Der Tourismus in Spanien ist stark eingegrenzt

Tourismus in Spanien bricht wegen Corona um zwei Drittel ein

Mittwoch, 06. Mai 2020 | 16:34 Uhr

Das vom Tourismus wirtschaftlich stark abhängige Spanien hat im März wegen der Coronakrise einen Besuchereinbruch erlitten. Die Zahl der internationalen Touristen fiel um 64,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf rund zwei Millionen, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten amtlichen Daten hervorgeht. Die Ausgaben der Besucher sanken um 64 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.

Der Tourismus trägt rund zwölf Prozent zur Wirtschaftsleistung bei und sichert Millionen Arbeitsplätze. Vor der Pandemie war die Zahl der Touristen sieben Jahre in Folge auf Rekordhöhe gestiegen, wodurch das Land zum zweitbeliebtesten Urlaubsziel der Welt wurde.

Die Regierung hatte als Reaktion auf den heftigen Ausbruch am 14. März den Notstand ausgerufen, weshalb Hotels und andere touristische Unterkünfte schließen mussten und die Grenzen geschlossen wurden. Beliebte Urlaubsziele wie die Balearen wollen unbedingt wieder öffnen, wenn auch mit reduzierter Kapazität. Hotelbetreiber setzen sich bei der Regierung etwa für die Zulassung begrenzter Reisen zwischen Deutschland und Mallorca ein.

Spaniens Wirtschaft schrumpfte im ersten Quartal um 5,2 Prozent und damit so stark wie noch nie. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone wird nach Prognose der EU-Kommission zufolge heuer um 9,4 Prozent einbrechen. “Die strikten Eindämmungsmaßnahmen, die in Spanien als Reaktion auf den Ausbruch der Pandemie eingeführt wurden, werden wohl zu einem beispiellosen Rückgang der Wirtschaftstätigkeit führen”, erklärte die Brüsseler Behörde.

Die griechische Regierung will unterdessen den unter der Coronakrise leidenden griechischen Tourismus wiederbeleben. “Wir werden am 1. Juli den Tourismus für das Ausland öffnen”, sagte der griechische Staatsminister Giorgos Gerapetritis am Mittwoch im griechischen Parlament. Bis 15. Mai werde die Regierung in Athen Einzelheiten dazu mitteilen, hieß es. Zudem werde der Bereich finanzielle Unterstützung bekommen.

Dies hatte Anfang der Woche auch der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN angekündigt. Allerdings müsse zunächst das Thema der hygienischen Bedingungen für Flüge in Coronazeiten geklärt werden, hatte er gesagt.

Dem Tourismus als wichtigstem Bereich der griechischen Ökonomie droht dieses Jahr wegen der Folgen der Coronapandemie eine Katastrophe. Der Präsident des Verbands der griechischen Reiseagenturen, Apostolos Tsilidis, hatte die Verluste auf bis zu 22 Milliarden Euro geschätzt. 2019 besuchten nach Angaben der Hotelkammer 33 Millionen Touristen Griechenland.

Von: APA/ag.

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