Keine Standortgarantie, viele Unklarheiten

Warten auf PSA-Pläne im Opel-Werk in Wien-Aspern

Dienstag, 07. März 2017 | 13:18 Uhr

Beim Motoren- und Getriebewerk von Opel in Wien-Aspern harren die rund 1.600 Beschäftigten (davon 70 Lehrlinge) den Plänen von PSA. Am Montag wurden alle drei Schichten über den Stand der Dinge informiert – wobei den Mitarbeitern nichts wirklich Konkretes über Ihre Zukunft werden konnte. Eine explizite Standortgarantie gibt es jedenfalls nicht.

Nach wie vor besteht die Gefahr, dass ein Teil der Motorenproduktion – wie angeblich von der früheren Konzernmutter GM geplant – 2018 ausläuft, hieß es von einem Belegschaftsvertreter zur APA. Man setze jedenfalls auf die hohe Produktivität und den guten Ruf der österreichischen Facharbeiter.

Aspern ist mit einer Jahresproduktion von rund 1,3 Millionen Einheiten eines der größten derartigen GM-Werke weltweit. Die Hauptabnehmer sind die Opel-Werke in Europa. In 90 Prozent aller neu zugelassenen Opel in Europa ist ein Produkt aus Österreich verbaut. Und jeder zweite Opel fährt mit einem Getriebe, jeder Dritte mit einem Motor “made in Austria”.

Unterdessen wird sich Opel nach den Worten von seinem Chef Karl-Thomas Neumann seine Eigenständigkeit als Marke bewahren. “Es ist wichtig, dass Opel eine echte deutsche Marke bleibt und dass (die Schwestermarke) Vauxhall eine echte britische Marke bleibt”, sagte Neumann am Dienstag auf dem Autosalon in Genf. “Opel wird Opel bleiben.”

Nach seinem Vortrag holte Neumann dann GM-Spitzenmanager und Opel-Aufsichtsratschef Dan Ammann sowie PSA-Boss Carlos Tavares auf die Bühne, um sich im demonstrativen Schulterschluss den Fotografen zu stellen. Zuvor hatte Neumann einen kleinen Geländewagen namens Crossland X vorgestellt – das Fahrzeug war gemeinsam mit PSA entwickelt worden. Tavares und Neumann bekräftigten bei dem Branchentreff, dass sie einen “europäischen Champion” schaffen würden.

Dank des Zusammenschlusses mit dem französischen Konzern seien die Perspektiven gut, so der Opel-Chef. “Wir werden von der Größe profitieren sowie von einer gemeinsamen Entwicklung und Herstellung von Autos und von zwei sehr starken Ingenieurteams, die ihre Kräfte bündeln.” Opel schreibt seit 17 Jahren rote Zahlen, 2016 konnte die Firma mit Sitz im hessischen Rüsselsheim ihre Verluste aber deutlich eindämmen.

Von: apa

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