Testpflicht für österreichische Lkw-Fahrer gefordert

Transit – Italiens Frächter beklagen Test-Kosten, Tirol kontert

Dienstag, 09. März 2021 | 13:40 Uhr

Rom – In einem Schreiben an Premierminister Mario Draghi hat Italiens Frächterverband Unatras die Kosten der Anti-Covid-Tests für italienische Lkw-Fahrer an der Brenner-Grenze beklagt. “Diese Maßnahme schadet Italien schwer”, hieß es im Appell des Verbands. Draghi wurde aufgefordert, eine ähnliche Testpflicht für Lkw-Fahrer aus Österreich und Deutschland einzuführen. Tirols LHStv. und Verkehrslandesrätin Ingrid Felipe (Grüne) konterte und sprach von “falschen Anschuldigungen”.

“Die Beschränkungen beim Lkw-Verkehr am Brenner sind nicht mehr nur Problem für einen bestimmten Wirtschaftssektor, sondern ein nationaler Notfall, der unsere Wirtschaft schwer belastet”, hieß es im Schreiben von Unatras-Präsidenten Amedeo Genedani.

Die Tests für Lkw-Fahrer seien nicht nur ein Schaden für die italienischen Frächter, die Versorgung mit wesentlichen Gütern werde dadurch verlangsamt. “Die Aussicht einer raschen Erholung der italienischen Wirtschaft ist gefährdet, wenn nicht sofort angemessene Gegenmaßnahmen ergriffen werden”, so im Schreiben.

Genedani beklagte, dass die Einführung der Testpflicht für italienische Lkw-Fahrer von den österreichischen Behörden ergriffen worden sei, ohne sich mit Italien abzusprechen. Die Tests seien zu einer weiteren Steuer für die italienischen Frächter geworden, da die Abstriche 40 Euro kosten. “Wir müssen uns fragen, welchen Nutzen die europäischen Bürger aus dieser Maßnahme haben, da die Testpflicht inmitten der Pandemie den Transit von Grundnahrungsmitteln und Medikamenten erschwert”, so Genedani. Hinter dem Vorwand des Schutzes der öffentlichen Gesundheit würde Österreich politische Ziele verfolgen, beklagte der Unatras-Chef.

“Es vergeht kaum ein Tag, an dem italienische Frächterverbände nicht mit falschen Anschuldigungen an die Öffentlichkeit gehen”, erklärte indes Felipe gegenüber der APA. Österreich bzw. Tirol für das strikte Einreiseregime Deutschlands verantwortlich zu machen zeige, dass es den italienischen Frächtern weder um die Versorgungssicherheit, noch um die Gesundheit gehe, sondern vielmehr darum, weiterhin Stimmung gegen die rechtlich und umweltpolitisch gerechtfertigten Lkw-Fahrverbote zu machen. “Dabei scheinen die restriktiven Einreisebestimmungen Deutschlands ein willkommenes Argument zu sein, um die Fahrverbote zum Schutz der Bevölkerung und Umwelt laufend mit falschen Behauptungen zu diskreditieren”, so Felipe weiter.

Die strikten Einreisekontrollen nach Deutschland würden alle Beteiligten entlang des Brennerkorridors vor große Herausforderungen stellen. Durch eine enge Zusammenarbeit mit den Südtiroler Behörden sei es aber gelungen, den Güterverkehr aufrecht zu erhalten und die Verzögerungen auf ein Minimum zu reduzieren, meinte die Verkehrslandesrätin. Deutschland habe im Gegensatz zur österreichischen Einreiseverordnung auf eine Ausnahme von der Testpflicht für Lkw-Fahrer verzichtet. “Vielleicht sollten die italienischen Transit-Lobbyisten beim Premierminister besser den Wunsch nach kostenlosen Testmöglichkeiten für ihre Lkw-FahrerInnen deponieren, anstelle von weiteren Hürden für den von ihnen propagierten freien Warenverkehr”, betonte Felipe.

Von: apa

Bezirk: Wipptal

Kommentare

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8 Kommentare auf "Transit – Italiens Frächter beklagen Test-Kosten, Tirol kontert"


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Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage
Hallo nach Südtirol, das Problem liegt in Kiefersfelden und hinter dem Pfändertunnel. Österreich ist verpflichtet eine Durchreise zu gewähren, viele die zwischen Südtirol und D zirkuliert sind kennen noch den Wisch den man an Reschen und Brenner unterzeichnen musste, die Erklärung der  Durchreise ohne Zwischenhalt. Ohne Negativtest kommt man zur Zeit nicht nach D, also ist keine Durchreise ohne Halt in A mehr möglich. Und damit es sich nicht in A staut wird an Brenner und Reschen rausgefischt. Das weiss der italienische Frächterkönig auch, in Wirklichkeit hasst der Österreich und D wegen Nachtfahrverboten, Tankreglementierungen, Lärm-und Abgasvorschriften und LKW-Mengenregulierung. Schmierige Mitleidsmasche,… Weiterlesen »
ferri-club
ferri-club
Tratscher
1 Monat 5 Tage

jo do heart man von der STF nix, ah dei sein lei für die Liebespaarlen zuständig ok …..

Jonsi
Jonsi
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Ich glaube, alle “Liebespaarlen” würden sehr froh sein, wenn sie die Möglichkeit hätten, mit einem negativen Covid-Test die Grenzen passieren zu können und sich somit endlich wieder sehen könnten!
Dies verbietet seit langem Italien, Österreich nicht!!!

sophie
sophie
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Das ewige Theater und gegenseitiges Beschuldigen, die einen machen die Gesetze und die anderen haben die Spesen. Ist das unsere so hoch gepriesene EU ??? Was soll das ganze ?????

tom
tom
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

de komischen Frächterverbände können fördern, dass der Güterverkehr af der Schiene ausgebaut werd, do hobn Italien und Deutschland no sehr viel zu tian

Jonsi
Jonsi
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Ganz schön peinlich, dass Italiens Frächterverband noch immer nicht weiß, dass Deutschland diese Covid Testungen eingeführt hat und nicht Österreich.
Außerdem bietet Österreich allen Lkw Fahrern die Covid Testungen kostenlos an.
Die Frächter brauchen nicht jammern, denn diese Verrechnen die Gebühren der Covid Testungen sicherlich den Kunden weiter und zahlen diese nicht selber.
Und was ist das für beschämende Gesprächskultur des italienischen Frächterverbandes: Auge um Auge, Zahn um Zahn!!!
Das alles ist nur mehr peinlich!

Guri
Guri
Superredner
1 Monat 5 Tage

Es ist wirklich Schikane , mir tun die Lkw Fahrer leid ! , im vir var Labyrinth des Sadobre Gelände . Stunden lang anstehen müssen ,.und wenn positiv getestet , dan wie im Horor Film abtransportiert werden . Danke an die Politik in Deutschland und Österreich “

Tirolisimo
Tirolisimo
Tratscher
1 Monat 4 Tage

RoLa als Alternative?
Ach ja geht nicht, cda sonst der Gewinn zu klein ist für dieses Ausbeutergewerbe…

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