Stahl- und Aluminiumprodukte aus der EU sind betroffen

US-Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus EU aktiv

Freitag, 01. Juni 2018 | 16:12 Uhr

Die von den USA verhängten Strafzölle auf Einfuhren von Stahl und Aluminium sind in Kraft getreten. Auf Aluminium- und Stahl-Importe aus der EU, Kanada und Mexiko werden nun Zölle fällig. Gleiches gilt für Einfuhren aus Mexiko und Kanada. Die EU leitete wie angekündigt ein Klageverfahren bei der Welthandelsorganisation (WTO) ein und will wie Mexiko und Kanada mit Strafzöllen reagieren.

Die Zölle werden in Europa sowie in Kanada und Mexiko als ungerechtfertigt angesehen. Die EU-Kommission hat bereits eine Liste mit US-Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro erstellt, die mit Gegenzöllen belegt werden könnten. Sie umfasst neben Stahlprodukten auch Bourbon-Whiskey, Erdnussbutter, Harley-Davidson-Motorräder und Levi’s-Jeans. Sie könnten im Laufe des Juni in Kraft gesetzt werden. Ob es dazu kommt, müssen nun die EU-Mitgliedstaaten entscheiden.

Auch Mexiko und Kanada kündigten umgehend Gegenmaßnahmen an. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau bezeichnete die Zölle als “völlig inakzeptabel”. Als Gegenmaßnahme kündigte die Regierung in Ottawa Zölle auf US-Produkte im Wert von 16,6 Milliarden kanadische Dollar (knapp elf Milliarden Euro) an. Mexiko kündigte ebenso wie die EU-Kommission Vergeltungszölle auf US-Waren an.

Trumps Entscheidung stößt auch in den eigenen Reihen auf Kritik: Der Sprecher des Repräsentantenhauses und einflussreichste Republikaner im Kongress, Paul Ryan, erklärte am Donnerstag, er stimme mit der Entscheidung nicht überein: “Die heutige Aktion trifft Amerikas Verbündete, wenn wir mit ihnen zusammenarbeiten sollten, um die unfairen Handelspraktiken von Ländern wie China anzusprechen.” Er kündigte an, sich mit Trump für “bessere Optionen” einsetzen zu wollen, um US-Arbeitern und -Verbrauchern zu helfen. Mehrere republikanische Abgeordnete sprachen sich dafür aus, wichtige Partner weiterhin von den Strafzöllen auszunehmen.

Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet zunächst mit negativen Folgen für die USA selbst. Durch die Strafzölle werde “viel volkswirtschaftlicher Schaden angerichtet”; die “schädlichen Auswirkungen” würden “in den USA früher und deutlicher spürbar” als in Europa, sagte Altmaier am Donnerstagabend in den ARD-“Tagesthemen”. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilte die Zölle in einem Telefonat mit US-Präsident Trump.

Trump hatte die Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium bereits im März verhängt, die EU aber ebenso wie die wichtigen Handelspartner Mexiko und Kanada vorerst ausgenommen.

Die Entscheidung der USA vom Donnerstag sei nicht in Übereinstimmung mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) gefallen, kritisierte Altmaier. Es sei aber die Solidarität innerhalb der Europäischen Union verstärkt worden, da die Länder nun gemeinsame Maßnahmen diskutieren würden. Bei der WTO sei ein Verfahren eingeleitet worden, das Gegenmaßnahmen möglich machen könnte. Er rechne für die kommenden Tage mit vielen Ankündigungen aus den USA und aus Europa. Er wolle sich “dadurch erst einmal nicht bluffen lassen”, sagte Altmaier.

Von: APA/dpa

Kommentare

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10 Kommentare auf "US-Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus EU aktiv"


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werner66
werner66
Superredner
17 Tage 16 h

Deutschland wurde lange davor gewarnt, seinen enormen Handelsbilanz-Überschuss gegenüber den USA zu reduzieren. Vergebens.
Jetzt bekommen sie die Rechnung dafür.
Italien sollte sich nicht an Gegenmaßnahmen beteiligen, denn das ist ein rein deutsches Problem. 

oli.
oli.
Universalgelehrter
17 Tage 14 h

Italien wäre froh die Wirtschaft würde so gut laufen wie in Deutschland.
Gestern schrieb einer mit 7 bis 8 € Std.Lohn ist es schlecht.
Bekomme meine Rente nachgeschickt , aber für das Geld stehe ich nicht mal auf . Das ist der Unterschied , der Lohn ist wenig da sind die Renten viel höher und es lässt sich mehr als gut Leben im Ausland.
Warum soll ein Land weniger verkaufen wenn die Nachfrage da ist ? Und die anderen zu faul sind.

MH2104
MH2104
Neuling
17 Tage 11 h

@werner66

Deutsches Problem erkläre dies bitte mal genauer? Wie ich in Erinnerung habe wurde die EG bzw. EU gegründet mit wechen ländern? Solche ein verhalten ist doch genau das was Herr Trump will. Erwarten Sie von den USA das die Ihnen helfen??

MH2104
MH2104
Neuling
17 Tage 7 h

Deutschland wurde gewarnt vin den USA auf der einen Seite. Auf der anderen Deutschland soll seine Warnungen an Italien unterlassen. Wer ist jetzt der Böse und wer der Urteilen darf da er immer den Schuldigen parat hat?

Anja
Anja
Superredner
17 Tage 7 h

ich finde, dass die eu-wirtschaft um einiges stärker ist, als man glaubt…. auch die usa unterschätzt uns gewaltig… bis auf die iphones brauchen wir kaum was von ihnen, umgekehrt sehr wohl 😂 … von autos über mode ist da einiges dabei! sollen sie uns strafzölle auflegen wie sie wollen, am ende zahlt der us-bürger mehr drauf als wir… 🤷🏻‍♀️ also ich hab keine angst vorm trumpeltier

oli.
oli.
Universalgelehrter
17 Tage 5 h

@Anja , hast Du vergessen 🍔🍔🍔🌭

Anja
Anja
Superredner
17 Tage 4 h

@oli. die kriegen wir auch alleine hin 😛

MH2104
MH2104
Neuling
17 Tage 1 h

In der Tat wäre die EU stärker. Nicht nur die EU. Aber Leute wie Werner66 sind das beste Beispiel dafür das gerade jetzt Deutschland und ein paar andre Wirtschaftsstarke seinen eigenen Weg gehen sollten…

Tabernakel
17 Tage 6 h

Europa ist die wesentlich größere Volkswirtschaft.

ivo815
ivo815
Kinig
17 Tage 6 h

Das ist ein Bumerang

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