Workshops in Schloss Rechtenthal

Verborgene Ressourcen und Potentiale im Sozialbereich nützen

Donnerstag, 04. Juni 2015 | 16:13 Uhr

Tramin – Die Stärkung der Sozialarbeit in der Südtiroler Gesellschaft stand im Mittelpunkt eines von der Landesabteilung für Soziales organisierten Workshops am gestrigen Mittwoch in Schloss Rechtenthal in Tramin. Dabei ging es um verborgene Ressourcen und Potentiale in den Familien, in der Nachbarschaft, in sozialverantwortlichen Dorfgemeinschaften und Unternehmen.

Etwa 80 Interessierte, hauptamtliche Mitarbeiter und Führungskräfte des Sozialwesens, direkt Betroffene, freiwillige Helfer, Sozialreferenten auf Gemeindeebene sowie Vertreter der Wirtschaft, Kultur, Bildung, Sport, Gesundheit, Familienagentur, Arbeit und Wohnen brachten sich bei der Open-Space-Veranstaltung mit ihren vielfältigen Erfahrungen und Ideen ein. Nach der Begrüßung durch Landesrätin Martha Stocker diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre 15 mitgebrachten Fragestellungen zum Tagesthema. In kleinen Arbeitsgruppen ging es dabei in erster Linie um soziale Potentiale, die in den Kunden der sozialen Organisationen und den örtlichen Gemeinschaften vielfach brach liegen oder nicht im vollen Umfang genützt werden. Quartiersarbeit, Entgrenzung und Vereinfachung, das Subsidiaritätsprinzip im Sozialwesen, die Potentiale der Menschen und Territorien, die Inklusion, die stärkere Einbeziehung der Betroffenen durch die Sozialen Dienste, die Zusammenarbeit zwischen Sozialem und Gesundheit wurden dabei ebenso thematisiert wie das Soziale Lernen und die Unterstützung sozialer Kompetenzen, alternative Wohnformen für das Alter, Zeit für die Gemeinwesenarbeit, die Frage ob das Pflegegeld automatisch eine gute Pflege garantiert und die verstärkte Kooperation zwischen sozialen Organisationen sowie Sport-, Kultur- und Umweltverbänden. Zudem wurden die Planung und Steuerung der Sozialraumorientierung und der Beitrag vonseiten der Institutionen diskutiert.

"Sozialraumorientierung ist ein Organisationsprinzip und stellt eine professionelle Handlungsorientierung für eine Arbeit am Sozialen dar", unterstrich die Professorin an der Freien Universität Bozen Susanne Elsen. "Dabei wird der Fokus auf Ursachenzusammenhänge, Lösungsansätze und Potentiale in der Lebenswelt der Akteure gelegt", erklärte Elsen. Für ein lebensweltorientiertes Arbeiten mit den Kunden der Sozialen Dienste werden in Zukunft die Ressourcen des Gemeinwesens das Um und Auf darstellen, waren sich die Teilnehmer am Workshop einig, nach einem Zitat von Gerald Hüther von der Akademie für Potentialentfaltung: "Niemand kann die in ihm angelegten Potentiale allein entfalten. Wir brauchen dazu Gemeinschaften, deren Mitglieder einander einladen, ermutigen und inspirieren, über sich hinauszuwachsen."  Die gestrige Open-Space-Veranstaltung, die auf Anregung der  Landesabteilung Soziales, der Freien Universität Bozen, den Südtiroler Bezirksgemeinschaften sowie dem Dachverband für Soziales und Gesundheit organisiert worden war, kann in diesem Sinne als eine Werkstatt gesehen werden, in der das Sozialkapital unserer örtlichen Gemeinschaften an das Tageslicht gefördert wurde.

Von: ©lpa

Bezirk: Überetsch/Unterland