Der Arbeitskräftemangel trifft besonders Gastronomie und Tourismus

Unternehmen beklagen immer größeren Fachkräftemangel

Samstag, 28. Mai 2022 | 13:40 Uhr

Eine Umfrage unter Betrieben zeigt laut Wirtschaftskammer, dass der Fachkräftemangel so präsent ist, wie nie zuvor. Dieser werde zum Arbeitskräftemangel, die Betroffenheit gehe quer durch alle Branchen – am stärksten wirke er sich in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft aus. Das Problem werde sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Die WKÖ will als Hebel dagegen die Reform der Arbeitslosenversicherung und Rot-Weiß-Rot-Karte sehen.

Das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) hat im Auftrag der WKÖ für das Arbeitskräfteradar knapp 4.000 Unternehmen im März und April befragt. Fast drei Viertel der befragten Betriebe sind sehr stark (43,8 Prozent) oder eher stark (29,1 Prozent) von einem Mangel an Fachkräften betroffen. Gar nicht betroffen sind 16,1 Prozent. Im Tourismus und in der Freizeitwirtschaft, zu der Hotellerie und Gastronomie gehören, sind mehr als 80 Prozent der Befragten sehr oder eher stark vom Fachkräftemangel betroffen, nur 7,8 Prozent gar nicht, zeigt die Umfrage. Damit ist diese Branche am stärksten vom Mangel erfasst. Dahinter folgen Transport und Verkehr sowie Gewerbe und Handwerk.

Der Fachkräftemangel wirkt sich bei 61 Prozent sehr stark als “Zusatzbelastung für die Firmenchefs (und deren Familienangehörige)” aus. Dazu kommen 26 Prozent, bei denen dies “eher” zutrifft. Auch die Arbeitsintensität für die vorhandenen Mitarbeiter steigt bei fast 85 Prozent.

Schlusslicht bei den angegebenen Auswirkungen: Nur 16,5 Prozent setzen stark auf die verstärkte Ausbildung eigener Lehrlinge und 24,6 Prozent eher mehr auf die eigene Lehrlingsausbildung.

Offene Stellen haben 71 Prozent der Firmen. Bei der gleichen Umfrage vor zwei Jahren waren es lediglich 58,6 Prozent. Laut WKÖ-Hochrechnung können derzeit 272.000 Stellen nicht besetzt werden, 2020 seien es 100.000 gewesen.

“Wir haben jetzt die Chance wichtige und notwendige Impulse für eine positive Entwicklung des Arbeitsmarktes zu setzen”, sagt Wirtschaftskammer-Generalsekretär und ÖVP-Politiker Karlheinz Kopf. “Dabei spielen die Reform der Arbeitslosenversicherung sowie die Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte eine zentrale Rolle.”

Von: apa

Kommentare

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7 Kommentare auf "Unternehmen beklagen immer größeren Fachkräftemangel"


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Clown
Clown
Grünschnabel
30 Tage 4 h

5 Tagewoche bei 6 Std.am Tag und man findet vielleicht jemanden der arbeiten will

Doolin
Doolin
Kinig
30 Tage 58 Min

…Hoteliere müssen nur die Angestellten auch leben lassen, net nur ausbeuten…

andr
andr
Universalgelehrter
29 Tage 8 h

60iger Jahrgänge bringen bei uns bis zu 90 Leute in meiner Gemeinde, jetzt sind ees nur mehr 5 bis 10 also fehlen bis zu 8o Personen das ist eben so und diese Arbeiterklasse geht jetzt in den verdienten Ruhestand

Clown
Clown
Grünschnabel
29 Tage 8 h

Mich interessieren die Hotels nicht aber wenn man als kleiner Gastbetrieb niemanden findet ist das sehr traurig weil viele einfach zu faul sind am Wochenende zu Arbeiten

ebbi
ebbi
Universalgelehrter
29 Tage 4 h

@Clown was hat das mit Faulheit zu tun? vielleicht arbeiten diese Menschen einfach unter der Woche hart. Oder es steht am Wochenende niemand zur Verfügung, der die Kinder betreut? ich habe selbst viele Jahre am Wochenende gearbeitet und weiß, dass es nicht sehr angenehm ist, wenn man im Jahr nur 5 Sonntage mit der Familie zusammen verbringen kann. Wieso sich nicht etwas ausdenken, z.B. jeden 2. Sonntag frei? oder am Sonntag verkürzte Arbeitszeit? Es gibt für den Sonntag Aushilfen, z.B. Studenten…..

Clown
Clown
Grünschnabel
28 Tage 10 h

Aber wehe man hat am Wochenende geschlossen da wird rumgemeckert das man nix bekommt

ebbi
ebbi
Universalgelehrter
29 Tage 11 h

Die beste Entscheidung meines Lebens war dem Gastgewerbe den Rücken zu kehren und eine Umschulung zu machen. Wenn der Tourismus wirklich wollen würde, könnte er ein Top-Arbeitgeber mit familienfreundlichen, flexiblen Arbeitszeiten sein. Stattdessen sollen die Angestellten rackern bis zum Umfallen und dass so billig wie möglich, damit der Hotelier den maximalen Profit herausschlagen kann. Die Probleme sind Hausgemacht.

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