Im Schnitt deutlich mehr Verbrauch als behauptet

Verbrauch bei Neuwagen rund 42 Prozent höher als angegeben

Montag, 06. November 2017 | 06:44 Uhr

Der Kraftstoffverbrauch von Neuwagen in Europa liegt einer Untersuchung zufolge im Durchschnitt 42 Prozent höher als von den Herstellern angegeben. Dies ist das Ergebnis einer Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT), die den Zeitungen der deutschen Funke-Mediengruppe (Montag) vorlag.

Der höhere Verbrauch bedeutet nicht nur Mehrkosten für die Autofahrer, sondern auch eine stärkere Belastung der Umwelt etwa durch CO2-Ausstoß. Die EU hat bereits strenge CO2-Grenzwerte ab 2021 festgesetzt, die nach einer Analyse der Beratungsgesellschaft MSCI kaum ein Autohersteller wird einhalten können.

“Die Kluft zwischen offiziellem und tatsächlichen Verbrauch ist dabei so groß wie noch nie. Noch vor zehn Jahren betrug die Differenz zwischen dem von den Herstellern veröffentlichten und dem real gemessenen Verbrauch nur etwa 15 Prozent”, wurde der ICCT-Geschäftsführer in Europa, Peter Mock, zitiert. Die ICCT ist eine unabhängige Forschungsorganisation, die vor zwei Jahren den VW-Diesel-Skandal in den USA mit aufgedeckt hat.

Als die Studie im Jahr 2013 zum ersten Mal veröffentlicht wurde, lag die Diskrepanz noch bei etwa 25 Prozent. Ein Grund für die hohe Diskrepanz liege darin, dass der Kraftstoffverbrauch von Pkw für die Herstellerangaben in Testlaboren und nicht im realen Fahrbetrieb ermittelt werden. Seit September würden aber für neue Fahrzeugtypen strengere Richtlinien bei den Testverfahren gelten, ab Herbst dann für alle Autos. Die ICCT-Forscher erwarten, dass dies die Diskrepanz zwischen offiziellen und realen Verbrauchswerten etwa halbieren könnten.

Es wäre auch wichtig, “dass endlich europaweit Sanktionsmöglichkeiten eingeführt werden, um Autohersteller bei Tricksereien und Falschangaben bestrafen zu können”, sagte Mock. “Sonst ändert sich nichts.”

Von: APA/dpa

Kommentare

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5 Kommentare auf "Verbrauch bei Neuwagen rund 42 Prozent höher als angegeben"


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santina
santina
Superredner
15 Tage 8 h

Wenn solche Autos auch in den Export nach Übersee gegangen sein sollten, dann prophezeie ich den baldigen Untergang der entsprechenden deutschen Hersteller. Ein gefundenes Fressen für jeden Anwalt, seinen Mandanten den Extraverbrauch an Benzin auch für Jahre rückwirkend erstatten zu lassen, neben Strafen für vorsätzlichen Betrug, Umweltzerstörung, Abschmelzen der Pole, Naturkatastrophen, Überschwemmungen.
Den Verantwortlichen wünsche ich eine gerechte Strafe!

Sun
Sun
Tratscher
15 Tage 8 h
42 %höherer Verbrauch, und das  im Durchschnitt, kaum zu glauben. Gemäß dem Pariser Abkommen vor zwei Jahren wurde unter anderem folgendes  festgelegt:  Sollen Verluste und Schäden im Zusammenhang mit den nachteiligen Auswirkungen des Klimawandels verhindert, minimiert und gegebenenfalls ausgeglichen werden. Soll heisen, die Autobauer betrügen den Kunden beim Autokauf, bei Klimaschäden werden Steuergelder verwendet um Ausgleichszahlungen zu tätigen, zu guter letzt muss der Kunde wieder ein neues Auto zulegen, welches weniger verbraucht. Die Autoindustrie kurbelt mit ihren Falschangaben den Kauf von Neuwagen weiter an. Die Kosten trägt allein der Verbraucher. Danke EU, mit solchen Methoden wirst du es schaffen, dass… Weiterlesen »
ThunderAndr
ThunderAndr
Universalgelehrter
15 Tage 8 h

Wer ist dafür verantwortlich ? Wiedermal der Niemand ?

Dublin
Dublin
Universalgelehrter
15 Tage 8 h

…das war ja schon immer so…niemand hat den Verbrauchsangaben geglaubt…

traktor
traktor
Superredner
15 Tage 4 h

das ist BETRUG

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