Twitter unter Druck geraten

Twitter steht vor Verkauf – Aktie klettert rauf

Freitag, 23. September 2016 | 17:28 Uhr

Der unter Druck geratene Kurznachrichtendienst Twitter steht einem US-Fernsehbericht vor dem Verkauf. Der Konzern bewege sich auf eine Übernahme zu, berichtete der Sender CNBC am Freitag und berief sich auf Insider-Informationen. Es gebe Interessenten, zu denen unter anderem der Cloud-Spezialist Salesforce und Google gehörten. Die Twitter-Aktie legte um 22 Prozent zu.

Twitter und die Google-Mutter Alphabet waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Salesforce wollte sich nicht dazu äußern.

Twitter wurde einst als neuer Internetstar gefeiert. Doch das Wachstum geriet schon bald ins Stocken. Der Konzern fiel immer weiter hinter die Platzhirsche Google und Facebook zurück. Werbekunden machten einen Bogen um das Unternehmen. Zudem kehrten ihm reihenweise Top-Manager den Rücken. Zuletzt nagte zusätzlich die wachsende Konkurrenz von Rivalen wie Snapchat und die Facebook-Tochter Instagram am Geschäft. Dies brockte Twitter im zweiten Quartal das geringste Umsatzplus seit dem Börsengang im November 2013 ein.

Twitter wird deswegen bereits seit längerem als Übernahmekandidat gehandelt. Konzernchef Jack Dorsey gelang es bislang nicht, das Ruder herumzureißen. Der Firmen-Mitgründer war vor gut einem Jahr an die Spitze des Unternehmens zurückgekehrt, um es wieder flottzumachen. Dabei setzte er vor allem auf Video-Angebote, bisher allerdings weitgehend erfolglos. Für Experten stellt sich weiter die Frage, ob Twitter doch noch eine Plattform für den Massenmarkt werden kann oder ein Produkt für eine kleinere Nutzergruppe bleibt. Unter den enttäuschten Anlegern kursieren daher schon länger Zweifel, ob Twitter als eigenständiges Unternehmen eine Zukunft habe.

Von: APA/ag.

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