Bis 55 Zoll genügen laut Experten Full-HD-Player

Was Blu-ray-Player können sollten

Donnerstag, 06. Dezember 2018 | 11:44 Uhr

Der DVD-Spieler ist endgültig kaputt. Doch wie soll der Ersatz aussehen? Die Auswahl ist groß. Blu-ray für Full HD, UHD-Blu-ray und Streaming-Dienste via Internet konkurrieren miteinander. Die richtige Wahl hängt von der sonstigen TV-Ausstattung im Wohnzimmer ab.

Fernsehen und Heimkino befinden sich im stetigen Wandel. Die einst als Format der Zukunft gefeierte Blu-ray könnte vielleicht bald Vergangenheit sein. Filme lassen sich in Full HD und teils sogar in UHD mit vierfacher Full-HD-Auflösung über das Internet anschauen. Doch aktuelle Blu-ray-Player können noch viel mehr als nur Filme wiedergeben.

Die Verkaufszahlen für Abspieler von Films-Discs sind stark rückläufig. Stefan Witzel hat eine klare Ansicht dazu: “DVD-Player haben ausgedient”, sagt der Chefredakteur des “AV-Magazin”. Wer sich heute einen Player für Film-Scheiben kauft, sollte zu Blu-ray greifen. Man unterscheidet Geräte für Full HD und UHD. Mit Full HD (1.920 mal 1.080 Pixel) werden bereits größere Bildschirme mit hinreichend scharfen Bildern versorgt. UHD (Ultra High Definition) ist die nächsthöhere Stufe mit einer Auflösung von 3.840 mal 2.160 Bildpunkten.

Was muss ein guter Blu-ray-Spieler können?

Das ist eine Frage des Anspruchs. Gute Bilder liefern mittlerweile alle Geräte, sodass Unterschiede für einen Durchschnittsseher kaum erkennbar sind. Den Unterschied machen eher Zusatzleistungen aus wie Apps. Zwar haben inzwischen auch günstige Player Zugang zum Internet, doch Anzahl und Anbieter der Apps unterscheiden sich. Nicht immer stehen zum Beispiel Netflix oder Amazon für Video on Demand zur Verfügung. Ein weiterer wichtiger Unterschied liegt in der Verarbeitung. “Allzu günstige Modelle aus dünnem Plastik fühlen sich billig an und können beim Abspielen bis zu einem Abstand von rund zwei Metern hörbar sein”, sagt Roland Seibt, Heimkinospezialist der Zeitschrift “video”.

Wann lohnt sich ein UHD-Spieler?

Das hängt von der Bildgröße des TV-Geräts ab. Seibt meint, dass sich die vierfache Full-HD-Bildpunktzahl erst ab einer Schirmdiagonale von 65 Zoll deutlich genug bemerkbar macht. Das sind 165 Zentimeter. Bis 55 Zoll mit rund 140 Zentimeter Diagonale reicht Full HD aus. Bei 60 Zoll, also rund 152 Zentimetern Diagonale, besteht laut Witzel eine Wahl. Der Testspezialist tendiert hier aber zu UHD. Als maximalen Sichtabstand empfiehlt er zwischen drei und fünf Meter.

Was kosten Blu-ray-Spieler?

Es gibt Full-HD-Modelle für 50 Euro. Wer jedoch eine bessere Verarbeitungsqualität sucht, liegt eher bei 100 Euro richtig. Die neuesten UHD-Spieler kosten rund 150 Euro oder weniger. Doch hier würde Seibt eher nach Geräten ab 200 Euro Ausschau halten. Nach oben sind die Preise offen, man kann 2.000 Euro und mehr ausgeben. Dann spielen Feinheiten in der Bild- und Klangqualität eine Rolle.

Lohnt es sich nicht eher, Full-HD- und UHD-Filme zu streamen?

Blu-ray liefert laut Seibt eine Datenrate bis zu 50 Megabit pro Sekunde. Seinen Angaben nach erreichen die Filmanbieter über das Netz lediglich zwischen rund 10 und 15 Megabit pro Sekunde für UHD und dem neuen Kontrastformat HDR (High Dynamic Range) zusammen.

Wer einen TV-Bildschirm höherer Qualität besitzt, sieht den Unterschied: “Schnelle Bewegungen führen hin und wieder zu Klötzchenbildung. Und statt feinen Helligkeitsverläufen entstehen streifenartige Helligkeitsstufen.” Schwankungen der Datenrate können zudem zu Schärfeverlust führen. Im Weiteren gibt er zu bedenken, dass in der Regel maximal 5.1-Surround-Sound im Angebot steht, und das nur bei den Topfilmen. Mit Blu-ray dagegen seien deutlich mehr Kanäle üblich bis hin zu Dolby Atmos für 22 Lautsprecher.

Gibt es Universal-Player für alle Bild- und Tonformate?

Laut Stefan Witzel haben Blu-ray-Player auch beim Thema Musikhören einiges zu bieten. Echte Universal-Player gebe es zwar nur wenige, da die Formate DVD-Audio und SACD fast nur im teuren High-End-Segment anzutreffen sind. Ansonsten könnten hochwertige Abspielgeräte den CD-Spieler aber durchaus ersetzen. Denn fast alle gängigen Formate sind abgedeckt, etwa der CD-Codec WAV oder der datenreduzierte Codec MP3. Aufpassen muss man eher bei den Anschlüssen, da viele günstige Modelle nur noch HDMI-Ausgänge besitzen. Ältere AV-Receiver benötigen jedoch Lichtleiter- oder Cinch-Verbindung für die Digitalanbindung. Stereoverstärker benötigen sogar oft noch Cinch-Analogkabel. Film-DVDs spielen übrigens alle Blu-ray-Player ab.

Gibt es Unterschiede in der Bedienung?

Bei früheren Modellen musste man lange warten, bis die Blu-ray endlich startete. Das hat sich geändert, die Zeitunterschiede sind aus Expertensicht nicht mehr groß. Einfacher in der Handhabung sind sogar eher die günstigeren Varianten, weil die Einstellmöglichkeiten deutlich geringer ausfallen. Die Menüführung ist meist unkompliziert. Nur vor Billigfernbedienungen ohne Zahlentasten rät Seibt ab. Das schränkt den schnellen Umgang mit Film- und Musikscheiben ein.

Von: APA/dpa

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