Corona hat das Geschäft mit Zoom-Videokonferenzen stark angetrieben

US-Milliardendeal: Zoom kauft Five9

Montag, 19. Juli 2021 | 10:04 Uhr

Der in der Coronakrise rasant gewachsene US-Videotelefoniedienst Zoom weitet sein Portfolio mit der milliardenschweren Akquisition des Call-Center-Anbieters Five9 aus. Zoom übernimmt das Unternehmen per Aktientausch im Wert von rund 14,7 Mrd. Dollar (12,5 Mrd. Euro), wie der US-Konzern aus San Jose in der Nacht auf Montag mitteilte. Es ist die größte Übernahme des 2011 gegründeten Unternehmens, das inzwischen mehr als 100 Mrd. Dollar wert ist.

Zoom will damit vor allem mehr Firmenkunden gewinnen. Erst im Juni hatte Zoom in Deutschland zugeschlagen und die kleine, auf Echtzeitlösungen für maschinelle Übersetzungen spezialisierte Firma Kites aus Karlsruhe gekauft.

Der Markt für Videoanrufe und Videokonferenzen ist in der Coronapandemie mit ihren Reisebeschränkungen und Hygieneauflagen, dem Trend zum Homeoffice und geschlossenen Schulen stark gewachsen. Allerdings ist Zoom nicht konkurrenzlos. Auch Microsoft Teams, Webex von Cisco oder die Techriesen Google und Facebook haben Angebote in dem Bereich. Analysten zufolge gelten Cisco wie auch Zoom als Marktführer.

Zoom bemüht sich mittlerweile verstärkt um Firmenkunden und konzentriert sich auf den Cloud-Dienst Zoom Phone und das Konferenz-Produkt Zoom Rooms. Den Zukauf bezeichnete Zoom als Möglichkeit für langfristiges Wachstum im Call-Center-Markt. Zu den Kunden des cloudbasierten kalifornischen Anbieters Five9 gehören unter anderen die Sportmodehersteller Under Armour und Lululemon wie auch die Kamerafirma Olympus aus Japan.

Das Geschäft werde als operative Einheit von Zoom unter dem bisherigen Chef von Five9, Rowan Trollope, weitergeführt, hieß es. Der Deal werde voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2022 abgeschlossen sein.

Von: APA/Reuters