Staaten häufen immer mehr Schulden an

Weltweiter Schuldenberg wuchs 2016 um 7,6 Billionen Dollar

Dienstag, 04. April 2017 | 09:48 Uhr

Der weltweite Schuldenberg ist einer Studie zufolge im vergangenen Jahr gewachsen. Er erhöhte sich um 7,6 Billionen auf 215 Billionen US-Dollar, wie das Institute for International Finance – der weltweite Verband der Finanzbranche – in Washington mitteilte. Die Summe entspricht 325 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Besonders in den Schwellenländern habe es 2016 “einen spektakulären Anstieg” auf 55 Billionen Dollar gegeben, weil vor allem Unternehmen außerhalb der Finanzbranche mehr Verbindlichkeiten aufnahmen. Da die Zinsen weltweit eher nach oben gingen, sei dies “ein wachsender Grund zur Sorge”.

Der größte Teil der weltweiten Schulden geht allerdings auf das Konto der Industriestaaten, die mit insgesamt 160 Billionen Dollar in der Kreide stehen. Das entspreche fast dem Vierfachen des Bruttoinlandsproduktes dieser Länder. Grund für den Anstieg sei vor allem die zunehmende staatliche Verschuldung. Diese habe sich beispielsweise in den USA und in Großbritannien seit 2006 mehr als verdoppelt. In den westeuropäischen Ländern und in Japan seien sie um etwa 50 Prozent gestiegen.

Die österreichischen Staatsschulden stiegen laut Statistik Austria im Vorjahr von 290,5 auf 295,7 Mrd. Euro. Das entspricht 84,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP).

Die deutschen Staatsschulden summierten sich der Bundesbank zufolge Ende 2016 auf 2,14 Billionen Euro, was 18 Mrd. Euro weniger waren als ein Jahr zuvor. Der Schuldenstand entspricht damit 68,3 Prozent des BIP.

Der EU-Vertrag erlaubt maximal 60 Prozent. Wie viele andere Länder auch haben auch Österreich und Deutschland während der Finanzkrise Milliarden an Steuergeldern für die Bankenrettung ausgegeben, was den Schuldenstand nach oben trieb.

Von: APA/ag.

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