Maßnahmen beobachten und Folgen dokumentieren

Brenner-Transit: “Problemlöser” offenbar im Blockabfertigungseinsatz

Donnerstag, 26. Mai 2022 | 11:30 Uhr

Brenner – Im Dauerstreit um die Tiroler Lkw-Blockabfertigungen wegen des überbordenden Transitverkehrs setzen das heimische Bundesland, Bayern und Südtirol nun offenbar auf “Problemlöser” aus der Wirtschaft. Vertreter der Handels- und Wirtschaftskammern aus München und Oberbayern, Tirol und Bozen sollen die umstrittene Maßnahme auf der viel befahrenen Brennerstrecke künftig begleiten und beobachten, wie das bayerische Wirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte.

Weil auf der Strecke an festgelegten Tagen nur eine bestimmte Menge von Lastwagen durch Tirol fahren darf, bilden sich oft kilometerlange Staus in Bayern. Die neuen Vertrauensleute sollen die Fahrverbote beobachten und die Folgen dokumentieren, so das bayerische Wirtschaftsministerium. Diese Unterlagen übergeben sie dann der Politik und den Behörden. Wegen Feiertage und Ferienzeit stehen bis 19. Juni zahlreiche Blockabfertigungen an. Auf der A93 und der A8 staut sich der Verkehr manchmal bis ins Münchner Umland.

Die drei Praktiker waren am Mittwoch zum ersten Mal an den Knotenpunkten Kufstein, Innsbruck und Brenner im Einsatz. Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sagte, man wolle mit den Vertrauensleuten “die festgefahrene Situation entschärfen”. Die deutsche Regierung müsse zudem den Güterverkehr mit der Bahn günstiger machen. Die Staus seien “eine Zumutung für alle Beteiligten”.

Um die Inntalautobahn zu entlasten, durften höchstens 300 Lastwagen pro Stunde von Bayern nach Österreich fahren. Auch für Freitag hat Tirol einen solchen “Dosiertag” vorgesehen. Die schwarz-grüne Tiroler Landesregierung hatte Ende März angekündigt, dass im zweiten Halbjahr 2022 an 17 Tagen der Lkw-Verkehr blockweise abgefertigt werde. Insgesamt sind an 38 Tagen im Jahr 2022 Lkw-Dosierungen vorgesehen. Mit der Maßnahme soll der Überlastung des Verkehrs entgegengewirkt werden. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) sprach im März von einer leider stetigen Zunahme des Schwerverkehrs auf der Straße aufgrund aktueller Zahlen und begründete einmal mehr die Notwendigkeit der Blockabfertigungen.

Von: dpa

Bezirk: Bozen, Wipptal

Kommentare

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3 Kommentare auf "Brenner-Transit: “Problemlöser” offenbar im Blockabfertigungseinsatz"


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DontbealooserbeaSchmuser
1 Monat 9 Tage

Wenn man die LKWs Tagelang im Stau auf der Straße hält, hat man sicher weniger Verkehr 🙈🤦🏼‍♀️

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

… Wahnsinn, LKW Schlangen täglich ohne Ende auf der Autobahn. Und die Transportunternehmen wollen noch ungehemmter fahren? Er steht ja jetzt schon täglich…..der Verkehr…. und auf der Bahn geht der Warenverkehr zurück, naja…. die Maut muss alpenweit angeglichen werden, damit würde man viel Umwegverkehr über den Brenner vermeiden.

DontbealooserbeaSchmuser
1 Monat 7 Tage

“noch ungehinderter”?
Seit einigen Jahren werden die LKWs behindert und dadurch entstehen kilometerlange Staus.
Es fährt aber kein einziger LKW weniger!

Dass es eine Schweinerei ist, dass einige kilometerlange Umwege fahren, um etwas Maut zu sparen, ist aber nicht von der Hand zu weisen, genau dort könnte die Politik ansetzen, will sie aber nicht 🤷🏼‍♀️💵💸💵

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