ES kommen immer weniger ausländische Gäste

Türkei will weg vom Pauschal-Tourismus

Freitag, 12. August 2016 | 17:26 Uhr

Die Türkei will nach dem Einbruch der Urlauberzahlen neue Gruppen von Reisenden ansprechen. “Die Türkei hat nicht nur Strand und Sonne, sondern viel mehr”, sagte der türkische Tourismusminister Nabi Avci am Freitag in Frankfurt. Das Land dürfe nicht mehr nur für Pauschalreisen bekannt sein, sondern müsse Gästen weltweit neue Angebote unterbreiten.

Hier müsse die Türkei ihre Stärken in Kultur, Sport und Gastronomie besser präsentieren. “Wir hatten 2016 Probleme im Tourismus und überlegen nun, was wir 2017 besser machen können.” Nach den Anschlägen der vergangenen Monate und dem gescheiterten Putsch machen viele Urlauber einen Bogen um die Türkei, die im vergangenen Jahr drittbeliebtestes Reiseland der Deutschen war.

Avci reiste nach Deutschland, um in Frankfurt mit Managern der großen Reiseunternehmen zu sprechen. Darunter waren Vertreter der Reisemarktführer Thomas Cook – bekannt für den Türkei-Veranstalter Öger – und TUI. “Die Gespräche sind gut und fruchtbar verlaufen.” Konkrete Hilfen für die Unternehmen hatte er noch nicht im Gepäck. Bis Ende August zahlt die Türkei pro Flugzeug 6.000 Dollar Treibstoffzuschuss. Die Förderung habe gut funktioniert, sagte der Minister. “Wir arbeiten daran, was sich da machen lässt.”

Für die Türkei und die großen Tourismuskonzerne steht derzeit viel auf dem Spiel. Voriges Jahr zog es noch 5,6 Millionen Deutsche in das Land. Seit einem Anschlag auf Deutsche in Istanbul Anfang des Jahres brach die Zahl der Besucher aus Deutschland allerdings ein. Der Reisekonzern TUI rechnet für dieses Jahr mit einer Halbierung der Zahl der Badeurlauber.

Im Juni kamen nach Angaben des türkischen Tourismusministeriums 40 Prozent weniger Besucher aus dem Ausland. Das war der stärkste Rückgang seit mindestens 22 Jahren. Seitdem dürfte eine Reihe von Zwischenfällen noch mehr Urlauber abgeschreckt haben: Ende Juni starben 45 Menschen bei Angriffen auf den Istanbuler Flughafen. Mitte Juli kamen dann beim Putschversuch von Teilen des Militärs Hunderte Menschen ums Leben. Die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan geht mit Härte gegen Kritiker vor.

Von: APA/ag.

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