Viele Apps starten tendenziell viele Prozesse. Damit kommt Android aber gut klar

Was Cleaner-Apps taugen

Donnerstag, 13. August 2020 | 10:02 Uhr

Mehr freier Arbeitsspeicher? Ein spürbar flotteres System? Wer hätte das nicht gerne. Wie gut, dass es sogenannte Cleaner-Apps gibt, die genau das versprechen. Aber können sie es auch einhalten?

Die Installation von Cleaner-Apps, die das Android-Betriebssystem von Smartphones blitzblank putzen, optimieren und beschleunigen wollen, kann man sich getrost sparen.

Auch wenn sie im Google Play Store zahlreich vertreten sind: Die meisten dieser App bringen wenig bis gar nichts, informiert das Verbraucherschutzportal “Mobilsicher.de”.

Das liege daran, dass die meisten bekannten Aufräumgrundsätze aus der PC-Welt stammen – und bei Androiden gar nicht nötig sind. Im Zweifel brächten Cleaner- und andere Systemoptimierer-Apps nur Werbung aufs Gerät. Teils stünden sie sogar im Verdacht, Nutzer-, Nutzungs- und Gerätedaten auszuspionieren.

Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt also besser Android-interne Werkzeuge, anstatt sinnlose bis gefährliche Apps zu installieren. Zwei Tools finden sich leicht in den Einstellungen:

Der Cache: Normalerweise sorgen Apps selbst dafür, dass nicht zu viele Dateien im sogenannten Cache einer Anwendung landen, also einem reservierten Speicherplatz für temporäre Dateien. Diese werden von der App gewöhnlich selbst gelöscht.

Wenn eine App plötzlich langsam oder fehlerhaft läuft, kann es aber sein, dass etwas mit ihrem Cache nicht stimmt. Dann ist es einen versuch wert, diesen manuell zu leeren, unter “Einstellungen/Apps/gewünschte App/Speicher/Cache leeren”.

Der RAM: Dass der Arbeitsspeicher (RAM) möglichst leer sein und Hintergrundprozesse von Apps deshalb möglichst schnell wieder beendet werden sollten, ist ein weit verbreitetes Missverständnis. Dabei verhält es sich sogar anders herum: Android ist so konzipiert, dass der RAM möglichst voll ausgelastet ist.

Wenn man eine neue Anwendung startet und nicht mehr ausreichend RAM verfügbar ist, kümmert sich das Android-System automatisch ganz von selbst darum: Es schließt die am längsten aktiven, unwichtigsten Anwendungen der Reihe nach und lässt etwa wichtige “Dauerläufer”-Apps wie Messenger unangetastet.

Einzige Ausnahme, bei der Nutzerinnen und Nutzer selbst aktiv werden sollten: Eine App hat sich aufgehängt. Dann lohnt es sich, die Hintergrundprozesse der jeweiligen Anwendung manuell zu beenden, unter “Einstellungen/Apps/gewünschte App/Beenden erzwingen”.

Von: APA/dpa

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