Neue Datenschutzregel sorgte für Kritik

WhatsApp verschiebt Einführung der neuen Datenschutzregeln

Samstag, 16. Januar 2021 | 13:22 Uhr

WhatsApp verschiebt die Einführung der neuen Datenschutzregeln nach Kritik und einer Abwanderung von Nutzern um gut drei Monate. Bisher sollten man bis zum 8. Februar den neuen Bedingungen zustimmen, wenn man den zu Facebook gehörenden Chatdienst weiterhin nutzen wollten. Jetzt soll die neue Datenschutzrichtlinie erst vom 15. Mai an gelten, wie WhatsApp am Freitag mitteilte.

Laut WhatsApp geht es bei den Änderungen vor allem darum, bessere Möglichkeiten für Kommunikation mit Unternehmen zu schaffen. An der sogenannten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, mit der Chat-Inhalte nur für die teilnehmenden Nutzer, aber nicht einmal für WhatsApp selbst im Klartext sichtbar sind, werde nicht gerüttelt. Es sei auch keine erweiterte Datenweiterleitung an Facebook vorgesehen. Außerhalb der EU fließen einige WhatsApp-Nutzerdaten an Facebook zu Werbezwecken oder zur Verbesserung von Produkten – allerdings bereits seit dem Jahr 2016.

WhatsApp ist mit mehr als zwei Milliarden Nutzern der weltweit erfolgreichste Chatdienst gefolgt vom Facebook Messenger (1,3 Milliarden). In den vergangenen Wochen hatten WhatsApp-Rivalen wie Telegram, Signal oder Threema einen starken Zulauf gemeldet – weil Nutzer WhatsApp nach der Ankündigung der neuen Datenschutz-Richtlinie verließen. WhatsApp beklagte die Ausbreitung falscher Informationen über die Änderungen, die man bis Mitte Mai verstärkt ausräumen wolle.

Dass WhatsApp auch ein Kanal für die Kommunikation zwischen Unternehmen und ihren Kunden werden soll, ist schon seit einiger Zeit eine zentrale Ideen dafür, wie Facebook schließlich Geld mit dem Chatdienst verdienen könnte. Das Online-Netzwerk hatte WhatsApp im Jahr 2014 für rund 22 Milliarden Dollar gekauft. Eine weitere Überlegung war Werbung im sogenannten Status-Bereich der App, in dem Nutzer für einen Tag Fotos für ihre Kontakte veröffentlichen können. Dies wurde aber auf Eis gelegt.

Die Gründer von WhatsApp, Jan Koum und Brian Acton, verließen Facebook vor einigen Jahren. Laut Medienberichten gab es Meinungsverschiedenheiten mit Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Acton ist ein zentraler Geldgeber für die Signal-App – die auf dieselbe Verschlüsselungstechnologie wie WhatsApp setzt. Nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica schloss sich Acton Aufrufen an, Facebook zu verlassen.

Mark Zuckerberg stellte zugleich schon vor einiger Zeit den Plan vor, Facebook insgesamt verstärkt auf komplett verschlüsselte Kommunikation auszurichten. Auch sollen WhatsApp, der Facebook Messenger und die Chatfunktion von Instagram sich eine technische Plattform teilen. Aktuell fordern die US-Regierung und mehr als 40 US-Staaten eine Zerschlagung von Facebook mit einer Abspaltung von WhatsApp und Instagram. Eine gemeinsame technische Infrastruktur würde solche Vorhaben erschweren.

Facebook war von mehreren Skandalen erschüttert worden. Heraus kam unter anderem, dass die Daten von rund 87 Millionen Nutzern bei der Datenanalysefirma Cambridge Analytica gelandet waren. Sie wurden unter anderem unerlaubt im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 für die Kampagne des heutigen Amtsinhabers Donald Trump genutzt. Wegen der Datenschutzverstöße verhängte die US-Verbraucherschutzbehörde FTC im Juli eine Rekordstrafe von fünf Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro) gegen Facebook.

Von: APA/dpa

Kommentare

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8 Kommentare auf "WhatsApp verschiebt Einführung der neuen Datenschutzregeln"


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Nuwos
Nuwos
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Sehr viele überlegen sich jetzt Alternativen. Fast täglich erhalte ich Nachrichten von Freunden, die WhatsApp abschalten. Die meisten sind jetzt bei Threema. Oder Signal.
Ich finde es gut, wenn viele den großen Konzernen zeigen, dass sie nicht alles machen können.
Vielleicht ändert das die Wahrnehmung der Konzerne dann doch ein wenig.
Zu wünschen wäre es jedenfalls.

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 9 Tage

Oder Telegram 👍

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Ein Schuss ins Knie

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 9 Tage

Viele wandern sie ab, das macht sich eben jetzt bemerkbar

Tschtutsch
Tschtutsch
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

I bin bei Telegram und Signal seit Johrn…bin super zufrieden. Die Änderungen bei Whatsapp betreffen obo net Europa…kurz gsogg olle Aufregung umsischt 🙃

jack
jack
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

du wo obo die ondern net😅
brauchsch mit kuan zu schreibm👌

Lucifer_Morningstar
1 Monat 9 Tage

Super nor muss man sich bei mindestens 5 verschiedenen anbietern anmelden, dass man alle kontakte abdeckt….. nor dauerts kein jahr und diese werdn von facebook, amazon oder apple aufgekauft usw. oder sie ändern plötzliche ihre datenschutzangaben und der mist fong von vorn un. Leute wacht auf wir sind gläsern… alle wollen alles gratis nutzen und nix zahlen oder preisgeben….. sell kanns auch nicht sein

freindlich_bleiben
freindlich_bleiben
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

Entschuldige, obr beklogsch du die grod, dass es Auswohl gib? Wenns dir zu streng isch die für an online Dianst ounzumeldn nor … jo böh, loss gian die Goass

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