Abstandsregeln machen es vielen Unternehmern schwer

Umfrage: Viele italienische Kleinbetriebe bleiben zu

Samstag, 16. Mai 2020 | 11:59 Uhr

60 Prozent der Betriebe in Kleinhandel, Gastronomie und Tourismus könnten am kommenden Montag in Italien nicht öffnen. Für viele Kleinunternehmer seien die Vorsichtsmaßnahmen zu streng. “Unter diesen antiwirtschaftlichen Bedingungen könnten viele Kleinunternehmen nicht starten”, geht aus einer am Samstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts SWG hervor.

27 Prozent der Kleinunternehmen hätten bereits beschlossen, nicht zu öffnen, während elf Prozent über den Neustart noch nachdenken. “Viele Unternehmer beklagen die strengen Vorsichtsmaßnahmen, sie befürchten die zusätzlichen Kosten und Konsequenzen im Fall von Erkrankung der Mitarbeiter”, ergab die Umfrage.

Vor den am Montag geplanten weiteren Lockerungen im Kleinhandel, Tourismus und Gastronomie verhandelten die Regierung Conte und die Regionen über die Sicherheitsprotokolle. Auf die Einwände der Präsidenten einiger Regionen, die Sicherheitsprotokolle seien zu streng, räumte die Regierung ein, dass eine gewisse Flexibilität bei deren Umsetzung zugelassen werde. Besonders kritisiert wird die Regel, dass Bars und Restaurants über eine Fläche von vier Quadratmetern pro Kunde verfügen müssen, was von den Regionen als übertrieben bewertet wird. Die Gefahr sei, dass 70 Prozent der Lokale schließen müssten.

Am Freitag kam es in Mailand zu einer Demonstration von Restaurantinhabern, die mit einer endgültigen Schließung drohen, da die Vorsichtsvorkehrungen zu strikt und zu kostspielig seien. Vor dem Palazzo Pirelli, dem Sitz der Region Lombardei, demonstrierten auch Straßenhändler, die wegen der Schließung vieler Märkte ihre Waren seit Monaten nicht mehr verkaufen können.

Die Regierung beschäftigt sich indes mit der heiklen Frage einer größeren Bewegungsfreiheit. Die Italiener sollen ab dem 3. Juni wieder im Rahmen ihrer nationalen Grenzen frei reisen dürfen, geht aus Plänen der Regierung hervor. Die Regionen Lombardei, Emilia Romagna und Venetien drängen jedoch auf eine Vorverlegung der Reisefreiheit bereits ab diesem Montag. Damit soll auch der erlahmte Tourismus wieder in Schwung gebracht werden.

Ab dem 3. Juni sollen EU-Bürger frei nach Italien einreisen können, ohne sich einer zweiwöchigen Anti-Covid-19-Quarantäne unterziehen zu müssen. Damit will Italien wieder den Neustart des Tourismus fördern. Die Maßnahme wird derzeit noch in Rom diskutiert.

Von: apa

Kommentare

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14 Kommentare auf "Umfrage: Viele italienische Kleinbetriebe bleiben zu"


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Blitz
Blitz
Universalgelehrter
16 Tage 17 h

Bin für sofortige Abschaffung aller Einschränkungen, Verordnungen,Verbote
und sonstigem Unfug .
Lasst die Leute arbeiten.
Arbeiten ist Leben,
Stillstand ist Tod .

Ewa
Ewa
Superredner
16 Tage 16 h

Blitz
die sind schon im Anmarsch.
Lest die die italienischen Medien mit den neuen Verordnungen.

falschauer
16 Tage 15 h

gesunde überleben, kranke und alte wären ohnehin bald einmal gestorben, das ist so wie bei cv19…..übringens ein altes sprichwort heißt: spar in der zeit, so hast du in der not, das hat in der heutigen konsumgesellschaft jedoch nur mehr in beschränktem maße gültigkeit hat

Neumi
Neumi
Kinig
16 Tage 17 h

Ich fand’s schade, dass unsere lokalen Geschäfte die Zwang-Schließung nicht nutzten, ihre Lokal etwas umzuräumen.
Es ist – von Lebensmittelketten abgesehen – schwer, die Abstandsregeln sind in den engen vollgestopften Gängen einiger Läden einzuhalten. Deshalb verzicht ich nach wie vor drauf, reinzugehen, wenn’s auch anders geht.
Es war doch vorherzusehen, dass nach der Zwangsschließung nicht so weitergemacht werden kann wie vorher.

Fahrenheit
Fahrenheit
Superredner
16 Tage 15 h

Finde ich auch schade! Die Zeit hätte beispielsweise auch dazu genutzt werden können, Onlineshops einzurichten.

der echte Aaron
der echte Aaron
Superredner
16 Tage 12 h

@Neumi
Wenn alles zu hat, wo bekommen sie das Material, Handwerker u.s.w. …..her??

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
16 Tage 11 h

@Fahrenheit….eine online-Bar, super gemütlich und so toll zum reden

Fahrenheit
Fahrenheit
Superredner
15 Tage 22 h

@Guenni
Neumi schreibt in seinem Kommentar von LOKALEN GESCHÄFTEN. Und auf diesen Kommentar habe ich geantwortet.
Von Bars war da keine Rede.

Neumi
Neumi
Kinig
15 Tage 19 h

@Aaron zum Umsortieren und Verschieben von Regalen im Ladenlokal brauch ich kein Material, wofür brauchst du so was?

Und ja, gestern war ich in so einem Laden drin, hab dort sogar reichlich Geld hinterlegt. Aber es gibt halt genug solcher überfüllter Läden, die mir schon vor Corona zu eng waren.

@Fahrenheit innerhalb eines Monats lässt sich ein Internetshop kaum einrichten, aber man kann zumindest mal ein Konzept dafür ausarbeiten oder den aktuellen etwas erweitern, da stimm ich zu.

Guri
Guri
Superredner
16 Tage 18 h

Italien schafft sich selber ab .nur noch traurig

wildjoker
wildjoker
Grünschnabel
16 Tage 12 h

Wäre ewig schade um die ganzen kleinen Trattorias und Bars in den engen Gassen. Die sind immer cool und essen kann man auch zu einem super Preis – Leistungsverhältnis

Staenkerer
16 Tage 9 h

jo, ao geat viel tradution, gemütlichkeit zugrund!
heb den wahnsinn auf! wenn vorsicht zur schikane werd isch sell schlimmer wie der virus! grod heit, voll trauer und entsetzn, gheart wohin des führt und i bin mir sicher das der “sicherheits”wahn und schikanen longfristig mehr todesopfer und depresive, psychisch kronke, fordern wie der wirus!

Andreas1234567
Andreas1234567
Superredner
15 Tage 8 h
Ja hoi @Staenkerer, sehe ich genauso, die Masken sollen an die “Dringlichkeit” erinnern, ein Symbol, wir könnten auch rote Bommelmützen tragen, Nutzwert geich. Jetzt müssen die Grenzbäume auf, dann kommen die Touristen und denen “kann man das nicht zumuten”. Sind schon Strippenzieher bei HGV und Co., die schauen zu damit Geld in die Kasse der Mitglieder kommt, dafür beziehen sie ihr Gehalt. Mit den Gästen kommen die Lockerungen, Maskenpflicht dann demnächst nur noch bei Einkauf/öffentlichem Verkehr, das verschwindet aus dem Strassenbild. Ich spekulier noch auf Pfingsten in Südtirol, hoffe natürlich bis dahin die Masken verschwinden aus dem Strassenbild. Sonst eben… Weiterlesen »
Anderrrr
Anderrrr
Superredner
16 Tage 11 h

Wem wunderts iatz kenne se net aumochn und viel wern sich den ewign stillstand net leisten können und für immer schliessen! Miete usw …

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