Düstere Wolken über Venezuela

Venezuela versucht Bankrott zu verhindern

Samstag, 04. November 2017 | 16:20 Uhr

Das hoch verschuldete Venezuela will mit seinen Gläubigern Mitte November über eine Umschuldung verhandeln. Vize-Präsident Tareck El Aissami sagte am Freitag im Staatsfernsehen, die Regierung habe die ausländischen Gläubiger zu einem Treffen am 13. November in der Hauptstadt Caracas eingeladen. Venezuela ist mit geschätzten 155 Milliarden Dollar bei ausländischen Gläubigern verschuldet.

Venezuela steckt in einer schweren wirtschaftlichen Krise, viele Investoren sehen das Land am Rande des Staatsbankrotts. Sie wird verschärft durch die Sanktionen, die US-Präsident Donald Trump im August gegen das Land verhängt hat. Er untersagte per Dekret den Handel mit neuen venezolanischen Staatsanleihen. Betroffen ist davon auch der staatliche Ölkonzern PDVSA. Ölverkäufe bilden das Fundament der venezolanischen Wirtschaft und stehen für 95 Prozent der Exporte. Die Einnahmen sind wegen fallender Erdölpreise deutlich zurückgegangen.

Wegen der drohenden Zahlungsausfälle hat die US-Ratingagentur Standard and Poor’s die Kreditwürdigkeit des Landes weiter herabgestuft. Die Agentur senkte die Bonität am Freitag von der Stufe CCC- auf CC. Einen entsprechenden Schritt hatte zuvor auch die Ratingagentur Fitch vollzogen. S&P begründete seine Entscheidung mit der Wahrscheinlichkeit, dass Venezuela seinen Verpflichtungen gegenüber seinen ausländischen Gläubigern nicht nachkommen kann sowie mit der angekündigten Umstrukturierung der Schulden.

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen dem linksnationalistischen Staatschef Nicolas Maduro und der Mitte-rechts-Opposition. Die Opposition erkennt die im Juli eingesetzte verfassunggebende Versammlung nicht an und macht den Staatschef für die wirtschaftliche Misere verantwortlich. Viele Venezolaner sind aber auch von der Opposition enttäuscht. Die Proteste zwischen April und Juli, bei denen 125 Menschen getötet wurden, haben nichts an der politischen Lage im Land geändert.

Von: APA/ag.

Kommentare

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8 Kommentare auf "Venezuela versucht Bankrott zu verhindern"


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schleifer
schleifer
Grünschnabel
14 Tage 10 h

Italien als nächstes?

tresel
tresel
Universalgelehrter
14 Tage 2 h

isch schon bankrott, wert nur künstlich am leben erhalten. die gründe dafür terf man net laut sogn..

ThunderAndr
ThunderAndr
Universalgelehrter
13 Tage 11 h

Wir haben kein Erdöl oder andere Bodenschätze, also haben andere Länder wue z.B. die USA kein Interesse daran dass wur Bankrott gehen um uns dann zu “retten”

traktor
traktor
Superredner
14 Tage 10 h

wie kann staat mit einer ölquelle unterm arsch bankrott gehen???
was machen länder ohne ölquelle??
die sollen bankrott gehen und ihre politiker in den wind schiessen!!

OrB
OrB
Superredner
14 Tage 7 h

Korruption!

traktor
traktor
Superredner
14 Tage 3 h

noch besser erschiessen anstatt in den wind schiessen!!!

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
14 Tage 9 h

Die renommierte nzz.ch fasst das so zusammen:
Was sich in Venezuela abspielt, ist keine Krise – es ist eine Katastrophe
Venezuelas Regierung hat das Land nicht nur wirtschaftlich zugrunde gerichtet, sondern die Demokratie im populistischen Nebel des Chavismus ausgehöhlt.

Noch vor 50 Jahren war Venezuela ein Ort der Stabilität und Prosperität. Heute geht, wer die Möglichkeit hat außer Landes. So schnell kann man ein Land herunerwirtschaften.

geronimo
geronimo
Superredner
14 Tage 3 h

So kann man ein Land zugrunde richten! Die Ärmsten der Armen zahlen dann immer die Zeche!

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