"Miteinander in Bewegung – damit Gemeinschaft wächst"

Vom Ich zum Wir: Der KVW stellt den Menschen in den Mittelpunkt

Donnerstag, 25. August 2022 | 13:15 Uhr

Bozen – Unsere Gesellschaft ist im Umbruch: Nach Jahren wirtschaftlichen Wohlstands und Aufschwung, ist in den letzten Jahren vieles in Bewegung. Viele Menschen sind in aus dem Gleichgewicht geraten und der Individualismus hat zugenommen. Der KVW, größter Sozialverband Südtirols, hat e sich zur Aufgabe gemacht, Menschen wieder einander näher zu bringen und Gemeinschaft zu fördern. Heute wurde auf einer Pressekonferenz das Jahresthema 2022- 2023 „Miteinander in Bewegung-damit Gemeinschaft wächst“ vorgestellt.

“Von Reschen bis nach Winnebach und von Brenner bis nach Salurn, seit seiner Gründung im Jahr 1948, sind die Anliegen des KVW immer noch dieselben: Kapillar in den einzelnen Ortschaften von ganz Südtirol vertreten zu sein und Arbeitnehmern niederschwellige Unterstützung in unterschiedlichsten Bereichen zu bieten. Hilfe bei der Vorsorge und Fürsorge, Weiterbildung, Begleitung von Wohnbaugenossenschaften… sind die Aufgaben die sich der KVW nach wie vor auf die Fahnen schreibt. Orte der Begegnung zu schaffen ist ein ganz zentrales Leitmotiv des größten Sozialverbandes Südtirols. Bedingt durch die Pandemie, waren gemeinsame Reisen, Bildungsveranstaltungen in Präsenz und Seniorentreffs nicht mehr möglich: das Erleben von Gemeinschaft wurde massiv eingeschränkt. Nun ist es höchst an der Zeit vom Ich zum Wir zurückzukehren”, so der KVW.

“Die Südtiroler Gesellschaft verändert sich: Die äußeren Umstände wie ein galoppierende Inflation, der Ukrainekonflikt und der Klimawandel bedrohen unsere Lebensqualität, ebenso wie die hohen persönlichen Erwartungen, die wir an uns selbst stellen. Auch im reichen Südtirol gelingt es immer weniger jungen Menschen ein Eigenheim aus eigenen Mitteln zu errichten, mit dem Einkommen auszukommen und den hohen Lebensstandard der vorhergehenden Generation zu halten. Die Armutsgefährdung ist gewachsen und trotz hoher Inflation und Personalnotstand in vielen Bereichen, stagnieren Einkommen seit Jahren. Dabei fußt eine florierende Wirtschaft immer auch auf einem sozialen Gleichgewicht, das sich nicht nur in nackten Zahlen niederschlägt”, so der KVW.

Der KVW setzt sich für die Menschen ein und will weiterhin ein Sprachrohr für Themen wie Arbeit, Sicherheit, Ausbildung, und Wohnen sein und spricht sich gegen neoliberale Ansätze aus.

„Die Aufgabe unseres Verbandes ist es die Bedürfnisse der Schwächeren zu erkennen und Lösungen im Sinne der christlichen Soziallehre zu finden. Dabei müssen wir dynamisch sein und in Bewegung bleiben“, erklärte Landesvorsitzender Werner Steiner im Rahmen der Pressekonferenz zur Vorstellung des Jahresthemas. „Wenn wir uns als Ehrenamtliche mit der Planung unserer Tätigkeiten befassen, überlegen wir was unsere Gemeinschaft braucht, damit es jedem Menschen möglich wird, ein Leben in Würde zu führen“, so Steiner. Monika Gatterer, stellvertretende Vorsitzende, betonte die Notwendigkeit des Zusammenwachsens der Gesellschaft. Gerade in schwierigen Zeiten könne ein Netz und eine Struktur, wie sie der KVW bietet, Halt und Orientierung geben.

Das Jahresthema sei gleichzeitig auch eine Einladung an den Verband sich für die Zukunft zu rüsten. “Der KVW soll auch weiterhin eine attraktive Anlaufstelle für die Menschen bleiben, nämlich eine Wertegemeinschaft, welche über die Dienstleistungen hinausgeht.” Ganz wichtig sei in diesem Zusammenhang auch die Gesprächskultur: Der KVW möchte auch weiterhin Orte der Begegnung ermöglichen und stellt dafür Orte mit angenehmer Atmosphäre bereit. “Auch so wächst Gemeinschaft, schließlich kann Gemeinschaft nicht verordnet werden, sondern die Menschen müssen ständig daran bauen.”

Der geistliche Assistent im KVW Karl Brunner ergänzt, „Wir leben in einer Zeit, wo den Menschen vorgegaukelt wird, dass sie es alleine schaffen müssen und wer es nicht alleine schafft sei ein Loser. Daher ist es unsere Aufgabe, in Erinnerung zu rufen, wie sehr wir miteinander verbunden sind und dass es auf jede und jeden von uns ankommt. Wenn wir uns – als viele selbstverantwortliche Individuen – miteinander auf den Weg machen und Gesellschaft gestalten, dann erkennen wir nicht nur den Wert des Zusammenhalts, sondern werden auch zu einer echten Bewegung. Und das ist die Herausforderung für unseren Verband und auch für unsere Gesellschaft.“

Das Jahresthema des KVW will aufzeigen, wie wichtig ehrenamtliches Engagement ist und wie Gemeinschaft gelebt werden kann, wenn sich Menschen für ein gemeinsames Ziel einsetzen. In Gesprächen werden Ansichten vorgebracht und Ideen entwickelt. Wenn wir Lösungen wie „Miteinander in Bewegung“ suchen, werden wir sehen, dass „Gemeinschaft wächst“.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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