WIFO-Wirtschaftsbarometer Frühjahr 2022 Gastgewerbe

Ungewissheit über eine schnelle Überwindung der Krise

Donnerstag, 21. April 2022 | 10:35 Uhr

Bozen – Die Frühjahrsausgabe des Wirtschaftsbarometers vom WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen zeigt ein weiterhin verhaltenes Geschäftsklima im Südtiroler Gastgewerbe. Drei von zehn Unternehmen bewerten das Betriebsergebnis 2021 als nicht zufriedenstellend. Große Unsicherheit herrscht auch bei den Erwartungen für das Jahr 2022, die von den steigenden Betriebskosten und dem anhaltenden Risiko neuer Pandemiewellen geprägt sind.

Im Jahr 2021 haben sich die Touristenströme nach Südtirol teilweise erholt, mit einem Zuwachs an Nächtigungen von 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Aufschwung ist fast ausschließlich auf deutsche Tourist/innen zurückzuführen, während die Übernachtungen von Italiener/innen in etwa auf dem Niveau von 2020 blieben und die Gäste aus dem sonstigen Ausland sogar abgenommen haben. Insgesamt fehlen Südtirol jedoch rund zehn Millionen Übernachtungen im Vergleich zum Jahr 2019.

In den ersten vier Monaten der Wintersaison, zwischen November 2021 und Februar 2022, war die Zahl der Nächtigungen um 18 Prozent niedriger als im gleichen Zeitraum der Wintersaison 2019/2020. Auch die Beschäftigung im Gastgewerbe hat das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht: im Durchschnitt gab es rund 27.200 unselbständig beschäftigte Mitarbeiter/innen und damit 1,6 Prozent weniger als in der Wintersaison 2019/2020.

Die Einschätzungen der Südtiroler Tourismusbetriebe zur Ertragslage im vergangenen Jahr bleiben daher bescheiden und rund ein Drittel der befragten Unternehmen beurteilt das Geschäftsjahr 2021 als schlecht. Die Erholung der Umsätze ab dem letzten Sommer reichte nicht aus, um die massiven Verluste der ersten Jahreshälfte auszugleichen. Für das gesamte Jahr 2021 melden mehr als 40 Prozent der Unternehmer/innen sogar einen Rückgang des Geschäftsvolumens im Vergleich zu 2020.

Betrachtet man die einzelnen Branchen des Gastgewerbes, so kommen die besten Bewertungen zur Ertragslage im Jahr 2021 aus der Gastronomie, wo mehr als drei Viertel der Unternehmen eine (zumindest) zufriedenstellende Rentabilität erzielen konnten. Die Stimmung bei den Beherbergungsbetrieben und bei den Bars und Cafés ist hingegen differenzierter und unterscheidet sich stark zwischen den einzelnen Betrieben.

Zum Zeitpunkt der Erhebung, im Februar 2022, waren die Erwartungen der Unternehmen für das laufende Jahr von großer Ungewissheit geprägt: Fast ein Fünftel der Befragten wagte keine Prognose zur Ertragslage. Unter denjenigen, die eine Schätzung abgaben, herrschte eher Optimismus vor: 83 Prozent der Unternehmen rechneten heuer mit einem zufriedenstellenden Betriebsergebnis, was zum Teil auf die Verbesserung der Pandemie-Lage zurückzuführen ist. Besorgnis gab es aber aufgrund der stark steigenden Betriebskosten, insbesondere bei den Bars und den Restaurants. Nach Abschluss der Erhebung hat der Krieg in der Ukraine zu weiteren erheblichen Teuerungen bei Energie und Lebensmitteln geführt, was die Kostenlage weiter verschärfte.

Der Präsident der Handelskammer Bozen, Michl Ebner, betont die Bedeutung des Flughafens für die Entwicklung des Südtiroler Gastgewerbes: „Der Flughafen erweist sich als strategische Investition, um Südtirol für Gäste von außerhalb besser erreichbar zu machen. Die Verbindungen ab Hamburg, Düsseldorf und Berlin werden besonders gut angenommen.“

Nachfolgend die Stellungnahme des Vertreters des Wirtschaftsverbandes:

Manfred Pinzger, Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV)

„Die Covid-19-Pandemie, die hohen Energie- und Rohstoffkosten sowie der Krieg in der Ukraine führen bei Gästen zu Unsicherheiten und dämpfen die Reiselust. Wir sollen aber trotzdem mit Zuversicht in die Frühlingssaison blicken.“

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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9 Kommentare auf "Ungewissheit über eine schnelle Überwindung der Krise"


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Tina1
Tina1
Superredner
1 Monat 5 Tage

Jammerer! Wann bekommen die den Hals voll? Noch nicht genug Overtourism?😡

Roby74
Roby74
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

@Tina1
Setta Plärrer,nie genua obwohl monche Ortschoftn im Verkehr und Overtourism drstickn!🙄🤦🏼‍♂️Lai guat dass niemet nix mitnemmen konn wenns Richtung Friedhof geaht!🤣😅😂Des bleib nor ols do!

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 5 Tage

Jammerst nur fleißig weiter. Hier wird gejammert, auch wenn ein dickes Plus gemacht wird.

Trina1
Trina1
Kinig
1 Monat 5 Tage

Na heart auf mit dem Gejammere, Meran so voll Touristen, dass man net durch die Strassen kimp.

Roby74
Roby74
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

@Trina1
Die schlimmste Zeit kimmp leider erscht,wortmor a mol in Summer ou!!!🙄😤Semm konn man gor nimmer londen…fa lauter das ols afn Weg isch:Staus und a Verkehr das die Hälfte genua war….🤦🏼‍♂️

Trina1
Trina1
Kinig
1 Monat 5 Tage

@Roby74 na habediere man konn jo iatz schun mimmer londn ober der Massentourismus net mehr ruiniert 😉

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 5 Tage

welche Krise??

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 5 Tage

…eben…unsere Touristiker sind Berufsjammerer…haben erst auf Teufel komm raus Bettenburgen und Wellnesstempel aus dem Boden gestampft…

OrB
OrB
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Jammern auf hohem Niveau!
Niemals genug. Südtirol Land des Übertourismuses.

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