Gute Zahlen zum Halbjahr

Volkswagen-Kernmarke im Aufschwung

Freitag, 28. Juli 2017 | 15:36 Uhr

Der deutsche Autokonzern Volkswagen hat ungeachtet der Debatten um Abgaswerte und Fahrverbote mit seiner Kernmarke VW-Pkw ein Ergebnisplus erzielt. Im ersten Halbjahr fuhr die wichtige Konzernmarke mit dem VW-Logo einen Umsatz von 39,9 Mrd. Euro ein – um 8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie VW mitteilte. Der operative Gewinn verdoppelte sich auf vergleichbarer Basis auf 1,8 Mrd. Euro.

Mit Blick auf das Gesamtjahr bestätigte der Markenvorstand seine Prognose: Die Umsatzrendite des bisherigen Sorgenkindes mit den Modellen Golf, Passat und Co. soll am oberen Ende der Bandbreite von 2,5 bis 3,5 Prozent liegen.

Im vergangenen Jahr hatte die Rendite auch wegen der Folgen des Abgasskandals lediglich 1,8 Prozent betragen – auf Basis der jetzt geltenden Bilanzierung wären es 2,1 Prozent gewesen: Einige Importeurgesellschaften, die auch Autos anderer Konzernmarken vertreiben, werden seit Jahresbeginn nicht mehr zur Marke gezählt. Der Umsatz soll im laufenden Jahr um 10 Prozent steigen. 2016 waren es nach der jetzt gültigen Bilanzierung 74 Mrd. Euro.

Markenvorstand Herbert Diess betonte: “Die Marke Volkswagen ist auf einem guten Weg. Unsere Automobile sind weltweit stark gefragt.” Aber auch Kostensenkungen zahlten sich aus: Der “Zukunftspakt” sieht unter anderem den Wegfall von Zehntausenden Arbeitsplätzen vor. VW hatte im ersten Halbjahr gut 2,9 Millionen Fahrzeuge an die Kunden übergeben, 0,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In den USA legten die Auslieferungen um 8,2 Prozent zu.

Nicht ganz so gut sehen die aktuellen Zahlen bei Audi aus, das hat jedoch mit der Erneuerung der Modellpalette zu tun. Nach den jüngsten Zuwächsen stellt sich Audi wegen der Runderneuerung seiner Modellpalette auf eine Gewinnbelastung im vierten Quartal ein. “Wir bereiten eine ganze Reihe von Modellanläufen parallel vor. Diese Vorleistungen werden sich vor allem im vierten Quartal stärker in Ergebnis und Cashflow widerspiegeln”, sagte Finanzvorstand Axel Strotbek am Freitag. Details nannte er nicht. Die Kosten für den jüngst angekündigten Rückruf von zahlreichen Wagen für ein Softwareupdate bezeichnete die VW-Tochter dagegen im Halbjahresbericht als “überschaubar”.

Außerdem rückt bei Audi Insidern zufolge der erwartete Vorstandsumbau in greifbare Nähe. Vier von sieben Vorständen müssten in Kürze ihre Posten räumen, sagten mehrere mit den Überlegungen vertraute Personen am Freitag zu Reuters. Das “Manager Magazin” hatte als erstes darüber berichtet, dass Finanzvorstand Axel Strotbek, Produktionschef Hubert Waltl, Personalvorstand Thomas Sigi und Vertriebsvorstand Dietmar Voggenreiter vor der Ablösung stehen. Einen formalen Beschluss dazu gebe es noch nicht.

Von: APA/dpa/ag.