Europas Wirtschaft erholt sich auch dank Tourismus

UNO sieht globalen Tourismus weiterwachsen

Mittwoch, 11. Januar 2017 | 16:18 Uhr

Die Weltorganisation für Tourismus (UNWTO) sagt dem globalen Tourismus für 2017 ein Wachstum von sieben Prozent voraus. Davon profitieren soll vor allem Asien, aber auch in Europa soll der Wirtschaftszweig weiter zulegen können. Der Tourismussektor ist UNWTO-Generalsekretär Taleb Rifai zufolge sogar einer der Wirtschaftsbereiche, der weiter Träger der wirtschaftlichen Erholung in Europa sein wird.

Die jüngsten Terroranschläge in Europa würden daran nichts ändern, sagte Rifai. Deren Einfluss auf den Tourismus insgesamt sei nur begrenzt. Die Tourismusbranche sei zwar abhängig von vielen Faktoren. So bremsten allfällige deutliche Verschlechterungen der allgemeinen Sicherheitslage, aber auch eine Pandemie oder eine große Umweltkatastrophe die Reisebranche.

Gleichzeitig weise dieser Wirtschaftssektor aber eine beträchtliche Widerstandskraft auf, sagte Rifai. “Er erholt sich schnell.” Das gelte selbst für Länder wie Tunesien, Ägypten und der Türkei, die seit längerem unter einem starken Einbruch des Tourismus leiden.

Seit der Finanzkrise 2009 ist der Sektor laut UNWTO jährlich um rund 4 Prozent gewachsen. Dieses hohe Wachstumstempo soll sich fortsetzen. Bis 2030 soll die Zahl der Reisenden von heute 1,2 Milliarden auf 1,8 Milliarden ansteigen, wovon, wie Rifai erklärt, alle Regionen profitieren werden.

Für die nächsten drei Jahre hat sich die UNO-Organisation zum Ziel gesetzt, dass der Tourismus sicherer, noch leichter zugänglich und vor allem nachhaltiger wird. Konkret soll die Reiseindustrie den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen reduzieren, der heute 5 Prozent der weltweiten Emissionen ausmacht.

Gleichzeitig will sich die UNWTO dafür einsetzen, dass die Einnahmen aus dem Tourismus vermehrt in den Reiseländern bleiben und dass gegen Zwangsarbeit sowie Ausbeutung von Kindern verstärkt vorgegangen wird.

Von: APA/sda