Ölmultis stöhnen

US-Ölriesen Exxon und Chevron mit Milliardenverlusten

Freitag, 31. Juli 2020 | 16:13 Uhr

Die beiden größten US-Ölmultis ExxonMobil und Chevron sind im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen geraten. Der globale Konjunktureinbruch wegen der Corona-Pandemie ließ die Nachfrage und die Preise am ohnehin schon schwächelnden Ölmarkt weiter sinken, das brachte die Branchenriesen stark unter Druck. Auch die internationale Konkurrenz hat große Schwierigkeiten.

Der US-Marktführer Exxon rutschte in den drei Monaten bis Ende Juni unterm Strich mit 1,1 Mrd. Dollar (0,9 Mrd. Euro) in die Miesen, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Vor einem Jahr hatte Exxon noch 3,1 Mrd. Dollar verdient. Die Erlöse sanken um gut 50 Prozent auf 32,6 Mrd. Dollar. Die Ölproduktion ging um sieben Prozent auf 3,6 Mio. Barrel (je 159 Liter) pro Tag zurück.

Exxon hatte bereits im ersten Quartal einen hohen Verlust erlitten, es war das erste Mal seit der Fusion mit dem US-Rivalen Mobil Oil im Jahr 1999, dass der Konzern ein Vierteljahr mit einem Minus abschloss. Nun kam mit den ersten zwei Quartalen mit roten Zahlen in Folge eine weitere unerfreuliche historische Premiere hinzu.

“Die globale Pandemie und das Überangebot (an Öl) haben unsere Ergebnisse im zweiten Quartal stark belastet”, erklärte Exxon-Chef Darren Woods. Das Unternehmen stemme sich mit Sparmaßnahmen gegen die Krise und mache dabei gute Fortschritte. “Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere Kostensenkungsziele 2020 erreichen oder übertreffen”.

Im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern verzichtete Exxon diesmal zumindest auf hohe Abschreibungen, so hielt sich der Quartalsverlust noch halbwegs im Rahmen. Der zweitgrößte US-Ölmulti Chevron verlor im Vierteljahr bis Ende Juni 8,3 Mrd. Dollar (7,0 Mrd. Euro) und lieferte damit das schwächste Ergebnis seit Jahrzehnten. Im Vorjahreszeitraum hatte Chevron noch 4,3 Mrd. Dollar verdient.

Die Folgen der Pandemie hätten die Nachfrage und die Preise an den Rohstoffmärkten stark gedrückt, sagte Chevron-Chef Michael Wirth. Der Umsatz brach um 65 Prozent auf 13,5 Mrd. Dollar ein. Zudem fielen nach einer Kündigungswelle hohe Kosten für Abfindungen und milliardenschwere Abschreibungen auf Öl- und Gasanlagen an. Das Geschäft im Krisenland Venezuela wurde komplett abgeschrieben.

Die Leiden der US-Schwergewichte sind im internationalen Vergleich keine Ausnahme. Der französische Ölkonzern Total hatte am Donnerstag einen Verlust von 8,4 Mrd. Dollar (7,1 Mrd. Euro) für das zweite Quartal gemeldet. Bei Shell belief sich der Fehlbetrag wegen hoher Abschreibungen sogar auf 18,1 Mrd. Dollar (15,4 Mrd. Euro). BP will seine Quartalszahlen erst im August veröffentlichen.

Von: APA/ag.

Kommentare

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7 Kommentare auf "US-Ölriesen Exxon und Chevron mit Milliardenverlusten"


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traktor
traktor
Universalgelehrter
14 Tage 15 h

wo bleibt der verfall der preise sodass wir wieder billiger einkafen können??
alles augenauswischerei

Summer
Summer
Grünschnabel
14 Tage 13 h
Nun, wenn die Landesregierung mit den Covid-19 Betriebshilfen weiterhin so geizt, dann hat sie selbst die Pleitewellen zu verantworten, denn der Staat ist diesmal mit Sicherheit nicht Schuld, denn er stellt die 750 Mio. zur Verfügung und die LR hat am Ende mickrige 150 Mio. Eigenmittel beigesteuert. Das ist absolut unerhört und zeigt, wer in Südtirol für die kommende Pleitewelle die Verantwortung trägt, denn mit nicht mal 5% Neuverschuldung eines Landes, das bisher schuldenfrei war, ist alles gesagt, wenn die Volkswirtschaften mit 10% und mehr schrumpfen. Da würde Hausverstand genügen und Expertenwissen überflüssig sein. Aber die Opposition beschäftigt sich lieber… Weiterlesen »
Zugspitze947
Zugspitze947
Universalgelehrter
11 Tage 14 h

Summer=du irrst gewaltig,Südtirol ist nicht Schuldenfrei sondern vielleicht die Landesregierung,aber die Gmeeinden kommen locker auf 250 Millionen Schulden 🙁

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Grünschnabel
14 Tage 12 h

Wer meint, es müsse ein ständiges Wirtschaftswachstum geben, ist ein Träumer. Es gibt immer ein Auf und ein Ab. Übrigens wird das kapitalistische Wirtschaftssystem früher oder später in sich selbst zusammenbrechen.

Tschars
Tschars
Grünschnabel
14 Tage 9 h

Die armen tun mir wirklich leid . Was diese Konzerne schon Krieg und Leid über die Welt gebracht haben hoffentlich gehen die Pleite

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
14 Tage 9 h

In Sachen Öl setze ich eher auf Bertolli oder de Cecco. Bevorzuge aber das von meinem Cousin aus Sizilien.

pingoballino1955
13 Tage 20 h

Die weltweite Ölindustrie tut mir nicht leid,die haben jahrhundertelang schamlos ABGEZOCKT! 

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