Scharfe Platter-Kritik an Bayern

Transit: Tiroler Landtag unterstützt Verschärfungen

Mittwoch, 03. Oktober 2018 | 15:15 Uhr

Innsbruck – Das von der schwarz-grünen Tiroler Landesregierung angekündigte Anti-Transit-Paket hat am Mittwoch die Unterstützung des gesamten Tiroler Landtags erfahren. Alle Parteien sprachen sich für die geplanten Maßnahmen wie Verschärfungen der Lkw-Fahrverbote und des sektoralen Lkw-Fahrverbots aus. Ein entsprechender Allparteien-Dringlichkeitsantrag sollte noch am Nachmittag angenommen werden.

“Das ist ein klares Signal der Stärke. Wir haben die Argumente auf unserer Seite”, zeigte sich Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) zufrieden über die Unterstützung der Opposition und sah sich gestärkt für die künftigen Diskussionen, vor allem auf europäischer Ebene. Platter zählte dann die Vorhaben auf, die bereits vergangene Woche durchgesickert waren.

Das Paket beinhaltet etwa das Verbot der Lkw der Schadstoffklasse 4 im kommenden Jahr und der Euro 5-Lkw im Straßengütertransit im Jahr 2021. Die bisher saubersten Lkw (Euro 6) will das Land ab August 2019 in das sektorale Lkw-Fahrverbot, und zwei Jahre später in das Nachtfahrverbot mitaufnehmen. Nach den Vorstellungen des Landes soll das sektorale Lkw-Fahrverbot zudem auf weitere Güter ausgedehnt werden. Hier bedarf es jedoch der Verhandlungen mit der Europäischen Union. Auch die Nachtfahrverbote sollen verschärft werden und auch für die Euroklasse 6 im Transitverkehr ab 2021 gelten.

Um Tankstopps für Billigdiesel an den elf Tankstellen entlang der Brennerstrecke zu verhindern, lässt man zudem Fahrverbote bei den Anschlussstellen auf der Inntal-und Brennerautobahn prüfen. Auch die Forcierung der Bahnkapazitäten sowie die Ausweitung der Wochenendfahrverbote finden sich in dem Paket.

Platter bezeichnete auch einmal mehr eine Korridormaut zwischen München und Verona als unerlässlich. Mit Südtirol und dem Trentino sei man dabei in der Europaregion Tirol auf einem guten Weg, so der Landeshauptmann. In die Karten spielen würde dabei auch die zuletzt bekannt gewordene Konzessionsverlängerung für die Brennerautobahn (A22) in Südtirol mit der Vergabe an eine In-house-Gesellschaft mit der Region Trentino-Südtirol an der Spitze. Bezogen auf Bayern schaue die Lage bei weitem nicht so gut aus – auch was die Zulaufstrecken für den Brennerbasistunnel betrifft. Die Bürgermeister in den vom Transit geplagten bayerischen Gemeinden habe man aber auf Tiroler Seite, so Platter.

Und der Landeschef nutzte die Debatte, um in diesem Zusammenhang auch die Grenzkontrollen an der Grenze bei Kufstein zu kritisieren. “Ich frage mich, für was wir diese Grenzkontrollen haben”, meinte Platter. Diese seien wohl nur deshalb noch aufrecht, “um die Muskeln spielen zu lassen”, spielte der Landeshauptmann offenbar auf die CSU und die bevorstehende Landtagswahl in Bayern an. Von den ÖBB verlangte Platter wiederum, die Trassenwahl für die Unterinntal-Bahntrasse bis Kufstein in Angriff zu nehmen.

Von: apa

Bezirk: Bozen

Kommentare

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4 Kommentare auf "Transit: Tiroler Landtag unterstützt Verschärfungen"


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Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
16 Tage 12 h

Aber freundlich ist der Platter schon, wenn in Deutschland ein Feiertag ist lässt er keine Lkw übern Brenner, dürfen alle wir hier behalten.
In jedem erdenklichen Loch parkt heute schon ein Lkw und morgen Früh kommen sie alle raus, wie die Ratten!
Wetten die Lkw Kolonne reicht morgen mindestens vom Brenner bis Bozen.
Sowas nenn ich mal gute Nachbarschaftspflege 😝😝

m. 323.
m. 323.
Superredner
16 Tage 13 h

obr net für di Ösis gilt des Verbot…soviel i woas

Staenkerer
16 Tage 7 h

man toalt sein problem auf de nochborn auf und nennt des nor problemlösung …. kimmt mir decht irgentwie bekonnt vor ….

Guri
Guri
Tratscher
15 Tage 23 h

Die Verkehrs Politik findet so Stadt , als ob es keine EU gibt , jeder kocht seine Suppe , zum Leidwesen der Bevölkerung, ..aber das Geld der Maut Einnahmen , macht den Regierungen und Landtagen alles zum Sonnenschein .

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