Der Zollstreit spitzt sich immer weiter zu

US-Wirtschaftslobby läuft gegen Trumps Zollpolitik Sturm

Montag, 02. Juli 2018 | 13:07 Uhr

Große Teile der US-amerikanischen Wirtschaft machen gegen die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump mobil. Auf Basis einer Studie zu den Auswirkungen auf die Bundesstaaten kommt die US-Handelskammer zu dem Schluss, dass ein eskalierender Konflikt letztlich die US-Verbraucher treffen würde.

“Die Regierung droht die wirtschaftlichen Fortschritte zu untergraben, für die sie so hart gearbeitet hat”, warnte der Präsident der mächtigen Wirtschaftslobby, Tom Donohue, am Montag zum Start einer breit angelegten Kampagne. Ziel der USA müsste eigentlich ein freier und fairer Handel sein: “Aber so nicht.”

Die offene Kritik an Trumps Politik lässt aufhorchen, da die Handelskammer mit drei Millionen Mitgliedern traditionell eher republikanische Präsidenten unterstützt. Die von dem Verband gegen Trumps Linie ins Feld geführte Studie basiert auf Daten aus dem US-Handelsministerium sowie auf Zahlen von Regierungsstellen in China, Mexiko, Kanada und der Europäischen Union.

Nach einer eigenen Berechnung der EU-Kommission drohen etwaige höheren Importzölle auf Autos für die USA zum Bumerang zu werden: Nehme man die Reaktion der US-Handelspartner auf die von Washington verhängten Zölle aus Stahl und Aluminium zum Maßstab, könnten US-Waren im Wert von bis zu 294 Mrd. Dollar (252 Mrd. Euro) Ziel von Vergeltungszöllen werden, so die Brüsseler Behörde. Der unmittelbare Schaden für die amerikanische Wirtschaft würde sich demnach auf 13 bis 14 Mrd. Dollar summieren. Auch der größte US-Autobauer General Motors warnte kürzlich vor Zöllen. Sie könnten auch die amerikanischen Hersteller belasten und Jobs gefährden.

Trump droht der EU mit Abgaben auf Autos und Autoteile. In Washington läuft derzeit eine entsprechende Prüfung. Zuvor verhängten die USA bereits Importzölle auf Stahl und Aluminium. Die EU reagierte mit Gegenmaßnahmen. Auch mit China liegen die USA im Zollstreit, weil Trump eine Benachteiligung der heimischen Wirtschaft im internationalen Handel sieht.

Die EU-Kommission warnt die USA indes vor massiven Vergeltungsmaßnahmen, falls die Regierung in Washington höhere Importzölle auf Autos verhängt. Dann könnten US-amerikanische Waren im Wert von bis zu 294 Mrd. US-Dollar (252 Mrd. Euro) mit Zöllen belegt werden, hieß es in einer am Montag verbreiteten Stellungnahme der Brüsseler Behörde, die sich an das US-Wirtschaftsministerium richtet.

Der unmittelbare Schaden für die US-amerikanische Wirtschaft würde sich demnach auf 13 bis 14 Mrd. Dollar summieren. Basis für die Berechnung sind die Reaktionen der US-Handelspartner auf die von der US-Regierung verhängten Abgaben aus Stahl und Aluminium. US-Präsident Donald Trump droht der EU mit Einfuhrzöllen auf Autos und Autoteile von 20 Prozent.

In Washington läuft derzeit eine Untersuchung, ob Autoimporte die nationale Sicherheit untergraben. Ein solcher Schritt träfe insbesondere deutsche Hersteller. Trump ärgert das Ungleichgewicht in der Branche. Im Jahr 2017 wurden Autos im Wert von 37,4 Mrd. Euro aus der EU in die USA verkauft. Im Gegenzug fanden amerikanische Pkw im Wert von lediglich 6,2 Mrd. Euro Abnehmer in Europa.

Die Kommission betonte allerdings in ihrer Stellungnahme die Bedeutung europäischer Autobauer, die in den USA produzieren. Sie kamen im vergangenen Jahr mit 2,9 Millionen Autos auf ein Viertel der dortigen Fertigung. Die USA verlangen seit Anfang Juni Importzölle auf Stahl und Aluminium aus der EU. Auch andere Länder sind betroffen. Brüssel reagierte mit Vergeltungszöllen auf US-Waren wie Erdnussbutter und Harley-Davidson-Motorräder.

Von: APA/ag.