Viele Teilnehmer von WhatsApp wanderten zu Signal

WhatsApp sichert Nutzern Schutz der Privatsphäre zu

Mittwoch, 13. Januar 2021 | 14:41 Uhr

Nach dem Wirbel um Datenschutz-Änderungen bei WhatsApp bemüht sich der Messengerdienst um Schadensbegrenzung. “Das Update beeinflusst in keiner Weise die Vertraulichkeit eurer Nachrichten an Freunde oder Familie”, teilte WhatsApp am Dienstag (Ortszeit) mit. Zuvor hatte es Kritik an der Weitergabe bestimmter Daten an den Mutterkonzern Facebook gegeben, in die Nutzer einwilligen müssen. Daraufhin verzeichneten die Konkurrenten Telegram und Signal Millionen neuer Anmeldungen.

WhatsApp erklärte auf seiner Internetseite unter der Rubrik Sicherheit und Privatsphäre, mit einigen “Gerüchten” aufräumen und Fragen beantworten zu wollen, die nach dem Update an das Unternehmen gerichtet worden seien. Weder WhatsApp noch Facebook könnten “Nachrichten lesen, Anrufe mithören” oder geteilte Standorte sehen. Facebook hatte WhatsApp 2014 gekauft.

Stattdessen gehe es um Unternehmen und Händler, die mit ihren Kunden über WhatsApp kommunizierten, und um die Weitergabe dieser Daten an Facebook. Das soziale Netzwerk kann die Daten wiederum für gezielte Werbung nutzen. Nutzer müssen den Änderungen zustimmen, andernfalls können sie ab dem 8. Februar WhatsApp nicht mehr nutzen.

Für die Europäische Union (EU) und Großbritannien gelten allerdings Ausnahmen bei der Weitergabe von Nutzerdaten. So hieß es in der vergangenen Woche seitens des Unternehmens, die Änderungen beträfen nur die Verbesserung von Unternehmenskonten. WhatsApp teile in Europa keine Nutzerdaten mit Facebook mit dem Ziel, dass der Konzern seine Produkte oder seine Werbung verbessere, hieß es.

Unterdessen profitierten die Konkurrenten von WhatsApp von den Änderungen: Der Messengerdienst Telegram gewann binnen 72 Stunden rund 25 Millionen neue Nutzer hinzu. Die Plattform verzeichnet nach Angaben des russischen App-Gründers Pawel Durow derzeit rund 500 Millionen monatlich aktive Nutzer. WhatsApp hat rund zwei Milliarden Nutzer.

“Die Menschen wollen ihre Privatsphäre nicht mehr für kostenlose Dienste hergeben”, sagte Durow, ohne sich konkret auf WhatsApp zu beziehen. Telegram sei der “größte Zufluchtsort” für diejenigen, die eine private und sichere Kommunikationsplattform suchten, fügte er hinzu. Durow versicherte den Nutzern, dass sein Team “diese Verantwortung sehr ernst nimmt”.

Die Messaging-App Telegram wurde im Jahr 2013 von den Brüdern Pavel und Nikolai Durow gegründet, die auch das russische Online-Netzwerk VKontakte ins Leben gerufen haben. Weil Telegram sich weigert, mit Behörden zu kooperieren und Verschlüsselungen weiterzugeben, ist die App unter anderem in Russland verboten.

Auch der Anbieter Signal verzeichnete etliche Neuanmeldungen – unterstützt von Tesla-Chef Elon Musk, der kürzlich in einem Tweet schlicht schrieb: “Nutzt Signal.” In Indien, dem größten Markt von WhatsApp, verzeichneten beide Apps vergangene Woche rund vier Millionen Neuanmeldungen. Dort versuchte WhatsApp am Mittwoch mit ganzseitigen Tagesanzeigen die Gemüter zu beruhigen und versicherte, Datenschutz sei “Teil unserer DNA”.

Von: APA/AFP

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

6 Kommentare auf "WhatsApp sichert Nutzern Schutz der Privatsphäre zu"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
4 Tage 12 h

Bin damals, als Facebook Whatsapp gelauft hat, zu Telegram gewechselt. Kaum einer meine Freunde/Kontakte benutzte die App. Mittlerweile sind es viele

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
4 Tage 11 h

“die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung basiert bei Telegram auf einem proprietären Protokoll – das heißt, außer Telegram selbst kann niemand die Verschlüsselung bewerten und erforschen, wie sicher der Algorithmus tatsächlich ist. …
Der Servercode von Telegram ist nicht öffentlich zugänglich, man weiß also nicht, was auf den Servern des Anbieters passiert. Obendrein ist auch der Standort der Telegram-Server nicht bekannt und damit auch nicht die dort geltenden Datenschutzgesetze.”
https://www.chip.de/news/WhatsApp-Frust-Warum-Sie-jetzt-nicht-zu-Telegram-wechseln-sollten_183225610.html

alpenfranz
alpenfranz
Superredner
4 Tage 11 h

.. telegram ist halt russisch…🙄… vertrau ich auch nicht unbedingt

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
4 Tage 10 h

Es gibt keine 100% Sicherheit

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
4 Tage 12 h

Ich dachte, diese Weitergabe ist für Europa kein Problem, da sie aufgrund der Datenschutzgrundverordnung grundsätzlich verboten ist. In Europa muss man trotzdem zustimmen, da Whatsapp ja keine getrennte Programmierung für Europa liefern kann – bei uns sollte sich eigentlich nichts ändern.

Und wer Probleme mit der Bekannt- und Weitergabe seiner Daten hat, ist mit einem Smartphon sowieso schon schlecht beraten…

Der sollte zu den Rauchzeichen zurückgehen – aber Achtung!! Auch die sind weitum sichtbar und es dauert nicht lange, bis auch der letzte Sarner den Rauch-Code entschlüsselt hat…!

Ars Vivendi
3 Tage 17 h

Drei IT-Spezialisten im Betrieb, drei verschiedene Meinungen. Ich wäre dankbar, wenn ich eine objektive Empfehlung bekommen könnte. Nur Eines vorweg, ein russischer oder chinesischer Anbieter scheidet aus. Obwohl, ist das dann noch objektiv ?

wpDiscuz