Runder Tisch zum zehnten Geburtstag des Instituts für Erneuerbare Energie

Vergangenheit und Zukunft der erneuerbaren Energie in Südtirol

Freitag, 05. Juni 2015 | 12:47 Uhr

Bozen – Es sind nur zehn Jahre vergangen, doch in diesen hat sich viel getan. Seit das EURAC-Institut für Erneuerbare Energie im Jahr 2005 gegründet wurde, hat sich der Energiesektor in Südtirol deutlich weiterentwickelt. So sind heute zum Beispiel knapp 8000 Photovoltaikanlagen in Betrieb. Vor zehn Jahren waren es nur einige Dutzend. Mit einem Festakt hat das EURAC-Institut für Erneuerbare Energie gestern am 4. Juni sein zehnjähriges Jubiläum gefeiert und dabei auf die Forschung und Entwicklung des Energiesektors in Südtirol zurückgeblickt und über künftige Herausforderungen diskutiert.

Die Entwicklung des Südtiroler Energiesektors und die Forschung in diesem Bereich sind untrennbar miteinander verbunden. Im Jahr 2005 waren in Südtirol Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 650 Kilowatt in Betrieb. Während das Land damals gerade die Weichen für die KlimaHaus Agentur stellte, nahmen drei Mitarbeiter am neu eröffneten EURAC-Institut für Erneuerbare Energie in einem Sitzungsraum, der zu einem provisorischen Büro umfunktioniert wurde, ihre Arbeit auf. Heute, zehn Jahre später, verfügen die Photovoltaikanlagen in Südtirol über eine Leistung von mehr als 230 Megawatt. Über 5.000 Gebäude hierzulande sind KlimaHaus zertifiziert. Das EURAC-Institut für Erneuerbare Energie ist auf 70 Mitarbeiter angewachsen und in über 30 lokalen und internationalen Forschungsprojekten mit einem Gesamtbudget von über 60 Millionen Euro aktiv. In diesen zehn Jahren hat das Institut durch die Leitung und Teilnahme an diesen Projekten über 24 Millionen Euro aus verschiedenen europäischen Forschungsprogrammen akquirieren können. Diese Gelder sind zum Teil in die Forschungstätigkeit des Instituts eingeflossen, aber auch dem Territorium zugutegekommen: Mehr als acht Millionen Euro sind auf die Südtiroler Partner und sechs Millionen auf Partner in der Euregio verteilt worden.

Die Entwicklung des Energiesektors und parallel dazu die Forschung zu den erneuerbaren Energien hat sich wie ein roter Faden durch die Feier zum zehnjährigen Bestehen des Instituts am 4. Juni an der EURAC gezogen. „In den ersten Jahren bestand unsere Aufgabe darin aufzuzeigen, dass erneuerbare Energien eine ernsthafte Alternative sind. Heute ist das nicht mehr notwendig. Die Herausforderung ist es nun integrierte Systeme zu entwickeln und diverse erneuerbare Energietechnologien und energieeffiziente Maßnahmen gut zu kombinieren. Die Systeme müssen möglichst kosteneffizient sein und die variablen Lasten und Verfügbarkeiten managen“, erklärten Wolfram Sparber, Leiter des EURAC-Instituts für Erneuerbare Energie, und die stellvertretende Institutsleiterin Alexandra Troi. „Die Verbundenheit mit dem Territorium und mit der Landeshauptstadt kennzeichnen viele unserer Forschungsprojekte. So auch das EU-Projekt SINFONIA, in dem wir mit verschiedenen Partnern, darunter auch mit der Gemeinde Bozen und dem WOBI unter anderem 400 Wohnungen energetisch sanieren, um deren Energieverbrauch zu halbieren“, fuhren Sparber und Troi fort.

Über energieeffiziente Sanierungen von Großgebäuden und regionale Energiepläne sprachen im Rahmen der Feier Vertreter von Forschungsinstitutionen aus Liechtenstein und Österreich. Beiträge von Vertretern aus der Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung rundeten das Programm ab.

„Es freut uns sehr, dass sich unser Institut für Erneuerbare Energie mit seinen anfänglichen drei Mitarbeitern so gut entwickelt hat und nun auch Ingenieure und Architekten mit spezifischen Kompetenzen auch außerhalb der Region anzieht. Heute ist das Institut in fünf Forschungsgruppen unterteilt, die sich mit Photovoltaik-Systemen, mit der Energieeffizienz von Gebäuden, der Sanierung von historischen Gebäuden, mit nachhaltigen Heiz- und Kühlsystemen und mit regionalen Energiesystemen beschäftigen“, sagte Werner Stuflesser, Präsident der EURAC.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen