroler Unternehmer Norbert Klammsteiner

vom Ingenieurbüro Energytech anwesend sein. Er wird ein Beispiel aus der Praxis vorstellen und von einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage im SEU-Modus berichten. Ein weiteres Praxisbeispiel rundet das Seminar ab: eine Photovoltaikanlage wird vorgestellt, die als Effizientes Nutzungssystem anerkannt wurde.

Der zweite Termin in der TIS-Veranstaltungsreihe über Energieeffizienz in der Industrie wird am 23. Oktober stattfinden. Dann wird es um Effizienzsteigerung bei Druckluftanlagen gehen; die letzte Veranstaltung der Reihe wird am 27. November stattfinden. Dabei werden die Weißen Zertifikate im Mittelpunkt stehen – handelbare Zertifikate, die einen Nachweis über Endenergie-Einsparungen geben. Diese Zertifikate wurden vom italienischen Staat geschaffen und fördern Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen