Immer anspruchsvollere Programme zwingen den Rechner in die Knie

Was langsame PCs wieder aufmöbelt

Mittwoch, 08. September 2021 | 10:18 Uhr

Das Hochfahren dauert ewig, beim Laden der Programme wird man alt und grau. Zeit für einen Griff in die Trickkiste, um den Rechner wieder flott zu machen. Tatsächlich wird mit den Jahren meist nicht der Computer selbst langsamer. Laut Jörg Geiger vom Computermagazin “Chip” sind es Programme und Dienste, die mit der Zeit mehr Leistung fordern. Und den Rechner irgendwann in die Knie zwingen.

Das liegt daran, dass Software und Dienste immer für aktuelle Hardware entwickelt werden: “Hat man dann ein älteres System, denkt man, der PC ist langsamer, dabei sind nur die Anforderungen gewachsen”, erklärt der Informatiker. Mit dem Effekt aber, dass Rechenprozesse tatsächlich länger dauern.

Oft sind daran auch vergessene Programme Schuld, die nie deinstalliert wurden. Diese beanspruchen Speicherplatz und damit Rechenleistung, erklärt Jörg Hähnle. Der Windows-Sachbuchautor und Betreiber von “Paules-PC-Forum.de” weist auf ein weiteres Problem hin: “Viele Anwendungen nisten sich im Autostart des Betriebssystems ein und führen damit zu langen Startzeiten des Systems”.

Auf Unnötiges verzichten

Als ersten Schritt empfehlen die Experten, unnötige Programme zu deinstallieren. Die entsprechende Option findet sich unter “Windows-Einstellungen – Apps – Apps & Features”. Laut Redakteur Geiger sollten immer etwa 20 Prozent des Speicherplatzes auf dem Massenspeicher frei bleiben.

Sachbuchautor Hähnle rät darüber hinaus mittels Task-Manager zu kontrollieren, welche Programme beim Systemstart mitgestartet werden. Dort kann man in der Spalte “Startauswirkungen” einsehen, wie sehr einzelne Anwendungen den PC-Start verlangsamen.

Defragmentieren nicht immer sinnvoll

Als Allheilmittel wird oft das Defragmentieren empfohlen. Dabei werden zerstückelt gespeicherte Daten umsortiert und so angeordnet, dass sie sich wieder schneller lesen lassen. Ob Defragmentieren sinnvoll ist, hänge aber vom Typ des Massenspeichers ab, warnt Sebastian Klöß vom IT-Branchenverband Bitkom.

Bei älteren Festplatten, den HDDs, sei das Zusammenfügen von Dateifragmenten aufgrund ihrer Funktionsweise hilfreich. Klöß erklärt warum: “Ist eine Datei sehr zerstückelt gespeichert, muss sich die Festplatte häufiger drehen, und das kostet natürlich Zeit.”

Bei den heute üblichen SSDs dagegen sei das Verfahren eher schädlich, denn diese funktionieren nicht mechanisch, und ihre Speicherzellen haben nur eine bestimmte Lebensdauer. Durch ständiges Umorganisieren würde man diese verkürzen, so Klöß.

Windows 10 hat zudem eine standardmäßig aktivierte Optimierung für SSDs. In der Systemsteuerung unter dem Punkt “Speicher” gibt es den Befehl “Laufwerke optimieren”: “Dort sieht man, welcher Speichertyp verbaut ist, wann zuletzt analysiert wurde und wie der aktuelle Status ist”, sagt Klöß. Verbraucher mit SSD können und sollten sich manuelles Defragmentieren also sparen.

Finger weg von der Registry

An der sogenannten Registry sollte man nur schrauben, wenn man sich wirklich damit auskennt. Es passiere schnell, dem System durch Löschen weiterhin benötigter Einträge zu schaden, sagt Jörg Hähnle.

Der Windows-Experte vergleicht die Registry mit einem Apothekerschrank voller Informationsschubladen “Benötigt Windows einige dieser Infos, werden gezielt die Passenden geöffnet. Schubladen mit veralteten oder unnötigen Inhalten, werden vom System einfach nicht beachtet”. Doch braucht es Know-how, das als User einzuschätzen.

Die Arbeit könnte man Registry Cleanern überlassen, die Jörg Geiger von “Chip” aber für weniger sinnvoll hält als Drittanbieter-Programme mit weiteren Cleaning-Funktionen. Beim Virenschutz setzt Experte Klöß dagegen auf Windows-Bordmittel: “Der Defender ist gut ins System integriert und bietet bereits verlässlichen Schutz bei niedriger Systemlast.” Antiviren-Programme von Drittanbietern dagegen können viel Speicherplatz beanspruchen.

Geheimtipp: Staubwischen

Damit ein Windows-PC dauerhaft flüssig läuft, braucht es vor allem eines: regelmäßige Pflege. Dazu gehört, unnötige Programme zu deinstallieren, den Autostart zu bereinigen und Systemchecks zu machen. Auch den PC zu entstauben, könne hilfreich sein. Überhitzt das System, weil Lüftungsschlitze sich zusetzen, wird die Leistung gedrosselt, erklärt Klöß.

Wer noch eine Festplatte nutzt, sollte diese gegen eine SSD tauschen. Das bringt laut Geiger einen deutlichen Leistungszuwachs. Der durchschnittliche Nutzer könne sich für seine Systempflege dann auf die Windows-Boardmittel verlassen, auch weil Windows 10 und 11 bereits sehr gut optimiert seien. “Und diesen einen Geheimtipp, der den zehn Jahre alten PC zur Rennsemmel macht, gibt es eh nicht.”

Von: APA/dpa

Kommentare

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18 Kommentare auf "Was langsame PCs wieder aufmöbelt"


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super
super
Tratscher
13 Tage 1 h

Kann die Schritte nicht ausführen. Nutze Linux 👌

Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
12 Tage 23 h

wieso 🤔 läuft Linux auf der SSD nicht ? 😁
mir ist im obigen Bericht aufgefallen daß der Arbetssspeicher nicht erwähnt wird ( betrifft dich ja nicht so sehr, Linux ist ja recht genügsam) bei Windows sollte aber schon der größtmögliche Arbeitsspeicher verbaut werden, den das jeweilige System erkennt

Selwoll
Selwoll
Grünschnabel
12 Tage 20 h

alels purer Quatsch, ein altes Roß mit streicheln schneller machen?
das einzige was es bringt: auf SSD umrüsten! für alle Notebooks bis zu einem Alter von etwa 7 Jahren ökonomisch machbar

Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
12 Tage 18 h

@Selwoll, bei einem Reitturnier ( zocken od. so) wirst du mit einem alten Roß nicht mehr mitmachen können, aber nur Büroarbeiten od. Internetsurfen (z.B. SN lesen 😁) sollte schon noch drin sein, auf einem tragbaren Rechner sollte SSD schon längst drin sein ( im idealfall M.2 od.3) weniger Gewicht und nicht anfällig auf erschütterungen.. Windows 11 wird aber auf einem Rechner der älter als 4-5 Jahre ist sowieso nicht laufen

The secret garden
The secret garden
Grünschnabel
12 Tage 15 h

@super: Ich habe auch einen Linux-PC, aber gegen MS Teams hat selbst Linux keine Chance. Habe noch nie ein Programm gesehen, dass sich dermaßen im Arbeitsspeicher breit macht und dass sich nach jeder Verwendung selber in die Liste der Programme einträgt, die beim Start geladen werden.

The secret garden
The secret garden
Grünschnabel
12 Tage 15 h

Oh, der Fehlerteufel… das, nicht dass

schneidigozoggla
12 Tage 21 h

Hmmm … also will mo der Artikl sogn es wor koane guite Idee mein PC nochn fuchzigschtn Mol dassa ogstirzt isch amfoch apor Mol gegen die Wond zi semmln? 
Interessant.

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
12 Tage 19 h

Nein, das hat sicher nichts geholfen!
Mit dem Kopf solltest du es vielleicht mal versuchen…

Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
12 Tage 18 h

@schneidigo.. probier mol, a guito (SSD) hebs und um an letzn isch eh … 😂

Moods
Moods
Tratscher
12 Tage 23 h

Wichtig auch regelmäßig die System- und Programmupdates zu machen. 

rastan
rastan
Grünschnabel
12 Tage 20 h

Ich glaube nicht dass updates das etwas beitragen das system fit zu halten.. eher das gegenteil, für sicherheit usw ok aber updates selber blähen das system auch in der zeit mehr auf als sonst was.. ich habe windows und linux auf dem rechner.. linux ist immer gleich schnell und speziell das herunterfahren dauert viel weniger als bei windows

Moods
Moods
Tratscher
12 Tage 19 h

@rastan probier mal Win10 nicht upzudaten und nach ca. 1 Jahr wird die Maschine im Schnarchzustand ein Schattendasein führen.

rastan
rastan
Grünschnabel
12 Tage 17 h

das wäre mir neu.. dann müsste auch ein frisch installiertes windows 10 mit nur allen notwendigen treibern grottenlangsam sein? bei mir wars richtig flott und das bevor ich anfing die tonnen von updates zu holen die klarerweise fehlten, ich will jetzt nicht behaupten das updates das system ausbremsen aber das die updates das system schneller machen glaub ich ist meistens nicht der fall… ausser es sind spezifische updates für irgendwelche spezifische probleme in der richtung, gibs ja..

magari
magari
Grünschnabel
12 Tage 15 h

Ohne Updates wird ein System was vor 1 Jahr aufgesetzt wurde nicht langsamer. Wo hast du denn den Schmarrn her? Bitte keine Märchen von Softwareabnutzung erzählen.

tfoler
tfoler
Grünschnabel
12 Tage 20 h

Jo super, Informatiker an der tfo und olm no longsome pcs, dofir isch meiner dorhoam hundertfoch so schnell wia der in der schual 

magari
magari
Grünschnabel
12 Tage 15 h

Frag mal den Direktor an der Schule warum die HDDs nicht durch SSDs ersetzt werden.

tfoler
tfoler
Grünschnabel
11 Tage 19 h

Informatik Prof beschwert sich olm doss sie koane SSD hoben ober de sein ah schun stoanolt

berthu
berthu
Universalgelehrter
12 Tage 3 h

Die Hintergrundüberwachung jeden Klicks, was da so alles über den Taskmanager angezeigt wird, was wann gerade aktiviert, geschlossen und Daten sammelt und auch weitermeldet…
Und jede neue Windowsversion blockiert ältere Programme, schon beim Installieren, oder danach mit fehlenden Treibern, abgesehen von den veränderten Schnittstellen. 90% (außer Musik, Bilder, Filme) füllt das System mit viel Mist, Sprachversionen, Doubles, BAK, Tmp und anderen Kopien. Im Großen und Ganzen: skrupellos geplante Obsoleszenz, meist nicht mal hardwareverschuldet. Die Systempflege ist fast so aufwändig, wie eine Kuh versorgen.
Geht halt nicht mehr ohne;-)

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