Beratungen über Perspektiven der EU

Unternehmen für ein stärkeres Europa

Mittwoch, 23. September 2015 | 16:37 Uhr

Bozen – Europa bietet Chancen für Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand. Es ist Aufgabe der Regierungen, Bürger und Unternehmen, zusammenzuarbeiten, um diese Chancen bestmöglich zugunsten der nachfolgenden Generationen zu nutzen. Darüber waren sich die Vertreter der Wirtschaftsverbände aus Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien bei einer von der Vereinigung der bayrischen Wirtschaft (vbw) organisierten Tagung einig.

Mehr als 200 Gäste nahmen kürzlich an der Tagung in München zum Thema „Die Lage der EU – wirtschaftliche und politische Entwicklungsperspektiven“ teil. Hochaktuelle Themen wurden dabei besprochen: von der Griechenland-Krise über die Flüchtlingsfrage bis hin zur zentralen Bedeutung des verarbeitenden Gewerbes sowie die Sanktionen in Russland. An der abschließenden Diskussion mit Vertretern der Wirtschaftsverbände aus den vier europäischen Ländern nahm auch der Direktor des Unternehmerverbandes Südtirol, Josef Negri, teil.

„Dank dem vereinigten Europa erlebten wir in den letzten 70 Jahren die längste Friedenszeit in der jüngsten Geschichte. Mit einem Anteil von 25 Prozent am weltweiten BIP liegt Europa an der ersten Stelle bei der Schaffung von Reichtum. An erster Stelle liegt Europa auch bei der Verteilung dieses Vermögens, wie der Anteil von 50 Prozent an den weltweiten Sozialausgaben belegt. Diesen Weg gilt es weiterzugehen: wir brauchen ein starkes Europa, das sich seiner Verantwortung annimmt und gemeinsame Entscheidungen trifft“, so Negri.

Im Zuge der Diskussion kam auch die Lage in Italien und Spanien zur Sprache. „Spanien hat gezeigt, dass Reformen am Arbeitsmarkt zugunsten einer höheren Flexibilität und einer geringeren Steuerbelastung zu konkreten Ergebnissen führen. Italien versucht nun auch, diesen Weg zu gehen. Die ersten Ergebnisse sind ermutigend, aber die Reformen müssen weitergehen. Eine effizientere öffentliche Verwaltung, eine weitere Steuerreduzierung sowie ein Energiemarkt, der gleiche Bedingungen wie in anderen europäischen Ländern bietet, sind dringend notwendig“, ist Negri überzeugt.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen