"Brennerstrecke wird zur 'Anarchiestrecke' erklärt"

Gurgiser sieht in Frächterverband-Kritik “dreiste Angriffe”

Dienstag, 05. Januar 2021 | 09:45 Uhr

Der Obmann des Transitforums Austria-Tirol, Fritz Gurgiser, sieht in der Kritik der Handelskammern der norditalienischen Regionen und Frächterverbände gegen die Verschärfung der Tiroler Maßnahmen gegen den Lkw-Transitverkehr mit Jahresbeginn “dreiste, rechts- und demokratiefeindliche Angriffe”. Diese würden mit ihren Forderungen die Brennerstrecke de facto zur “Anarchiestrecke” erklären, kritisierte Gurgiser.

Es solle quasi das “Faustrecht auf der Straße” eingeführt werden. Wer die “freie Transitfahrt” wolle, verlange vom Land Tirol ebenso wie der Republik Österreich, dass sie nationale und europäische Grundrechte von den Transitlastern überrollen lassen. “Nicht mehr und nicht weniger”, so Gurgiser. Die Verbände und Kammer würden verlangen, dass sämtliche national- und europarechtlichen Vorgaben “zum Schutz der Gesundheit der privaten und betrieblichen Anrainerschaft” abgeschafft werden, ärgerte sich der Transitforum-Chef.

Es passe nicht zusammen, Jahr für Jahr Milliarden an Nettozahlungen von Österreich an die EU und ebenso Milliarden Euro Steuergeld via Brennerbasistunnelgesellschaft BBT SE auch an italienische Baufirmen zu “verlangen” und gleichzeitig “rücksichts- und verantwortungslos die gesamte Brennerregion rund um die Uhr zu verlärmen”, donnerte Gurgiser Richtung Süden. “Der Brenner war niemals eine ‘freie Transitroute’, wird niemals eine sein: Es hat sich der Verkehr dieser sensiblen Region anzupassen und nicht umgekehrt und, wem es nicht passt, dem steht die Reisefreiheit offen”, meinte Tirols oberster Transit-Bekämpfer.

Handelskammern und Verbände hatten sich am Montag wegen der neuen Maßnahmen “zutiefst besorgt” gezeigt. Das Nachtfahrverbot und die vielen anderen Einschränkungen für den Güterverkehr in Tirol würden “zu höheren Transportkosten für italienische Unternehmen und damit zu höheren Preisen für den Endverbraucher führen”, hieß es in einer Aussendung. Die Handelskammern beklagten die Diskriminierung italienischer Frächter seitens der Tiroler Behörden.

Von: apa

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "Gurgiser sieht in Frächterverband-Kritik “dreiste Angriffe”"


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Fochmonn
Fochmonn
Tratscher
16 Tage 9 h

Bravo Herr Gurgiser!! Im eigenem Land sollten schon die Tiroler das Sagen haben!!

Tanne
Tanne
Superredner
16 Tage 9 h

Bravo Herr Fritz Gurgiser! Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Keine Maut Erhöhung Südlich der Unrechtsgrenze, ist einfach Schamlos, und nicht hinzunehmen.Am liebsten wäre den Frachtern wenn sie noch Geld bekommen würden, weil sie über der Billigsten Transitroute fahren. Wir stehen den Transitforum, und all den Forderungen von Tirol und Österreich bei, für die Anrainer auf beiden Seiten der Unrechtsgrenze, und der Umwelt zu Liebe. Rauf auf die Schiene, und runter von der Strasse! 

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