Offshore-Gasprojekt in Australien im Visier der Klimaschützer

Umstrittener Plan für Gasfeld vor Australiens Küste

Dienstag, 23. November 2021 | 10:42 Uhr

Die Pläne des australischen Unternehmens Woodside Petroleum für die Erschließung eines riesigen Offshore-Gasfeldes vor der australischen Nordwestküste sorgen bei Klimaschützern für Entsetzen. Das Projekt entspreche dem Bau von 15 neuen mittelgroßen Kohlekraftwerken und verhöhne die internationalen Anstrengungen zum Abbau von Treibhausgasemissionen, sagten Umweltschützer am Dienstag.

Woodside Petroleum hatte zuvor sein Investitionsvorhaben von umgerechnet 10,7 Mrd. Euro für das Scarborough-Gasfeld fertiggestellt.

“Das Projekt ist sehr groß, es wird während seiner Lebensdauer etwa 1,6 Milliarden Tonnen Emissionen verursachen, das sind etwa 56 Millionen Tonnen pro Jahr”, sagte Mark Ogge von der Denkfabrik Australia Institute der Nachrichtenagentur AFP. “Es ist einfach eine unglaublich unverantwortliche Sache, so etwas voranzutreiben, während die Welt ihr Bestes tut, um den Klimawandel zu bekämpfen.”

Woodside Petroleum will bis 2026 mit dem Export des neu erschlossenen Gases beginnen. Das Unternehmen schloss diese Woche außerdem ein umgerechnet knapp 26 Mrd. Euro schweres Geschäft zur Übernahme von Brennstoffanlagen von BHP ab. Mit Unterstützung der australischen Regierung sei Woodside Petroleum auf dem Weg, ein “globales, unabhängiges Top-10-Energieunternehmen” zu werden, wie es hieß.

BHP ist einer der größten Bergbaukonzerne der Welt und veräußert derzeit seine Anteile in der Verwertung fossiler Brennstoffe, um seine Umweltbilanz zu verbessern. Kritiker werfen dem Unternehmen “Greenwashing” vor, da Woodside die fossilen Brennstoffprojekte von BHP weiterführen will und zudem neue Erschließungen plant.

Australien ist einer der weltweit größten Exporteure von Kohle und Gas und war bei der Weltklimakonferenz in Glasgow für sein lückenhaftes Engagement für den Klimaschutz scharf kritisiert worden. Die konservative Regierung in Canberra will nach eigenen Angaben noch “Jahrzehnte lang” fossile Brennstoffe fördern und exportieren.

Ressourcenminister Keith Pitt begrüßte auch das Scarborough-Projekt als “großen Erfolg”. Dies zeige, dass “die Nachfrage nach unserem Gas und unseren Ressourcen weiter wächst”. “Dies ist ein großer Vertrauensbeweis für den Sektor und zeigt, dass es trotz der Behauptungen und Proteste von Aktivisten weiterhin eine glänzende Zukunft für unsere Gas- und Ölindustrie gibt.”

Von: APA/AFP

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