Der Handelsstreit wird nicht erwähnt

USA stuft China nicht als Währungsmanipulator ein

Samstag, 14. April 2018 | 07:31 Uhr

Die USA rügen erneut die Währungspolitik Chinas. Das US-Finanzministerium stuft die Volksrepublik in seinem halbjährlichen Bericht aber nicht als Währungsmanipulator ein. China bleibe auf einer Beobachtungsliste – ebenso wie Deutschland, die Schweiz, Japan und Südkorea, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Bericht. Indien sei wegen seiner umfangreichen Devisenbestände hinzugefügt worden.

Eine offizielle Brandmarkung als Währungsmanipulator kann eine Reihe von Maßnahmen nach sich ziehen, etwa das Verhängen von Strafzöllen. Der Report erwähnt nicht den derzeitigen Handelsstreit zwischen Washington und Peking.

In den vergangenen Wochen ist der Konflikt zwischen den beiden Wirtschaftsgroßmächten eskaliert. Nach Erhebung von Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte kündigte US-Präsident Donald Trump zusätzliche Abgaben für 1.300 chinesische Produkte im Umfang von 50 Milliarden Dollar (40,6 Mrd. Euro) an. China drohte umgehend mit Zöllen in ähnlichem Umfang. Die Regierung in Washington wirft China vor, Handelsgeheimnisse von US-Unternehmen zu stehlen und über Joint Ventures geistiges Eigentum abzuschöpfen. Das Finanzministerium forderte China in dem Bericht auf, seine Volkswirtschaft weiter für US-Güter und -Dienstleistungen zu öffnen.

Deutschland soll laut US-Finanzministerium politisch mehr zur Ankurbelung der Inlandsnachfrage unternehmen. Dies würde demnach den Euro stärken und somit das Ungleichgewicht in der Handelsbilanz verringern.

Von: APA/ag.