US-Präsident Joe Biden darf sich über gute Arbeitsmarktzahlen freuen

US-Jobmotor läuft rund: Fast eine Million neue Jobs

Donnerstag, 03. Juni 2021 | 16:55 Uhr

Der US-Arbeitsmarkt sendet deutliche Signale der Erholung von der Corona-Pandemie. Die Unternehmen stellten im Mai so viel Personal ein wie seit fast einem Jahr nicht mehr – insgesamt schufen sie 978.000 Jobs, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Personaldienstleisters ADP hervorgeht. Das ist der kräftigste Anstieg seit Juni 2020, als die Erholung von der ersten Corona-Welle begann und deutlich mehr als der von Ökonomen erwartet Anstieg von 650.000.

“Unternehmen aller Größenordnungen verzeichneten ein höheres Stellenwachstum, was die Verbesserung der Pandemielage und der Wirtschaft widerspiegelt”, sagte ADP-Chefvolkswirtin Nela Richardson. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel zudem auf den niedrigsten Stand seit Ausbruch der Corona-Pandemie vor über einem Jahr: In der vergangenen Woche beantragten 385.000 Amerikaner die Stütze, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Experten sehen allerdings erst bei Werten zwischen 200.000 und 250.000 eine Normalisierung am Arbeitsmarkt.

Ein weiterer Rückgang zeichnet sich allerdings ab, da die republikanischen Gouverneure in mindestens 24 Bundesstaaten – darunter Florida und Texas – ab nächsten Samstag die von der Bundesregierung finanzierten Arbeitslosenprogramme auslaufen lassen wollen. Zu den Leistungen, die nun vorzeitig beendet werden, gehört ein wöchentlicher Zuschuss von 300 Dollar. Unternehmen sagen, dass er Arbeitslose von der Jobsuche abhält.

Für den am Freitag anstehenden offiziellen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung ist das ein gutes Signal. Experten erwarten hier im Mai einen Anstieg der Stellenzahl außerhalb der Landwirtschaft um 650.000. Zuletzt hatte sich die Lage am US-Arbeitsmarkt trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs nicht im erhofften Tempo verbessert. Im April entstanden nur 266.000 Jobs – weit weniger als erwartet. Die Arbeitslosenquote stieg sogar leicht auf 6,1 Prozent. Die US-Notenbank will ihre lockere Geldpolitik solange fortsetzen, bis spürbare weitere Fortschritte auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität erreicht sind.

Von: APA/Reuters