Generationen-Treffen: Playstation 5 (li.), Xbox Series S und Xbox Series X

Welche Konsole soll es sein?

Freitag, 20. November 2020 | 09:58 Uhr

Mit neuen Konsolen buhlen Microsoft und Sony um die Gunst der Gamerinnen und Gamer. Es gab aber selten so wenige Gründe, in die neue Generation zu investieren. Doch warum ist das so?

Für Gamerinnen und Gamer beginnt eine neue Zeitrechnung: Mit Playstation 5 (PS5), Xbox Series X und Xbox Series S kommen die neue Konsolen auf den Markt. Die Entscheidung, welche es werden soll, ist nicht leicht. Eine Hilfestellung:

Was haben die Konsolen gemeinsam?

Das bezeichnende Feature dieser Konsolengeneration sind schnelle SSD-Speicher. Damit werden Ladezeiten drastisch reduziert. Die Konsolen starten und die Spiele laden viel schneller, teilweise in der Hälfte oder einem Drittel der Zeit im Vergleich zu den Vorgängern.

In Zukunft könnte das auch die Games an sich verändern. Denn Ladezeiten müssen nicht mehr so sehr kaschiert werden – beispielsweise mit Toren, die sich langsam öffnen oder engen Gängen, durch die sich die Spielfiguren zwängen.

Natürlich bringen die Konsolen auch mehr Grafikpower mit. Die neuen Chips ermöglichen höhere Auflösungen und Bildwiederholraten. Auch das sogenannte Raytracing wird unterstützt. Dadurch gibt es hübschere Lichteffekte und realistischere Spiegelungen.

Beide Konsolen kommen in zwei Ausführungen. Was sind die Unterschiede?

Die zwei Versionen der Playstation 5 unterscheiden sich nur durch das 4K-UHD-Blu-ray-Laufwerk – und dadurch im Preis: Die PS5 mit Laufwerk kostet 499, die “Digital Edition” 399 Euro. Die höhere Investition könnte sich über die Lebenszeit aber auszahlen, da mit der “Digital Edition” keine gebrauchten Spiele genutzt werden können. Dafür ist die Optik ohne Laufwerk etwas ansprechender, weil symmetrischer.

Bei der Xbox gibt es mehr Unterschiede. Neben dem fehlenden Laufwerk hat die Series S im Vergleich zur Series X nur die Hälfte an Speicherplatz (512 Gigabyte) und weniger Rechenpower. Deswegen sind hier auch die erzielten Auflösungen geringer.

Die Series S eignet sich deshalb vor allem für Spielerinnen und Spieler mit kleineren Bildschirmen und weniger ressourcenhungrigen Games. Oder etwa als Zweitkonsole. Mit gerade einmal 299 Euro ist vor allem der Preis der Series S eine Kampfansage.

Welche Konsole hat die meiste Power?

Rein nach Ausstattung und Zahlen: die Xbox Series X für 499 Euro. Laut Microsoft kommt sie auf 12,15 Teraflops Grafikleistung, die PS5 nach Angaben von Sony dagegen auf 10,28 Teraflops. Auch die Prozessoren sind bei der Series X schneller und mit 1 Terabyte hat sie am meisten Speicherplatz.

Doch das sind nur Zahlen – wichtiger ist, wie die Konsolen die Kraft nutzen. Erste Tests, darunter von “Digital Foundry”, legen nahe, dass Xbox Series X und PS5 in der Performance sehr nahe beieinander liegen.

Wo gibt es die besseren Spiele?

Das ist bisher der wunde Punkt dieser Generation. Fast alle Games für die neuen Konsolen gibt es auch für die Vorgänger PS4 und Xbox One. Wirklich exklusiv ist bisher nur das auf der PS5 vorinstallierte “Astro’s Playroom” und das Remake von “Demon’s Souls”. Auch viele Spiele, die in den nächsten Monaten herauskommen, erscheinen noch für die bisherigen Konsolen.

Punkten wollen die Hersteller dagegen mit Abwärtskompatibilität. Auf allen Konsolen kann man auch Games der Vorgänger zocken. Mit der PS5 laufen fast alle Spiele, die es für die PS4 gab. Oft kann man auch die Spielstände übertragen. Bei der Xbox geht es teilweise bis zur ersten Generation zurück.

Bei der Auswahl der Spiele können die digitalen Abos helfen. Xbox setzt hier voll auf den Game Pass, den es ab rund 10 Euro pro Monat gibt. Hier landen alle exklusiven Xbox-Spiele sofort nach Veröffentlichung. Künftig wohl auch die Blockbuster des vor kurzem gekauften Studios Bethesda.

Für ein paar Euro mehr gibt es im Game Pass Ultimate zusätzlich noch weitere Features wie Online-Multiplayer und Cloud Gaming sowie die Games, die im Abo “EA Play” enthalten sind, darunter Spiele der Reihen “Fifa”, “Need For Speed” und “Battlefield”.

Ein ähnliches Angebot, allerdings mit weniger aktuellen Spielen, ist Playstation Now (PS Now), ebenfalls für rund 10 Euro pro Monat. PS Now wird von Sony weniger aggressiv beworben, hat mit 600 Spielen allerdings einen beeindruckenden Katalog. Rund die Hälfte davon sind Spiele der PS4.

Was macht der Controller aus?

Während der Xbox-Controller nahezu gleichgeblieben ist, hat die PS5 einen neuen Controller namens Dualsense. Er sieht nicht nur anders aus, auch das Innenleben ist neu. Der Controller gibt besonderes haptisches Feedback, was sich vor allem im Spiel “Astro’s Playroom” zeigt.

Beispielsweise gibt es eine Stelle, an der man mit einer Kugel über verschiedene Oberflächen rollt – Sand, Fels oder Matsch – und sich dementsprechend die Vibration des Controllers ändert. Außerdem geben die hinteren Schultertasten Widerstand. Das ist schwer zu erklären, gibt Games aber tatsächlich eine neue Erlebbarkeit. Die Frage ist nur, inwieweit diese Features bei künftigen Spielen wirklich genutzt werden.

Welche Konsole sollte man also kaufen?

Das ist weniger eine Frage der Technik als mehr eine Frage des Ökosystems. Ein neues Spielgefühl mit dem “Dual Sense”-Controller und regelmäßig große, exklusive Blockbuster-Spiele gibt es mit der PS5. Die Xboxen bieten die preiswerteren Angebote, vor allem mit dem Game-Pass-Abo.

Was aber auf keinen Fall schadet: Erst einmal abwarten. Denn vor allem, wer schon eine der beiden Vorgängerkonsolen besitzt, hat nur wenig Vorteile. Kürzere Ladezeiten, flüssigere Darstellung und hübschere Grafik sind zwar nett. Aber wirklich exklusive Inhalte gibt es auf den neuen Konsolen so gut wie gar nicht. Viele der neuen Games kommen auch noch für die alten Geräte.

Von: APA/dpa

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