VW-Chef Diess: Europa muss bei Digitalisierung rasch aufholen

VW-Chef: Europa muss bei Digitalisierung rasch aufholen

Sonntag, 29. August 2021 | 18:22 Uhr

Eine Transformation der Wirtschaft aus der Pandemie heraus zu einer digitalen und nachhaltigen Wirtschaftsweise verlangt Strategien. Wie solche ausschauen können, ist am Sonntagabend beim Forum Alpbach bei einer Diskussion unter anderem mit Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess behandelt worden. Er zeigte sich besorgt, dass Europa in der Digitalisierung hinterherhinke. Es müsse aufholen. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) will Österreich innovativer machen.

“Es ist gut, dass Europa führend im Kampf gegen den Klimamodell ist”, sagte Diess. Hier müsse es gelingen, ein neues Geschäftsumfeld zu schaffen, damit Unternehmen einhergehend wachsen können. “Da gibt es viele Möglichkeiten, es ist ein Antrieb für Innovationen.” VW sehe im Kampf gegen den Klimawandel nicht Bedrohung sondern eine Möglichkeit.

Deutlich weniger positiv, sondern besorgt ist Diess beim Thema Digitalisierung und Europa. “Da hinken wir dem Rest der Welt hinterher. Wir müssen von den Wettbewerbern lernen, die anders denken. Wenn wir nicht schnell genug sind, werden wir Probleme bekommen.” Das Hinterherhinken hänge mit einem Kulturunterschied zu den USA und China zusammen. Bei uns seien Daten etwas Persönliches. In den USA und China handle es sich aber um etwas, mit dem man “arbeitet, innovativ ist, Geld daraus machen kann”. In Europa gebe es keine Firmen, deren Geschäftsmodell aus einer Datenbasis heraus laufe. Es sei auch zu spät, um große Firmen in dem Bereich aufzubauen. “Die Mobilität ist ein Bereich, wo das noch geht. Daher arbeiten wir an der Digitalisierung unserer Fahrzeuge – damit wir im IT-Bereich im Automotive-Sektor eine Rolle spielen.” VW investiere jährlich 2,5 Mrd. Euro in Software und Firmenzukäufe in diesem Bereich.

Wirtschaftsministerin Schramböck sagte, Österreich solle unter die zehn innovativsten Länder der Welt aufsteigen. Das sei wichtig, um für die nächste Generation Möglichkeiten zu sichern. Sie verwies auf die heimische Standortstrategie bis 2040. Es gehe dabei um eine Konzentration auf bestimmte Bereiche. Mobilität und digitale Services, Kultur und Tourismus sollen in die Strategie, so die für Digitalisierung zuständige Ministerin. Derzeit laufe ein Top-down- und Bottom-up-Prozess mit 150 Unternehmen. Im nächsten Schritt sollen Bürger auf digitalem Wege eingebunden werden. Nächstes Jahr wolle man fertig sein.

Diess sprach sich auch für eine stärker chancenorientierte Wirtschaftskultur in Europa. Die Firmen seien innovativ, aber im Finanzierungsbereich müsse sich etwas tun. EU-Finanzkommissarin Mairead McGuinness erhoffte sich viele Innovationen auf Basis des Green Deal als Plan für die Zukunft.

Von: apa

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