Die Strafzölle sorgen weltweit für Ärger

Trump macht Ausnahme für Australien bei Strafzöllen

Samstag, 10. März 2018 | 06:59 Uhr

US-Präsident Donald Trump will nach eigenen Angaben Australien von den geplanten US-Schutzzöllen auf Aluminium und Stahl ausnehmen. Er habe mit dem australischen Premierminister Malcolm Turnbull darüber gesprochen, schrieb Trump am Freitagabend (Ortszeit) im Kurznachrichtendienst Twitter.

Turnbull sei “sehr fairen und beiderseitigen Militär- und Handelsbeziehungen verpflichtet”, so der US-Präsident. “Wir arbeiten sehr rasch an einem Sicherheitsabkommen, damit wir unserem Verbündeten, der großen australischen Nation, keine Stahl- oder Aluminiumzölle aufbürden müssen!”

Trump hatte am Donnerstag im Weißen Haus zwei Proklamationen unterzeichnet, wonach binnen 15 Tagen Zölle in Höhe von 25 Prozent auf eingeführten Stahl und von zehn Prozent auf Aluminium in Kraft treten sollen.

Bisher sind nur die Nachbarländer Kanada und Mexiko von den Zöllen ausgenommen. Alle anderen Länder lud Washington am Donnerstag zu Einzelfallverhandlungen ein. Sollten sie nachweisen können, auf andere Art zur nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten beizutragen, könnten auch sie Nachlässe erhalten.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat indes Trump vor einem “Handelskrieg” gewarnt. Macron habe in einem Telefonat mit Trump seine “tiefe Besorgnis” darüber ausgedrückt, dass die in zwei Wochen in Kraft tretenden US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium “einen Handelskrieg auslösen könnten, in dem alle betroffenen Länder Verlierer” sein würden, teilte der Elysee-Palast am Freitagabend mit.

Solche “Maßnahmen gegen verbündete Länder, die sich an internationale Handelsregeln halten”, seien im Kampf gegen unfaire Praktiken nicht effektiv, sagte Macron demnach weiter. Die EU werde darauf “klar und verhältnismäßig” antworten.

Von: APA/dpa