Die Menschen in Europa sind im Median 44,1 Jahre alt.

Überalterung drosselt EU-Wirtschaftswachstum

Dienstag, 11. Oktober 2022 | 11:41 Uhr

Die Menschen in der EU werden immer älter. Mit einem Medianalter von 44,1 Jahren sei Europa heute die Region mit der ältesten Bevölkerung der Welt. Diese Entwicklung setzt sich laut dem Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) selbst unter Einberechnung von Migration und optimistischer Geburtenschätzungen fort. Spürbar wird das beim Wirtschaftswachstum, das unter der Überalterung leidet, zeigt eine aktuelle Studie des wiiw.

Dem wiiw zufolge gibt es zwei Theorien, die die wirtschaftlichen Auswirkungen einer alternden Gesellschaft abschätzen. Einerseits könnte die fortschreitende Alterung in Europa zu einer “Phase langsamen Wachstums”, andererseits aber auch zu mehr Investitionen in Automatisierung führen. Die Ökonomin Maryna Tverdostup und der Ökonom Robert Stehrer vom wiiw überprüften beide Thesen für die 27 EU-Länder.

Wesentliche Erkenntnis der Studie: Die Überalterung der EU-Bevölkerung könnte zu einem schwächeren Wirtschaftswachstum beitragen. Der Zusammenhang zwischen der Bevölkerungsalterung und dem jährlichen BIP-Wachstum sei nämlich “schwach negativ” ausgeprägt. Eine ähnlich negative Verbindung zwischen Alterung und wirtschaftlichem Wachstum sei bereits in Studien zu US-Bundesstaaten nachgewiesen worden.

Die Annahme, dass eine alternde Gesellschaft zu beschleunigter Automatisierung und zu mehr Investitionen in neue Technologien führt, konnte die Studie nicht bestätigen. “Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Grad der Robotisierung weitgehend vom Niveau der wirtschaftlichen Entwicklung und anderen Absorptionskapazitäten für neue Technologien abhängt”, so Stehrer. Ein signifikanter Zusammenhang zwischen Alterung und Robotisierung sei demnach nicht festgestellt worden.

Die Studie wurde im Rahmen des EU-Projekts “Untangled” durchgeführt, das die Auswirkungen von Globalisierung, technologischem Wandel und demografischen Veränderungen auf die Arbeitsmärkte in der EU untersucht. Dafür wurden nationale Daten, Eurostat-Daten, die EU-Arbeitskräfteerhebung und Zahlen des internationalen Verbands der Robotik-Institute (IFR) ausgewertet.

Von: apa

Kommentare

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6 Kommentare auf "Überalterung drosselt EU-Wirtschaftswachstum"


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N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 26 Tage

Informativer Bericht der alle meine Äusserungen zum Thema Arbeit und Zukunft stützt. Wer glaubt das wir Einwanderung für Arbeit nicht brauchen, wird sich irgendwann wundern was Dienstleistung, Produkte usw. kosten und vor allem, wie lange man drauf warten muss.
Das einzige was schnell gehen wird, Renten werden sinken , bei Millionen die bald ihre Pensionen antreten!
Babyboomer!

Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
1 Monat 26 Tage

@N.G. hast du den Artikel nicht gelesen oder nicht verstanden ? Bereits im etsten Absatz steht dass Migration an der Situation nicht viel ändert, die Erklärung ist auch ganz einfach, wenn nur junge Migranten herkommen würden und nach ein paar Jahren wieder heimkehren würden dann schon, aber die meisten bleiben wohl hier und werden genauso älter wie wir..

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 26 Tage

@Pyrrhon Deutschland, einhellige Meinung:” Es braucht Zuzug von Arbeitnehmern”! Natürlich geregelten. Und jetzt erklär du, wie du den Wegfall von jedem dritten Arbeitsplatz, demnächst, lösen willst. Nur mit Automatisierung funktioniert das nicht wobei es nicht nur Industrie gibt in der das möglich ist. In Deutschland, in Südtirol werden jetzt schon händeringend Fachkräfte gebraucht. Migranten kimmrn si ider si, wrnn man sie aber unausgebildet lässt, dann schafft man sich selbst eun Problem. Wenn man mit anderen Ländern konkurrieren muss, ein Anderes! Denn dazu sind wir gar nicht un der Lage!

Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
1 Monat 26 Tage

Da kommt eine natürliche Selektion, dann wird Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, oder besser hesagt angehalten, um diese zu verhindern, und jetzt wird gejammert 🤷‍♂️

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 26 Tage

Dann mach mal die Rechnung! Es kommt keine natürliche Selektion denn es bleiben gleich viel Memschen bzw. Konsumenten die im Grunde mehr kaufen als je zuvor. Wer soll das dann produzieren? Wir in Europa bestimmt nicht, da wir ja immer weniger werden.

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
1 Monat 26 Tage

Interessante These. Das bedeutet für mich, dass Diejenigen, die über Jahrzehnte für Wachstum gesorgt haben, jetzt eigentlich “entbehrlich” sind…..

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