2,48 Mio. Lkw donnerten über Brenner - Plus 1,35 Prozent gegenüber 2021

2022 brachte am Brenner neuen Lkw-Transitrekord

Donnerstag, 05. Januar 2023 | 11:05 Uhr

Der Transitverkehr über den Brenner in Tirol hat im vergangenen Jahr erneut an Fahrt zugelegt. Bei der Hauptmautstelle Schönberg wurden vom Autobahnbetreiber Asfinag 2,48 Mio. Lkw der Kategorie 4 gezählt. Das waren laut Medienberichten um 33.042 Fahrten bzw. 1,35 Prozent mehr als im Jahr 2021. Übertroffen wurde damit auch das Vor-Corona-Niveau aus dem Jahr 2019, als rund 2,47 Mio. solcher Schwerfahrzeuge über den Brenner donnerten.

Die pandemiebedingte Entwicklung des Jahres 2020 mit einem Rückgang des Transitverkehrs um 6,3 Prozent war letztlich nur von kurzer Dauer. Bereits im Jahr 2021 war es wieder zu einem Anstieg um 5,7 Prozent auf rund 2,45 Mio. Fahrten gekommen. Die Kategorie 4 entspricht laut Asfinag in etwa dem Transitverkehr, sie beinhaltet Fahrzeuge mit über 3,5 Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht und vier oder mehr Achsen.

Auffallend war, dass es vor allem in der ersten Jahreshälfte 2022 zu einem Anstieg des Transitverkehrs kam. So wurde etwa im März ein Plus von 16,44 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet, im Februar ein Plus von 13,61 Prozent. Seit September kam es hingegen zu Rückgängen, im Dezember sogar um 7,3 Prozent.

Indes war nicht nur der Lkw-Transit erneut im Steigen begriffen, sondern auch der Pkw-Verkehr. Rund 11,2 Mio. Autos passierten im vergangenen Jahr die Mautstelle Schönberg, im Jahr zuvor waren es laut Asfinag-Auswertung noch 8,9 Mio. gewesen. Die Folge: Auch die Gesamtverkehrsfrequenz von Lkw und Pkw legte ordentlich zu, nämlich um zusätzliche 2,4 Mio. Fahrten, von 11,5 auf 13,9 Mio.

Die aktuellen Zahlen dokumentieren für die Tiroler Politik, die in unterschiedlicher Regierungskonstellationen seit Jahren gegen den überbordenden Transitverkehr kämpft, jedenfalls zwangsläufig, dass es so nicht weitergehen kann. “Dieser historische Höchststand an Transit-Lkw zeigt einmal mehr den dringenden Handlungsbedarf am gesamten Brennerkorridor. Das Jahr 2022 knüpft damit nahtlos an den Trend vor der Corona-Pandemie an”, erklärte Verkehrslandesrat René Zumtobel (SPÖ) gegenüber der “Tiroler Tageszeitung”.

Man werde jedenfalls trotz Unmuts der Nachbarstaaten über Lkw-Fahrverbote oder Blockabfertigung am “Antitransit-Maßnahmenprogramm weiter festhalten, solange sich dieser Trend nicht umkehrt”, kündigte Zumtobel wenig überraschend an. “Ich werde weiterhin den konstruktiven und persönlichen Dialog mit den Verantwortlichen in Südtirol und Bayern suchen, um auf Landesebene für abgestimmte Entlastungsmaßnahmen zu sorgen”, so der Verkehrslandesrat. Und Zumtobel verwies auf die Baustellen der kommenden Jahre entlang der Brennerroute, wie etwa aufgrund der Sanierung der Luegbrücke, die die Situation noch weiter verschärfen würden. Deshalb brauche es von den Nationalstaaten und der Europäischen Kommission “endlich eine grenzüberschreitende Gesamtlösung”, sagte Zumtobel und brachte erneut das zuletzt in Südtirol präsentierte “Slotsystem” ins Spiel.

FPÖ-Verkehrssprecherin Evelyn Achhorner nahm indes die Koalitionsparteien ÖVP und SP ins Visier. Sie befürchtete, dass beide Parteien “weiterhin die Fortsetzung der erfolglosen Verkehrspolitik des Landes Tirol betreiben.” Jahrelang habe man sich mit Hilfslösungen gegen die schlechte Luft in Tirol gewehrt, die hohe Anzahl der transitierenden Lkw hingegen “geflissentlich übersehen.” Achhorner sah nur eine einzige Lösung: “Die Transitlawine steht und fällt mit der Obergrenze an jährlichen Lkw-Fahrten, die aber von den Nachbarländern genehmigt werden müssen.”

Von: apa

Bezirk: Eisacktal, Wipptal

Kommentare

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7 Kommentare auf "2022 brachte am Brenner neuen Lkw-Transitrekord"


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Doolin
Doolin
Kinig
26 Tage 21 h

…die LKW Lawine wird von Jahr zu Jahr schlimmer…

Zussra
Zussra
Tratscher
26 Tage 20 h

Fresst und sauft wieniga, und bstellt wieniga in Internet, noa weard des schun wieniga!!!

tom
tom
Universalgelehrter
26 Tage 19 h

@Zussra und die Firmen sollen weniger holbfertiges durch die Gegend karren und weil ein Produktionsschritt 1000km weiter weg billiger ist als vor Ort
Beispiel: in der Nordsee gefischte krabben werden in Marokko geputzt und dann wieder nach Deutschland transportiert und verpackt.

Faktenchecker
26 Tage 17 h

Doolin wo steht das?
2021 war Corona-Jahr und taugt nicht zum Vergleich. 2019 ist aussagekräftiger.

ebbi
ebbi
Universalgelehrter
26 Tage 21 h

Wenigstens Zumtobel setzt sich gegen diesen Wahnsinn zur Wehr. Unsere Politiker sehen da eher nur tatenlos zu. Weiter so, nehmt diese Verkehrslawine mit all den negativen Konsequenzen für die hier lebende Bevölkerung nur weiterhin auf die leichte Schulter. Mir scheint gelesen zu haben, dass es Studien gibt, die belegen, dass die Anrainer dieser Autobahn wesentlich häufiger an Erkrankungen der Atemwege und Tumorerkrankungen leiden…..

Gepetto76
Gepetto76
Tratscher
26 Tage 13 h

Aus der gonzn Welt werd Zeug bestellt obo ibon Lkw gimault…i tat af die Grenzen groaßa Parkplätze richtn und sebm noa die loudung oukipm noa kennsis mitn Schupgrottn höul…😂🤘

So ist das
26 Tage 2 h

Und die LR schaut zu? Nein, sie lässt eine dritte Spur ausbauen 😂😂😂

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