TIS-Cluster: Spitzenleistungen durch Vernetzung

Vernetzung heißt das Zauberwort für mehr Innovation

Freitag, 12. Juni 2015 | 13:44 Uhr

Bozen – Die Vernetzung von Unternehmen in Clustern ermöglicht es Unternehmen aller Größen Spitzenleistungen zu erbringen. Das ergibt die Analyse der Clusteraktivitäten im TIS. Demnach helfen Cluster ihren Mitgliedsunternehmen Geld, Know-how, Technologien und somit Wettbewerbsvorteile zu akquirieren und beleben vor allem die Produktentwicklungsprozesse in Unternehmen.

Vernetzung heißt das Zauberwort, wenn es um die Involvierung vieler Südtiroler Unternehmen in Innovationsprozesse geht. Durch die Cluster und Arbeitsgruppen des TIS konnten knapp über 1.600 Unternehmen in Innovationsprojekte und Know-how-Transfer eingebunden werden. Mit 52 Networking-Aktivitäten konnten beispielsweise 16 Finanzierungen aus EU- und Landesmitteln akquiriert werden. Mit anderen Worten heißt das: jede dritte Networking-Aktivität schafft es, zusätzliches Geld für Innovationsmaßnahmen zu erhalten.

130 Mal ist es innerhalb eines Jahres in Clustern und Arbeitsgruppen gelungen Technologiepartnerschaften anzuregen. Dadurch werden neue Produkte oder bessere Produktionsprozesse entwickelt und die Unternehmen werden wettbewerbsfähiger.

„Die sechs Cluster im TIS sind Antriebsräder für unsere Stärkefelder Alpine Technologien, Energie und Umwelt sowie Lebensmittel und Wellness“, erklärt Landeshauptmann Arno Kompatscher.

„Unternehmen, die in den Genuss der positiven Auswirkungen der TIS-Netzwerk-Arbeit kommen wollen, müssen lediglich ihre Zeit und ihr Know-how einbringen“, so der Landeshauptmann weiter. Angesichts des Mehrwertes, den die Cluster lieferten, sei dieser „Aufwand“ allerdings überschaubar und vor allem gut investiert, so Kompatscher.

Cluster in Deutschland und der EU

Dass sich die Investition von Zeit und Know-how in die Netzwerkarbeit für Unternehmen durchaus rechnet, belegen Zahlen des Bundesministeriums für Wirtschaft & Energie der Bundesrepublik Deutschland.

In einer dort durchgeführten Umfrage zum Nutzen von Clustern gaben die Befragten an, dass die Unternehmen durch die Mitwirkung im Cluster finanziell profitierten und durch neue Partnerschaften neue Märkte erschließen konnten. Cluster mit einem sehr hohen Anteil aktiver Mitglieder profitieren übrigens finanziell wesentlich stärker.

Dass die Cluster im TIS – ebenso wie die Cluster in anderen europäischen Ländern – wertvolle Beiträge zur Regionalentwicklung leisten, ist mittlerweile auch von offizieller Seite bestätigt. Das Europa-Sekretariat für Clusteranalysen (ESCA) zertifizierte alle TIS-Cluster Ende 2014 mit dem Bronze-Label. Damit ist es offiziell, dass Südtirols Cluster nach europäisch akzeptierten Standards netzwerken. „Natürlich bemühen wir uns kontinuierlich unsere Clusterarbeit zu verbessern. Aber die Zertifizierung durch die ESCA macht doch sehr deutlich, dass sich Südtirols Cluster im internationalen Wettbewerb der Regionen auf einem sehr guten Niveau befinden“, erklärt TIS-Direktor Hubert Hofer.

Vorzeigebeispiele aus den Clustern

Brot aus regionalem Getreide ist mittlerweile aus den Bäckereien Südtirols nicht mehr wegzudenken. Der Cluster Alimentaris des TIS war bei der Umsetzung des Regiokorn-Projektes ein wichtiger Akteur. Dem Cluster ist es gelungen, die Kooperation zwischen Landwirten, Bäckern, Mühlen-Betreibern und dem Forschungszentrum Laimburg zu moderieren. Die Regiokorn-Saat der Jahre 2013 und 2014 ist voll aufgegangen: 440 Tonnen Brot wurden gebacken. Durch Getreideanbau und Brotverkauf konnten über 3 Millionen Euro umgesetzt werden und das bei einer vergleichsweise bescheidenen Investition von 100.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF).

Dass Südtirols Holzbauunternehmen über herausragende Kompetenzen im Bereich Schallschutz verfügen, konnte der Cluster Holz & Technik einigen seiner Partnerunternehmen attestieren. Durchgeführt wurden über 70 Schallmessungen an Holzbauten. Die guten Schalleigenschaften der Holzbauten beweisen, dass Holz für den Bau von Mehrfamilienhäusern oder Hotels ein sehr gut geeignetes Baumaterial ist. Die guten Schallschutzwerte der Südtiroler Holzbauten sind für die involvierten Unternehmen ein neues wichtiges Verkaufsargument in Vertrieb und Marketing.

Apropos Holz: die Sektion Holz im Unternehmerverband Südtirol hat in engster Zusammenarbeit mit dem Cluster Holz & Technik des TIS neue Entwicklungsleitlinien für die Südtiroler Holzwirtschaft ausgearbeitet und herausgegeben. „Hier wird die strategische Marschroute für die Holzwirtschaft entwickelt, die Südtirol langfristig Wettbewerbsvorteile auf dem lokalen und nationalen Markt verschaffen wird“, so Hofer.

Cluster: effiziente Instrumente für die Produktentwicklung

42 Prozent der Anfragen zum Thema Produktentwicklung, die in den drei Bereichen und den drei Zentren des TIS behandelt wurden, konnten im Verlaufe des Jahres 2014 zu konkreten Produkten oder Dienstleistungen ausgebaut werden.

Auffällig ist dabei, dass die auf der Basis von Clustern organisierten TIS-Bereiche „Alpine Technologien“ und „Lebensmittel & Gesundheit“ mit 57,6 Prozent respektive 50,7 Prozent eine überdurchschnittlich hohe Produktentwicklungsquote vorweisen können. Im Bereich Alpine Technologien des TIS sind die Cluster Bau, Holz & Technik, sports & winterTECH und Zivilschutz & Alpine Sicherheit gebündelt. Im Bereich Lebensmittel und Gesundheit kooperieren die Cluster Alimentaris und Gesundheit und Wellness.

„Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache“, erörtert TIS-Direktor Hubert Hofer. „Sie zeigen, dass Vernetzung nicht einfach nur ein unspezifisch wirkender weicher Faktor ist. Sie beweisen vielmehr, dass Kooperationen von Unternehmen in Clustern und Arbeitsgruppen den Innovationsgrad von Unternehmen erhöhen und die Produktentwicklung forcieren“, so Hofer.

Weitere Informationen zu diesem Thema im Report 2014 des TIS innovation park unter www.tis.bz.it

Von: ©mk

Bezirk: Bozen