Austro Control kontrolliert Ablauf des heimischen Flugverkehrs

Versammlungen bei Austro Control lähmten Flughafen Wien

Montag, 25. März 2019 | 19:00 Uhr

Betriebsversammlungen bei der Austro Control in Schwechat und der Überflugkontrollstelle in Wien haben am Montag zu Beeinträchtigungen auf dem Flughafen Wien geführt. Es gab Verspätungen und Ausfälle. Austrian Airlines (AUA) strichen fünf Rotationen und einen Einzelflug, weil die Anflugrate “von 40 auf 16 Anflüge pro Stunde reduziert” worden war.

Nach Angaben vom frühen Abend wurden letztlich jeweils etwa 100 Abflüge und Ankünfte verspätet gewesen. 27 Flüge seien gänzlich gestrichen worden, teilte eine Sprecherin mit. Grund seien die Betriebsversammlungen bei der Austro Control gewesen. Nach 15.00 Uhr habe sich die Lage wieder normalisiert.

Bei der Austro Control selbst wurden die Betriebsversammlungen als “nicht nachvollziehbar” bezeichnet. Sprecher Markus Pohanka verwies wie schon am Freitag auf einen “vorläufigen sehr guten Abschluss” der KV-Verhandlungen, der von Gewerkschaften auch schon unterschrieben worden sei. Zudem teilte er mit, dass bereits Gesprächstermine betreffend Reduktion der Belastung von Fluglotsen festgelegt worden seien. Die Versammlungen, die im Laufe des Vormittags zu Ende gingen, hätten “zu spürbaren Auswirkungen für Passagiere geführt”. Dafür gebe es aus Unternehmenssicht kein Verständnis, so der Sprecher der Luftfahrtagentur.

Das “Kernproblem” in der Flugsicherung sei “zu wenig Personal”, betonte Daniel Liebhart, Betriebsratsvorsitzender bei der Austro Control und Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt in der Gewerkschaft vida, auf APA-Anfrage. In den KV-Verhandlungen stehe am Mittwoch der nächste Termin an. “Wir hoffen auf konstruktive Gespräche.”

Bei den Versammlungen am Montag sei der Auftrag ergangen, “sehr intensiv über eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Belastungssituation” von Fluglotsen zu verhandeln, so Liebhart. Zu wenig Personal bezeichnete er als “europaweites Problem”.

“Wir spielen nicht mit der Sicherheit”, stellte der Betriebsratsvorsitzende außerdem klar. Nachsatz: “Auch dann nicht, wenn es Betriebsversammlungen gibt.” Es würden stets “alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit zu 100 Prozent zu gewährleisten”.

“Wir bitten die Verhandlungsparteien, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren und den Konflikt nicht auf dem Rücken unserer Kunden auszutragen”, hatte AUA-Chef Alexis von Hoensbroech in einer Aussendung der Airline wissen lassen. Die Flughafen Wien AG hatte neuerlich und “dringend” an alle Verantwortlichen appelliert, “nicht mit der Zuverlässigkeit und Sicherheit der Luftfahrt zu spielen”.

Die KV-Verhandlungen für Fluglotsen waren in der Nacht auf Montag ohne Einigung unterbrochen worden. Bereits am Freitag hatte die Gewerkschaft vida für den Wochenbeginn Betriebsversammlungen auf dem Flughafen Schwechat und in der Überflugkontrollstelle in Wien angekündigt.

Von: apa