Volkswagen gestand Schuld ein

VW bekennt sich vor US-Gericht wegen “Dieselgate” schuldig

Freitag, 10. März 2017 | 18:26 Uhr

Volkswagen steuert bei der juristischen Aufarbeitung des Dieselskandals in den USA einem Ende entgegen. Die Wolfsburger plädierten am Freitag vor dem Bezirksgericht in Detroit in allen drei Anklagepunkten auf schuldig – der Verschwörung zum Betrug, der Behinderung der Justiz sowie dem Verkauf von Waren unter falschen Angaben.

Damit schuf der Konzern die Voraussetzung dafür, dass der im Jänner mit dem US-Justizministerium ausgehandelte Vergleich wirksam werden kann, in dem VW eine Geldstrafe von umgerechnet rund 4,1 Milliarden Euro (3,89 Mrd. Euro) akzeptiert. Das Urteil will Richter Sean Cox am 21. April verkünden.

Bis dahin will das Gericht den Antrag eines Anwalts über weitere Entschädigungen prüfen. Das US-Justizministerium und VW argumentierten, geschädigten Autobesitzern seien bereits erhebliche Summen zugesagt worden. “Dies ist ein sehr ernstes Verbrechen”, sagte Cox. Es obliege ihm, eine Entscheidung zu treffen.

In den Verhandlungen mit der US-Justiz hatte VW eingestanden, mit Abgasangaben Behörden und Kunden betrogen, Umweltrecht verletzt und die Justiz behindert zu haben. Verantwortlich gemacht dafür werden Manager unterhalb des Konzernvorstands. Das Justizministerium klagte insgesamt sieben hochrangige Führungskräfte an, sechs davon im Jänner. Einer von ihnen sitzt seither in den USA in Untersuchungshaft. Ein weiterer VW-Ingenieur war zuvor bereits angeklagt worden.

Als Teil der Vereinbarung muss der Dax-Konzern sein internes Kontrollsystem zur Einhaltung von Vorschriften verbessern und sich für drei Jahre einer unabhängigen Aufsicht unterwerfen. Dafür entsenden die USA einen Aufpasser nach Wolfsburg, der Zugang zu Dokumenten haben und die Bemühungen des Konzerns zur Einhaltung der Umweltgesetze bewerten soll. Es steht noch nicht fest, wer dies sein wird. Beim Konkurrenten Daimler hatte vor einigen Jahren nach Bestechungsvorwürfen der ehemalige FBI-Chef Louis Freeh eine ähnliche Aufgabe übernommen.

Im vergangenen Jahr hatten VW und die Konzerntochter Audi bereits zwei zivilrechtliche Vergleiche mit Besitzern der fast 600.000 betroffenen Dieselautos sowie mit Händlern und Behörden über fast 17 Milliarden Dollar (derzeit 16,11 Mrd. Euro) erzielt. Einschließlich der von der amerikanischen Justiz verhängten Strafzahlung von 4,3 Milliarden Dollar sowie weiterer Risiken hat der Konzern bisher 22,6 Milliarden Euro für den Dieselskandal zur Seite gelegt. Der größte Teil davon entfiel auf 2015, das Jahr, in dem die Abgasmanipulation in den USA aufflog. Weitere 6,4 Milliarden Euro verbuchte VW im vergangenen Jahr.

Wenn das Gericht den Vergleich bestätigt, erhält Volkswagen Zugang zu dem umfangreichen Material der mit der Aufklärung des Skandals beauftragten US-Kanzlei Jones Day. Diese Unterlagen will der Konzern nutzen, um den Hergang der Dieselaffäre selbst noch einmal aufzuarbeiten. Dann könnten womöglich weitere Personen zur Rechenschaft gezogen werden.

Von: APA/ag.

Kommentare

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4 Kommentare auf "VW bekennt sich vor US-Gericht wegen “Dieselgate” schuldig"


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santina
Superredner
17 Tage 8 h

Volkswagen bekennt sich wegen kriminellem Betrug schuldig!
Der Verschwörung zum Betrug!
Der Behinderung der Justiz!
Dem Verkauf von Waren unter falschen Angaben!

Betrug war es auch im restlichen Teil der Welt!
In Deutschland hätte sich ja die Bundesregierung schuldig bekennen müssen!
Schließlich fungiert sie (insbesondere die Unionspolitiker) bereitwillig als parlamentarischer Arm dieser lupenreinen Betrüger!
Dies ist Strafvereitelung im Amt!

Wirtschaft geht in Deutschland wohl nur so!
Volkswagen, Deutsche Bank, Siemens …………

MickyMouse
Universalgelehrter
17 Tage 2 h

…………………und die Merkel und Dobrinth wussten natürlich von nichts-SUPER!😡😡😡 Schade dass man in Europa mit Sammelklagen nicht das erreichen kann wie in Amerika,sonst würde es dem Müller mulmig werden auch hierzulande!

santina
Superredner
17 Tage 1 h

Mich erinnert Volkswagen an die Energiekonzerne EON und VEBA vor der Energiewende.
Seit sie die Energiewende überrollt hatte, die sie mit aller Kraft verhindern wollten, kämpfen sie mit gigantischen Verlusten.
Genauso wird es Volkswagen ergehen, wenn die E-Autos und Tesla den Durchbruch schaffen.
Volkswagen jedoch läuft dem Hirngespinst des autonomen Fahrens hinterher oder versucht es zumindest.
Volkswagen wird in Zukunft mit ihren stillgelegten Fabriken, die auf Verbrennungsmotoren ausgelegt sind, gigantische Verluste produzieren und nur noch ums Überleben kämpfen! 

ses
Neuling
16 Tage 6 h

wenns amo vw nimma gib,sem wissn olla nimma dassts fiat ibohaup amol gebm ot.
geha amol orbatn,isch sinnvolla.
osch an sean hoss af teura autos,weilido kans doleischtisch??? noa musche natürlich an schrott fiat kafn

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