Flugverbot für das Samsung Galaxy Note 7

US-Behörden verbieten Smartphone Galaxy Note 7 auf Flügen

Samstag, 15. Oktober 2016 | 19:13 Uhr

Samsungs Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 ist von den US-Behörden komplett aus Flugzeugen in den Vereinigten Staaten verbannt worden. Das Verkehrsministerium untersagte, Geräte dieses Typs sowohl bei Inlandsflügen als auch bei Reisen in die und aus den USA in die Maschinen mitzunehmen. Und auch die Alitalia sowie die Air Berlin verbieten das Note 7 auf allen Flügen.

Ab sofort dürfe das Telefon auch nicht mehr in die Kabine mitgenommen werden, teilte die Alitalia am Samstag mit. Bisher durften Fluggäste das Samsung noch als Gepäckstück einchecken, das ist nun vorbei. Ein Sprecher der Lufthansa teilte mit, das Unternehmen fordere seine Passagiere auf, die Geräte nicht auf US-Flüge mitzunehmen.

Die Gepäckkontrollen an deutschen Flughäfen werden aber nicht verschärft. “Das wird nicht von der Bundespolizei kontrolliert”, sagte ein Sprecher der Bundespolizei, die für die Kontrollen zuständig ist. Verwiesen wurde von einem weiteren Sprecher auch auf die geringe Anzahl der Geräte.

Das deutsche Bundesverkehrsministerium verwies am Samstag auf die Empfehlungen der EASA zum Umgang mit den Galaxy Note 7. Demnach sollten die Geräte während des Fluges ausgeschaltet sein, nicht geladen werden und sich nicht im aufgegebenen Gepäck befinden. Die Smartphones des Modells dürfen auch nicht als Luftfracht verschickt werden.

Das Modell Note 7 hatte zuletzt immer wieder angefangen zu brennen. Aus Sicht der US-Behörde stellen die Samsung-Geräte deshalb ein Sicherheitsrisiko dar. Das Telefon werde als “verbotenes gefährliches Material” betrachtet, erklärte das Ministerium.

Bei Missachtung des Verbots wird es unangenehm. Sollten Passagiere versuchen, mit einem Galaxy Note 7 zu fliegen, kann das Gerät beschlagnahmt und der Besitzer bestraft werden. Wer es im aufgegebenen Gepäck transportiert, kann auch strafrechtlich verfolgt werden. Sieht ein Airline-Mitarbeiter jemanden mit einem Note 7 vor dem Boarding, muss diesem Passagier der Zugang zum Flugzeug verweigert werden, bis er das Telefon abgibt.

Samsung hatte das Smartphone am Dienstag wegen Feuergefahr endgültig vom Markt genommen. Bereits im September war nach ersten Batterie-Bränden eine weltweite Umtauschaktion eingeleitet worden. Zuletzt gerieten jedoch auch mehrere vermeintlich sichere Ersatzgeräte in Brand. Eins davon entzündete sich vergangene Woche in einem Flugzeug in den USA, als der Besitzer es kurz vor dem Start ausschaltete. Die noch am Gate stehende Maschine wurde geräumt.

Bereits seit über einem Monat durfte man in Flugzeugen keine Note-7-Smartphones benutzen, aufladen oder im Gepäck aufgeben. Es war aber erlaubt, sie in ausgeschaltetem Zustand in der Kabine zu haben.

Die Behörden seien sich darüber im Klaren, dass das Komplettverbot einigen Passagieren Unannehmlichkeiten bereiten werde, erklärte US-Verkehrsminister Anthony Foxx. “Aber die Sicherheit aller an Bord eines Flugzeugs muss Priorität haben.” Ein Feuer in der Luft bringe viele Leben in Gefahr.

Auch die Austrian Airlines reagierten unterdessen und verboten die Mitnahme des Geräts auf allen Flügen in und aus den Vereinigten Staaten. Dies betrifft sowohl Hand- als auch aufgegebenes Gepäck. Wie AUA-Sprecher Peter Thier am Samstag gegenüber der APA erläuterte, tritt die Maßnahme um 18.00 Uhr in Kraft. Bereits seit einigen Tagen war die Nutzung des Samsungs Note 7 an Bord von AUA-Maschinen untersagt. Allerdings war die Mitnahme erlaubt. Dies gelte bis auf weiteres – mit Ausnahme von US-Destinationen.

Von: APA/ag.

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