Innovation ist für ein Unternehmen essenziell

Wie innovativ sind Südtirols KMU?

Donnerstag, 16. Juli 2015 | 12:56 Uhr

Bozen – Innovation ist in Südtirols Klein- und Mittelunternehmen zwar kein Fremdwort mehr, allerdings erfolgt sie meist noch unstrukturiert. Doch welche Barrieren hindern KMU daran, sich auf den Weg zu machen? Dieser Frage und wie bekannt die Plattform Open Innovation Südtirol ist, ist Verena Oberhofer in ihrer Masterarbeit der Freien Universität Bozen nachgegangen, die sie in Zusammenarbeit mit dem lvh geschrieben hat.
 
„Innovation ist für ein Unternehmen essenziell, um in Märkten mit zunehmend komplexen Technologien und verkürzten Produktlebenszyklen wettbewerbsfähig zu sein und zu überleben. Dabei mithalten zu können, ist für einen Betrieb alleine kaum noch möglich. Damit Betriebe an eine Vielzahl marktnaher Ideen kommen, öffnen sie ihre Unternehmensgrenzen und holen sich Wissen von externen Akteuren in den Betrieb. Dieser offene Innovationsansatz, auch Open Innovation genannt, wird in vielen großen Unternehmen bereits umgesetzt“, erklärt Verena Oberhofer, Absolventin des Masterlehrgangs „Unternehmensführung und Innovation“ an der Freien Universität Bozen. „In Klein- und Mittelunternehmen findet Open Innovation allerdings noch nicht häufig Anwendung.“

In ihrer Abschlussarbeit, die sie in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister (lvh) verfasst hat, ist Verena Oberhofer deshalb den Fragen nachgegangen, wie Innovation in Südtirols KMU abläuft und ob sie das Konzept Open Innovation und die entsprechende Plattform im lvh kennen. „Für einen effektiven und zielführenden Innovationsweg ist es zudem wichtig zu verstehen, welche Motive KMU veranlassen beziehungsweise welche Barrieren sie hindern, sich an einem Ideenwettbewerb der Plattform Open Innovation Südtirol zu beteiligen“, betont Verena Oberhofer, mittlerweile Mitarbeiterin der Abteilung Innovation und Neue Märkte im lvh, bei der Präsentation ihrer Masterarbeit.

„Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass Innovation in Südtirols Klein- und Mittelbetrieben meist unstrukturiert erfolgt“, erklärt die Autorin der Masterarbeit. „Sie findet dabei hauptsächlich schrittweise statt: Bestehende Produkte und Dienstleistungen werden laufend verbessert und ausgebaut.“ Mangelnde finanzielle Mittel, zu wenig Zeit und die Priorität des Tagesgeschäftes stellen die Betriebe dabei allerdings vor große Herausforderungen. Auch die Produktions- und Vermarktungsphase bereitet den Unternehmern Kopfzerbrechen, während die Ideengenerierungsphase häufig als weniger problematisch wahrgenommen wird. „Zeitliche, bürokratische und administrative Hürden hindern die Unternehmen schlussendlich oft daran, die erhaltenen Ideen umzusetzen und zu vermarkten“, fasst Verena Oberhofer die Ergebnisse zusammen.

Die Masterarbeit zeigt zudem, dass das Konzept Open Innovation in Südtirols KMU mittlerweile angekommen und bekannt ist. „Der Grund für eine Teilnahme ist meist das Interesse an neuen innovativen Ideen, die Stärkung der eigenen Marke und der Gedanke, auf die Wünsche der Kunden besser eingehen zu können.“

Groß geschrieben wird auch die Zusammenarbeit zwischen universitären Einrichtungen und Betrieben. „Kooperationen zwischen Universitäten und Unternehmen sind in beidseitigem Interesse“, betont Kurt Matzler, Professor für strategisches Management an der Uni Innsbruck, der die Masterarbeit begleitet hat. „Unternehmen erhalten Zugang zu wertvollem Wissen und Universitäten gewinnen wichtige Impulse für praxisrelevante Forschungsfragen und die Lehre. Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft boomen weltweit. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen, die kaum eigene Forschungs- und Entwicklungsressourcen haben, gibt es große Kooperationspotenziale, die noch viel mehr genutzt werden sollten.“

Von: ©mk

Bezirk: Bozen