VW hatte zuvor Manipulationen an Dieselmotoren einräumen müssen

VW-Skandal – Mehr als 400.000 Fahrer schlossen sich Klage an

Freitag, 01. Februar 2019 | 06:02 Uhr

Hunderttausende Dieselfahrer haben sich gegen VW verbündet: Drei Monaten nach Einreichung der Verbraucherklage im Abgasskandal gegen die Wolfsburger haben sich über 401.000 Autokäufer in das Register beim deutschen Bundesamt für Justiz eingetragen. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) klagt stellvertretend für sie gegen den Autobauer.

Ziel ist, dass Dieselfahrer leichter an Schadenersatz kommen. Wann das Gerichtsverfahren beginnt, ist noch nicht klar. Die hohe Zahl der Anmeldungen zeige, dass die Musterfeststellungsklage für viele Betroffene ein wichtiges Instrument sei, sagte vzbv-Vorstand Klaus Müller der Deutschen Presse-Agentur. Das Klageregister sei weiter offen, Dieselfahrer könnten sich noch bis zur mündlichen Verhandlung anschließen. Ob der Einzelfall zur Klage gegen VW passt oder nicht, wird allerdings beim Eintrag ins Register noch nicht geprüft. Das zeige sich womöglich erst in nachgelagerten Verfahren, sagte Müller.

Bei der Musterfeststellungsklage übernehmen die Verbraucherschützer das Prozessrisiko. VW hat ihre Forderungen zurückgewiesen: Die Autos seien genehmigt, technisch sicher und fahrbereit. Im September 2015 hatte VW Manipulationen an Dieselmotoren einräumen müssen. Vom Pflichtrückruf bei Volkswagen sind 2,5 Millionen Autos betroffen.

Die Anwälte des vzbv wollen für den Prozess unter anderem Unterlagen und Beweismittel aus den USA heranziehen. Hier hatte Volkswagen 2017 ein Schuldeingeständnis abgegeben und Straftaten wie Verschwörung zum Verstoß gegen Umweltgesetze und Behinderung der Justizbehörden eingeräumt. Mit dem Justizministerium schloss der Konzern einen milliardenschweren Vergleich zur Beilegung strafrechtlicher Ermittlungen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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9 Kommentare auf "VW-Skandal – Mehr als 400.000 Fahrer schlossen sich Klage an"


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tschonwehn
tschonwehn
Grünschnabel
17 Tage 20 h
Mir ist immer noch nicht klar, was für einen “Schaden” die Dieselfahrer in D haben sollen, außer ihrem eigenen Dachschaden. Die wollen doch nur jahrelang Auto fahren, dann die Autos, die ja behördlich abgenommen waren, an die Hersteller zurückgeben und den Kaufpreis erstattet haben. Die Ungerechtigkeit ist doch die, daß die Dieselfahrer mit ihren Stinkkisten die Umgebung versauen und dann noch durch merklich billigere Spritpreise gegenüber den Benzinern gefördert werden. Da haben sie etwas von den Amis abgeguckt, die wegen jedem Mückenschiss an ihren Autos die Hersteller verklagen um dann Milliardenbeträge abzukassieren. Anscheinend beginnt diese Methode allmählich auch in Europa… Weiterlesen »
Spartacus
Spartacus
Grünschnabel
17 Tage 18 h

@. Diesel haben überhaupt nicht eine schlechtere Schadstoffbilanz als Benziner, siehe neuere wissenschaftlichen Erkenntnisse. Es kommt nur darauf an, welcher Schadstoff für welchen Höchstwert geschäzt wird. Ja “geschäzt” – es geht auch nicht anders.

tschonwehn
tschonwehn
Grünschnabel
17 Tage 16 h

@Spartacus Die Diesel produzieren, im Gegensatz zu den Benzinern, einen schwarzen, rußigen Gestank und wie schön der ist wissen diejenigen, die meilenweit hinter einem auf einer schmalen Straße herfahren müssen und nicht überholen können. Soll mir bloß keiner erzählen wollen, daß das nicht gesundheitsschädlich ist. Diesel ist out, Benziner wird out und Wasserstoff wird die Zukunft.

Spartacus
Spartacus
Grünschnabel
17 Tage 12 h

@tschonwehn – Nur über 15 bis 20 J. alte Diesel stinken, aber die Nase kann einen Wert nur abschätzen. Daß die Grenzwerte nun in Frage gestellt werden könnte dem VW Konzern im Dieselstreit in die Hände spielen.

Paul
Paul
Universalgelehrter
17 Tage 20 h

Was passiert mit den zahlosen Lobbypolitikern, die haben das erst ermöglicht

prontielefonti
prontielefonti
Tratscher
17 Tage 18 h

Wos soll in de schun passiern? 😂

l OneManArmy l
l OneManArmy l
Superredner
17 Tage 20 h

Sie sind zugelassen, technisch sicher und fahrbereit, aber nicht gleichwertig.
Es hat schon einen Grund wieso VW betrogen hat… Mehr Leistung, bessere Laufzeit

Mikeman
Mikeman
Kinig
17 Tage 19 h

@ tschonwehn
Was SIE schreiben hat bestimmt was Wahres aber verdammt noch mal ist es mit dem heutigen Stand der Technik  nicht möglich obiektiv und definitiv festzulegen ob geschummelt wurde oder nicht???
Die ganze Rummstreiterei wird nebst ungeheuren Kosten sowohl für den Hersteller als auch die Kunden langsam lächerlich und könnte in Zukunft unkontollierbar ausarten.

longwolf
longwolf
Tratscher
17 Tage 18 h

So ein Skandal aber auch mit den Motoren! Und das atomare Aufrüsten? Was ist damit? Entwickeln die dafür auch fleißig einen Katalysator? Lasst euch nicht verarschen Mensch.

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