Gesellschaftsorgane neu gewählt

Vollversammlung der Raiffeisen Landesbank Südtirol

Montag, 27. April 2015 | 18:10 Uhr

Bozen – Erst kürzlich hat die Vollversammlung der Raiffeisen Landesbank Südtirol AG stattgefunden. „Ein Großteil der Mitglieder der Gesellschaftsorgane wurden heute wieder im Amt bestätigt. Die Aktionäre legen Wert auf Konstanz und sind mit unserer Arbeit zufrieden. Aufgrund der neuen Gesetzeslage und aus Altersgründen wurden einige verdiente Mandatare verabschiedet“, so Michael Grüner, wiedergewählter Präsident der Raiffeisen Landesbank Südtirol AG. Weiters resümiert er das abgelaufene Geschäftsjahr: „Obwohl das abgelaufene Jahr von großen Unsicherheiten und Veränderungen  geprägt war, konnten wir die Chancen für uns nutzen. Wir schreiben sehr gute Zahlen, haben anspruchsvolle Ziele erreicht und sind sehr zufrieden“, fasst Michael Grüner, Präsident der Raiffeisen Landesbank Südtirol, zusammen.

Das Ergebnis ist auf die gute Zusammenarbeit im Verbund und auf das solide Geschäftsmodell der Raiffeisen Landesbank zurückzuführen. „Wir konzentrieren unser Geschäft auf Südtirol und legen dabei großen Wert auf die Nutzung von Synergien im Raiffeisen-Verbund“, so Grüner.

Neuwahl des Verwaltungs- und Aufsichtsrats

Dem Verwaltungsrat gehören wieder an: Michael Grüner, Karl Leitner, Hans Telser und Stefan Tröbinger. Neu hinzugekommen sind Hanspeter Felder, Philipp Oberrauch, Michele Tessadri. Michael Grüner wurde als Präsident in der ersten Verwaltungsratssitzung heute nachmittags ebenfalls bestätigt. Der neu gewählte Aufsichtsrat besteht aus Hubert Berger, Klaus Steckholzer und Fortunato Verginer. Präsident des Aufsichtsrates ist Herr Klaus Steckholzer.

Erfolgreiche Zusammenarbeit im Raiffeisenverbund

Die Raiffeisen Landesbank Südtirol hat die Aufgabe, die 47 Raiffeisenkassen Südtirols bei ihrer Banktätigkeit zu unterstützen. Sie stellte den Raiffeisenkassen auch im abgelaufenen Jahr vielseitige Bank-Dienstleistungen und Produkte zur Verfügung und arbeitete vor allem bei der Vergabe von Krediten eng mit ihnen zusammen.

„Durch die gute Zusammenarbeit mit den Raiffeisenkassen, ist es uns gelungen, erneut mehr Kredite für zukunftsweisende Investitionen der Südtiroler Betriebe bereit zu stellen, obwohl die Südtiroler Wirtschaft im letzten Jahr stagnierte,“ so Michael Grüner.

Es wurden Kredite von über 1,3 Mrd. Euro (+0,51 Prozent) an Südtiroler Unternehmen vergeben. „Mit der Entwicklung des Kreditvolumens von 400 Mio. Euro im Jahr 2004 auf 1,3 Mrd. Euro im Jahr 2014 weist die Raiffeisen Landesbank seit über zehn Jahren eine kontinuierliche Steigerung der Ausleihungen aus. Während die Ausleihungen italienweit weiter gesunken sind, haben wir den höchsten Wert an vergebenen Krediten seit Bestehen unserer Bank erreicht“, so Generaldirektor Zenone Giacomuzzi.

Notleidende Kredite halbiert

Auch die Qualität der Kredite stimmt. Durch die seit Jahren konsequent verfolgte umsichtige Kreditvergabe konnten die notleidenden Kredite, welche sich bereits auf einem niedrigen Niveau befanden, auf 1,01 Prozent der gesamten Kundenausleihungen gesenkt und somit halbiert werden. Die Wertberichtigungen auf Forderungen wurden nach dem Vorsichtsprinzip getätigt und sind auf dem Vorjahresniveau geblieben. Die Raiffeisen Landesbank achtet seit jeher bei der Bonitätsprüfung auf die Rückzahlungsfähigkeit der Kreditnehmer. Diese Haltung hat sich im vergangenen Jahr erneut bewährt.

Kundeneinlagen bleiben im Land

„Hart war weiterhin der Kampf um die Sparer und auch die schwierige Wirtschaftsentwicklung war spürbar. Wir sehen aber, dass unsere Kunden uns vertrauen. Denn wir garantieren dafür, dass die Einlagen im Land bleiben und bei uns sicher sind“, sagt Giacomuzzi. Im Jahr 2014 sind die Kundeneinlagen von privaten Haushalten und Unternehmen gewachsen, wobei der Rückgang der gesamten Einlagen von Kunden von 9,03 Prozent auf insgesamt 723 Mio. Euro bzw. der Gesamteinlagen um 14,76 Prozent auf insgesamt 1,07 Mrd. Euro ausschließlich auf Umschichtungen in Wertpapiere seitens institutioneller Kunden zurückzuführen ist.

Vor allem die Festgeldanlagen erfreuen sich weiterhin einer starken Nachfrage. Die indirekten Einlagen beliefen sich zum Jahresende auf 3.121,46 Mio. Euro (+64,90 Prozent), wobei heuer erstmals auch das verwaltete Vermögen des Raiffeisen Offenen Pensionsfonds in Höhe von 388,33 Mio. Euro berücksichtigt wurde.

Starke Liquiditätsposition

Im Laufe des Jahres 2014 sind die bereits soliden Liquiditätsreserven weiter angewachsen. Die Raiffeisen Landesbank konnte die Raiffeisenkassen zu jedem Zeitpunkt uneingeschränkt mit Liquidität versorgen und ihren Auftrag als Liquiditätsausgleichsstelle der Raiffeisen Geldorganisation zur vollen Zufriedenheit der Raiffeisenkassen erfüllen.

Zufriedenstellende Rentabilität

Der Zinsüberschuss konnte um 13,44 Prozent auf insgesamt 44,93 Mio. Euro gesteigert werden, während der Provisionsüberschuss mit 10,38 Mio. Euro um 8,48 Prozent über dem Vorjahreswert liegt. Der Kursanstieg der Staatsanleihen im Eigenportfolio hat zudem einen entscheidenden Beitrag zur Erzielung der Betriebserträge geleistet. „Unsere umsichtige und weitsichtige Investitionsstrategie in einer weiterhin schwierigen und unsicheren Marktlage hat sich bezahlt gemacht“, erklärt Generaldirektor Zenone Giacomuzzi.

Effiziente Struktur

Die Betriebskosten konnten durch den disziplinierten Umgang mit den Ressourcen mit 18,9 Mio. Euro (-3,38 Prozent) gegenüber dem Vorjahr gesenkt werden. Das „Cost-Income“-Verhältnis, das bekannteste Maß für Effizienz, liegt folglich wiederum bei einem Spitzenwert von 33,77 Prozent.

Höchster Gewinn seit Bestehen

Im schwierigen Wirtschaftsjahr 2014 ist es der Raiffeisen Landesbank Südtirol gelungen, den Gewinn vor Steuern mit 33,8 Mio. Euro (+32,08 Prozent) gegenüber dem Vorjahr erheblich zu steigern. Mit einem Reingewinn von 23,03 Millionen Euro (+50,31 Prozent), konnte der höchste Gewinn in der Unternehmensgeschichte geschrieben und ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr abgeschlossen werden. An die Aktionäre können Dividenden im Ausmaß von 15 Millionen Euro, 9,7 Prozent des Gesellschaftskapitals, ausgeschüttet werden.

Starke Kapitalkraft

Die im Jahr 2014 umgesetzte Kapitalerhöhung, der Anstieg der Bewertungsrücklagen und das ausgezeichnete Geschäftsergebnis ermöglichten eine Erhöhung des Eigenvermögens der Raiffeisen Landesbank Südtirol von über 50 Mio. Euro. Die gute Eigenkapitalausstattung zeigt die Solidität der Bank und ist die Basis für deren zukünftige Entwicklung. Die harte Kernkapitalquote (sogenanntes "Common Equity Tier 1“ bzw. „CET 1-Quote") beträgt 13,83 Prozent. Damit sind die Basel-3-Vorgaben für die nächsten Jahre bereits erfüllt und ein gesundes Wachstum der Bank gesichert.

Diese positive Entwicklung erlaubt es, gerade im aktuell stürmischen Umfeld, in dem sich die Rahmenbedingungen stetig ändern und immer neue Vorschriften erlassen werden, den Kunden und Aktionären Sicherheit und Stabilität zu geben. „Unser Bestreben bleibt es, dazu beizutragen, die Position der gesamten Raiffeisen Geldorganisation Südtirols zu festigen“, sagt Grüner.

Raiffeisenkassen: 90 Millionen Gewinn

Auch die Raiffeisen Geldorganisation insgesamt hat im Jahr 2014 für eine nachhaltige Wertschöpfung in Südtirol gesorgt. Die 47 Südtiroler Raiffeisenkassen und ihre Landesbank haben einen Gewinn von insgesamt rund 91,06 Millionen Euro erzielt. Die gesamten Kundeneinlagen sind um 4,71 Prozent auf 10,33 Milliarden Euro angewachsen und die Ausleihungen erreichten mit +0,32 Prozent einen Gesamtwert von 9,37 Milliarden Euro.

"Vorsorge sehr wichtig"

Der von der Raiffeisen Landesbank Südtirol verwaltete Raiffeisen Offener Pensionsfonds fand auch im Jahr 2014 kontinuierlich Interesse seitens der Kunden. Die Anzahl der Mitglieder des Pensionsfonds ist um 16% auf über 21.000 und das verwaltete Vermögen, auch aufgrund der positiven Entwicklung an den Börsen, auf mehr als 375 Mio. Euro angestiegen. Die Performance der drei Linien war im abgelaufenen Jahr sehr gut. Bei der der Anleihen-Linie Safe gab es ein besonders hohes Plus von 9,23 Prozent, bei der Activity-Linie ein Plus von 7,24%. Die Dynamic-Linie weist ein Plus von 3,50 Prozent auf.

Ausblick

„Viele Frühindikatoren in Europa weisen für das Jahr 2015 verstärkt nach oben. Die Wirtschaftsentwicklung in Südtirol wird in diesem Umfeld voraussichtlich nur langsam und geringfügig an Fahrt zulegen. Die negativen Folgen der Wirtschaftsentwicklung in den letzten Jahren werden sich erfahrungsgemäß weiterhin im Kreditgeschäft auswirken. Die Kreditnachfrage kommt nur langsam wieder in Schwung. Wir rechnen damit, dass unser Kreditbestand geringfügig zunehmen wird. Das Vertrauen unserer Kunden, hauptsächlich Südtiroler Unternehmen, lässt auch bei den Kundeneinlagen, eine leichte Zunahme erwarten. Die außerordentlichen geldpolitischen Maßnahmen der EZB werden weiterhin für Liquidität und ein sehr niedriges Zinsniveau sorgen. Wir rechnen mit einem stabilen Geschäftsjahr. Im Focus stehen weiterhin die internationalen Unsicherheitsfaktoren, die hohe Staatsverschuldung und die Rückzahlungsfähigkeit der Unternehmen. Unser solides Geschäftsmodell und unsere gute Positionierung werden unsere Rolle im Finanzierungsgeschäft an Unternehmen in Südtirol weiter stärken; wir werden die Raiffeisenkassen tatkräftig unterstützen“, so abschließend der Generaldirektor.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen