Zu günstige Spritpreise führen zu unnötigem Transitverkehr

VCÖ hält Spritpreise in Österreich für zu günstig

Donnerstag, 28. März 2019 | 11:25 Uhr

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hält die Spritpreise in Österreich für zu günstig. Das führe zu unnötigem Transitverkehr und schade dem Klima, so die Kritik. “Als die Spritpreise höher waren, wurden mehr Fahrgemeinschaften gebildet, es stiegen mehr auf öffentliche Verkehrsmittel oder bei kürzeren Distanzen auf das Fahrrad um”, sagte VCÖ-Experte Markus Gansterer am Donnerstag in einer Aussendung.

Ein Liter Diesel sei heute um 26 Cent billiger als beim Höchststand im September 2012, bei Eurosuper seien es 33 Cent, rechnete die Verkehrsorganisation vor. Der VCÖ wertete Zahlen der EU-Kommission aus, demnach kostet ein Liter Eurosuper in der Slowakei neun Cent mehr als in Österreich, in Deutschland 14 Cent mehr, in der Schweiz umgerechnet 15 Cent mehr und in Italien sogar 34 Cent mehr. Der Preis für Diesel sei in allen Nachbarländern höher, in Italien um 29 Cent pro Liter und in der Schweiz um 31 Cent pro Liter. Selbst in Staaten mit deutlich niedrigerem Lohnniveau, wie Tschechien, Slowakei und Ungarn, sei für Diesel mehr zu zahlen als in Österreich.

In Österreich wird Diesel geringer besteuert als Benzin. Der VCÖ fordert, dass das Steuersystem auf die Klimakrise reagiert. “Dass Österreich den Lkw-Transit mit billigem Diesel belohnt, löst zu Recht bei vielen Kopfschütteln aus”, kritisiert Gansterer.

Von: apa