"Strecke ist an der Kapazitätsgrenze"

Transit: Italiens Frächter beklagten Belastung der Brenner-Bahnlinie

Dienstag, 31. Mai 2022 | 14:30 Uhr

Die Brenner-Eisenbahnlinie, Italiens wichtigste Transitstrecke für den Güterverkehr von und nach Europa, habe einen “kritischen Belastungsgrad erreicht”. Davor warnt der italienische Frächterverband ANITA, der sich über den jüngsten Buchungsstopp für Containerzüge im Kölner Bahnterminal für die Verbindung Köln-Verona beklagte.

“Die Strecke ist seit Jahren an der Kapazitätsgrenze, ebenso wie die Terminals für den Umschlag von Fahrzeugen südlich und nördlich der Alpen, angelangt. Immer häufiger sind wir in der Situation, dass wir keine Container auf die Schiene verladen können”, protestierte ANITA-Präsident Thomas Baumgartner.

“Zugausfälle, lange Wartezeiten an den Bahnterminals für den Umschlag und die Unmöglichkeit, selbst auf der Rollenden Landstraße (ROLA) Platz zu finden, bringen unsere Mitglieder und ganz allgemein alle, die sich für den intermodalen Verkehr entschieden haben, in ernste Schwierigkeiten”, beklagte der Südtiroler.

Die Situation sei äußerst problematisch, denn sie könnte zu einer Umkehr bei dem anhaltenden Trend zur Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene führen. “Wenn die Schiene die Nachfrage nach Gütertransporten über den Brenner nicht befriedigen kann, muss Österreich die seit Jahren bestehenden Sperrungen für den Schwerverkehr aufheben, damit die Straßeninfrastruktur ganztägig genutzt und Staus auf der Schiene vermieden werden können, ohne dass das System für den Warenaustausch mit dem Rest Europas Schaden nimmt”, betonte Baumgartner, Chef der Südtiroler Logistikgruppe Fercam.

Laut einer gemeinsamen Studie der Verkehrsministerien Italiens, Österreichs und Deutschlands werde das Güterverkehrsaufkommen auf der Brennerachse in den nächsten acht Jahren voraussichtlich um 53 Prozent bis 95 Prozent zunehmen und bis 2040 einen prozentualen Anstieg von rund 215 Prozent erreichen, berichtete der ANITA-Verband.

“Die Zunahme des Verkehrsaufkommens durch die Verlagerung von Gütern von der Straße auf die Schiene, die auch durch die vom Land Tirol verhängten sektoralen LKW-Fahrverbote verstärkt wird, und der ständige Instandhaltungsbedarf der Eisenbahninfrastruktur bringen die Transportunternehmen, die sich in den letzten Jahren auf den intermodalen Güterverkehr konzentriert haben, in eine schwierige Lage, da immer mehr Verkehrsanteile von der Straße auf die Schiene verlagert werden”, protestierte Baumgartner.

ANITA ist der Verband des italienischen Unternehmerverbands Confindustria, der seit 1944 die in Italien und Europa tätigen Güterkraftverkehrs- und Logistikunternehmen vertritt. Sie ist eine der Mitgliedsorganisationen von Federtrasporto, in der die Verbände des Verkehrs- und Logistiksektors zusammengeschlossen sind.

Von: apa

Bezirk: Wipptal

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