VW-Manager Oliver S. wusste von den Abgasmanipulationen

VW-Manager prüft noch Rechtsmittel gegen US-Hafturteil

Sonntag, 10. Dezember 2017 | 07:18 Uhr

Der in den USA zu sieben Jahren Haft verurteilte VW-Manager Oliver S. überlegt noch, ob er den Richterspruch anficht. “Wir prüfen, ob wir Rechtsmittel einlegen”, sagte sein Berliner Anwalt Alexander Sättele der “Welt am Sonntag”. Ein rechtskräftiges Urteil ist demnach Voraussetzung dafür, dass S. einen Antrag auf Verbüßung seiner Strafe in einem deutschen Gefängnis stellen kann.

Die harte Strafe für den VW-Manager sei “keine Überraschung” gewesen, sagte sein Anwalt weiter. Er glaube nicht, dass S. beim Gericht einen VW-Malus gehabt habe. “Das Strafniveau ist einfach höher.”

Die Zeitung “Bild am Sonntag” berichtete, die Bemühungen der Anwälte, eine Überstellung nach Deutschland zu ermöglichen, beinhalteten auch die Möglichkeit eines Gefangenenaustausches.

Oliver S. war am Donnerstag von einem Bundesrichter in Detroit wegen Vertuschung der Abgasmanipulationen bei Dieselfahrzeugen von VW verurteilt worden. Der 48-Jährige hatte sich im August aufgrund einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft der Verschwörung zum Betrug an den USA sowie des Verstoßes gegen das Luftreinhaltegesetz schuldig bekannt. Er wusste nach eigenem Eingeständnis seit Sommer 2015, dass die Emissionswerte von Stickoxid mittels einer Software nach unten manipuliert wurden.

Der VW-Manager befindet sich seit Anfang Jänner in Haft. Er war während eines Urlaubs im US-Staat Florida festgenommen worden. Seine bisherige Haftzeit wird ihm den Gerichtsangaben zufolge auf seine Strafe angerechnet. Laut “Bild am Sonntag” muss S. 95 Dollar (81 Euro) pro Tag für den Haftaufenthalt bezahlen.

Von: APA/Ag.