Präsident Trump? Das erschüttert auch die Prognosen

Weltbank senkt Prognose für Weltwirtschaft wegen Trump

Mittwoch, 11. Januar 2017 | 14:55 Uhr

Die Ungewissheit über die Wirtschaftspolitik des künftigen US-Präsidenten Donald Trump hat die Weltbank zu einer leichten Senkung ihrer Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft veranlasst. In ihrem Halbjahresbericht geht die Washingtoner Institution davon aus, dass die weltweite Wirtschaftsleistung heuer um 2,7 Prozent wächst. Im Juni war sie noch von 2,8 Prozent Wachstum für 2017 ausgegangen.

“Es gibt eine wachsende Unsicherheit über die künftige haushalts-und handelspolitische Ausrichtung und über die Einwanderungs- und Außenpolitik der USA”, erklärte die Weltbank am Dienstag. Einige Vorschläge Trumps, wie seine Pläne für Investitionen in die Infrastruktur, könnten die Weltwirtschaft beflügeln. Gleichzeitig könnten die von ihm angedrohten Handelsrepressalien das weltweite Wachstum “abbremsen”.

Ihre Prognose für die US-Wirtschaft wollte die Weltbank – in einem ungewöhnlichen Schritt – daher nicht aktualisieren. Für 2017 erwartete sie bisher ein Wachstum von 2,2 Prozent, nach 1,6 Prozent im vergangenen Jahr.

Einen weiteren Unsicherheitsfaktor für die Weltwirtschaft sah die Weltbank nach eigenen Angaben auch im Votum der Briten für einen Austritt aus der EU. Die Weltbank-Ökonomen senkten ihre Wachstumsprognose für Großbritannien für 2017 um 0,9 Prozentpunkte auf 1,2 Prozent. Für den Euroraum sagten sie ein Wachstum von 1,5 Prozent voraus, warnten aber vor Erfolgen populistischer Parteien bei den Wahlen in Deutschland und Frankreich in diesem Jahr.

Auch das Weltwirtschaftsforum (WEF) wertete die Wahl von Donald Trump und den Brexit in seinem am Mittwoch vorgestellten Bericht zu den globalen Risiken 2017 als mögliche Unruhequellen für die weltweite Konjunktur. In Ländern überall auf der Erde wachse die Unzufriedenheit mit dem politischen Status Quo, heißt es in dem Bericht der in der Schweiz ansässigen Stiftung. Dies sei Ausdruck der wachsenden sozialen Ungleichheit sowie von Ängsten angesichts des rapiden technologischen Wandels und der Globalisierung.

Der Bericht des Weltwirtschaftsforums stufte die zunehmend ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen als größtes Risiko für die globale Wirtschaft ein. Reformen des Wirtschaftssystems seien nötig, um dem wachsenden Populismus zu begegnen. Außerdem bereiten den WEF-Experten die langsame Erholung der Weltwirtschaft und die anhaltende Arbeitslosigkeit in vielen Ländern seit der Finanzkrise vor knapp zehn Jahren Sorgen.

Für den Bericht befragte das WEF rund 750 Risikoexperten aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Nächste Woche kommen im schweizerischen Davos Vertreter der globalen Politik- und Wirtschaftselite zum jährlichen Treffen des Weltwirtschaftsforums zusammen.

Von: APA/ag.

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