Herbert Diess - Seine Tage als VW-Chef sind gezählt

VW-Konzernchef Diess tritt überraschend ab

Freitag, 22. Juli 2022 | 18:32 Uhr

Herbert Diess tritt als Vorstandschef des Volkswagen-Konzerns ab. Der 63-Jährige habe sich mit dem Aufsichtsrat darauf verständigt, zum 1. September auszuscheiden, teilte das Unternehmen am Freitagabend überraschend mit. Nachfolger soll Porsche-Chef Oliver Blume werden. Die Entscheidung sei “einvernehmlich” gefallen, hieß es in Wolfsburg.

“Herr Dr. Oliver Blume wird den Vorstandsvorsitz übernehmen und daneben seine Funktion als Vorstandsvorsitzender der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG fortführen”, erklärte der Konzern in einer Information an die Finanzmärkte. Die Kontrolleure hätten bei einer Sitzung zudem beschlossen, dass VW-Finanzchef Arno Antlitz den bisherigen Porsche-Lenker Blume “im operativen Tagesgeschäft” unterstütze.

Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch dankte Diess. Dieser habe “sowohl in seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen als auch des Konzerns die Transformation des Unternehmens maßgeblich vorangetrieben”. Diess schob den Umbau von VW in der E-Mobilität maßgeblich voran. Allerdings gab es zuletzt auch etliche Probleme, vor allem bei der stockenden und sich nochmals verteuernden Entwicklung eigener Software- und IT-Systeme.

Blume hatte bereits länger als möglicher Nachfolger von Diess gegolten. Sein Name war hinter den Kulissen mehrmals gefallen, als sich ein Konflikt zwischen dem VW-Chef und dem mächtigen Betriebsrat um mögliche neue Sparprogramme im vergangenen Jahr hochschaukelte. Bereits davor hatte es heftige Meinungsverschiedenheiten mit Teilen des Aufsichtsrats über die weitere Strategie und über einen möglichen drastischen Arbeitsplatzabbau beim größten Autohersteller Europas gegeben.

Von: APA/dpa

Kommentare

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1 Kommentar auf "VW-Konzernchef Diess tritt überraschend ab"


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klablueter
klablueter
Neuling
25 Tage 5 h

Hoffentlich bringt das keine starke Kursänderung mit sich. Es ist zu spät um sich von E-Autos noch wegzubewegen gerade wenn sie kurz davor sind eigene Festkörperakkus herzustellen und dazu noch einen wichtigen Partner wie Rimac an der Angel haben.

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